Villacher wird Chef von Kinderklinik Innsbruck

22. Februar 2012, 18:42
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Ex-Direktor der Charité soll Abteilungen zusammenlegen und reformieren

Innsbruck - Die Innsbrucker Kinderklinik bekommt einen neuen Chef: Der gebürtige Villacher Gerhard Gaedicke, bis zu seiner Pensionierung Chef der Pädiatrie an der Berliner Charité, wird den Direktorsposten am 19. März antreten.

Nach dem Tod eines dreijährigen Mädchens im Oktober 2011 sowie einer Reihe weiterer mutmaßlicher Behandlungsfehler an der Kinderklinik in den vergangenen Jahren, hatten Med-Uni Rektor Herbert Lochs und die Führung des Landeskrankenhauses versprochen, die geplante Strukturreform voranzutreiben.

Gaedicke sei an der Innsbrucker Klinik kein Unbekannter, sagte die ärztliche Direktorin Alexandra Kofler bei der Präsentation am Mittwoch: Er habe bereits als externer Berater an der Strukturreform der Kinderklinik mitgewirkt. Gaedicke muss unter anderem zwei Departments zusammenführen und damit die Struktur der Kinderklinik vereinfachen.

"Nur mehr ein Formalakt"

Der Beschluss der Strukturreform durch Ministerium und Land sei "nur mehr ein Formalakt", erklärte Rektor Lochs: Und: Gaedicke habe bereits einmal die Zusammenführung von mehreren pädiatrischen Kliniken geleitet. Er habe die Fusion der West- und Ostberliner Universitätskinderkliniken zum gemeinsamen "Otto-Heubner-Centrum für Kinder und Jugendmedizin" erfolgreich durchgeführt. Gaedicke erhalte einen Vertrag für "längstens fünf Jahre". Bis dahin werde die Stelle erneut ausgeschrieben. "Wann genau wird davon abhängen, wie gut die Zusammenführung der Kliniken funktioniert", erklärte Lochs.

Der 68-jährige Gaedicke wurde in Villach geboren. Er wuchs in Hamburg auf, wo er sein Medizinstudium absolvierte und 1970 promovierte. 1978 wurde er Facharzt an der Universitätskinderklinik Ulm und dort bis 1991 leitender Oberarzt. Mit Übernahme des Lehrstuhls für Kinderheilkunde an der Charité 1993 war Gaedicke als Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie auch für den Aufbau der Forschungsstruktur verantwortlich. (Verena Langegger, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

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