Übergriffe in Heimen

"Opfer und Täter kommen in dieselbe Wohngruppe"

22. Februar 2012, 18:51
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    foto: hendrich

    "Eigenwilliger" Aufklärungsunterricht und kein spezieller Schutz für Opfer sexueller Gewalt - nur ein Ausschnitt der vielen Probleme, die Wien zu zögerlich anpacke, sagt Sozialpädagoge Wanke.

Übergriffe in Heimen seien auch heute keine Ausnahme, sagt der Sozialpädagoge Peter Wanke

Manche Verantwortliche boykottierten sogar die Prävention von Missbrauch, beschreibt Wanke die Wiener Situation gegenüber Kerstin Scheller.

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Standard: Kinderpsychiater Ernst Berger sagt, dass es in Wiener Heimen bis in die 1990er-Jahre "systematischen Sadismus gegeben habe. Sie haben in den 1980er-Jahren als Erzieher in einer sozialpädagogischen Einrichtung gearbeitet. Was haben Sie erlebt?

Wanke: Als ich 1981 begonnen habe zu arbeiten, gab es hauptsächlich Großheime, und dort kann es natürlich eher zu einer Art von Pädagogik kommen, die nicht so sehr am Individuum ausgerichtet ist, sondern die Kinder mehr als eine Masse gesehen hat. Es gab nichts Persönliches, das Kind ist wie eine Nummer behandelt worden. Ich hatte als junger Erzieher große Probleme mit der damals dort praktizierten Pädagogik, zum Beispiel Gehen in Zweierreihen. Meines Erachtens sprach nichts dagegen, Kinder ab einem gewissen Alter alleine einkaufen gehen zu lassen. Deshalb hat mich der Direktor wegen Verletzung der Aufsichtspflicht angezeigt, weil meine Erlaubnis nicht zu seinem autoritären, totalitären System gepasst hat.

Standard: Großheime wurden inzwischen aufgelöst. Laut Psychiater Berger hat sich damit das Problem des autoritären Führungsstils aber nicht erledigt. Stimmt das?

Wanke: Nein, ganz aufgelöst hat es sich nicht, aber durch mehrere Heimreformen hat sich die Situation verbessert. Anstelle der Heime wurden Wohngemeinschaften geschaffen. Heute wird die Individualität des Kindes weit mehr geachtet. Das ändert aber nichts daran, dass sich nicht auch die innere Haltung des Pädagogen, der Pädagogin ändern muss. Wenn nicht, wird der Erzieher auch in einer WG weiterhin dem Kind vorschreiben, was gut ist.

Standard: Inzwischen arbeiten Sie nicht mehr als Erzieher, sondern unter anderem auch bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft in Wien, haben dort die Soforthilfe aufgebaut. Sind Übergriffe von Erziehern heute die Ausnahme?

Wanke: Ich würde nicht sagen, dass es sich bei den aktuellen Fällen, die in Wien gemeldet werden, um Einzelfälle handelt. Manche Systeme wirken noch immer so auf Kinder ein, dass sie dadurch geschädigt werden.

Standard: Könnten Sie das an konkreten Beispielen verdeutlichen?

Wanke: Es gibt etwa Fälle von eigenwilligem Aufklärungsunterricht. Da wird gemeinschaftlich Onanie betrieben, oder es werden sexuelle Zärtlichkeiten ausgetauscht. Was ich bei meiner Arbeit beim Verein Limes, einem Verein für jugendliche Sexualstraftäter, erfahren habe: Ein Zehnjähriger vergreift sich sexuell an seiner um drei Jahre jüngeren Schwester. Beide kommen aus der Familie, dann aber in dieselbe Wohngruppe. Das ist aus meiner Sicht eine Fortsetzung der Übergriffe. Im konkreten Fall doppelt schlimm, weil sich dieser Bub in der Einrichtung an weiteren Mädchen vergriffen hat. Meines Wissens gibt es weder für minderjährige Täter noch Opfer spezielle stationäre Einrichtungen in Österreich. So weit ist die Pädagogik noch nicht. So passiert es, dass eine Opfer- und eine Täterpersönlichkeit in derselben Einrichtung unterkommen. Und die beiden werden sich finden. Denn es gibt keine 24-Stunden-Kontrolle.

Standard: Ist aktuell überhaupt Prävention ein Thema, oder wird nur Vergangenes aufgearbeitet?

Wanke: Mein Eindruck ist, dass ein offensiver Umgang mit dem Thema leider noch die Ausnahme ist. Das gilt vor allem für die vorgeschalteten pädagogischen Leiter und Fachaufsichten. Die Verantwortlichen erlebe ich vorsichtig bis zurückhaltend, manchmal sogar boykottierend.

Standard: Aber ist eine externe Kontrolle nicht unumgänglich?

Wanke: Ja. Behörden könnten vorgeben, was sie sich von einer modernen und zeitgemäßen Pädagogik erwarten. Jene Einrichtungen, die diese Vorgaben erfüllen, könnten dann mehr Fördermittel erhalten. Es braucht aber auch externe Beschwerdesysteme, damit das Kind parteiliche Unterstützung bekommt. Der neue Ombudsmann für Heimkinder der Kinder- und Jugendanwaltschaft übernimmt damit neben der Prävention auch die Funktion einer externen Kontrolle, ob zeitgemäße Pädagogik umgesetzt wird. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

Gewalt in Heimen

Peter Wanke, 1960 in Wien geboren, studierte Psychotherapiewissenschaften. Vier Jahre war er Erzieher, 1985 wechselte er in die Beratung. Seit 1999 arbeitet er bei der Kinder- und Jugendanwalt­schaft Wien und ist freiberuflich Psychotherapeut.

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ente52
 
00
23.2.2012, 20:11
schwierig...

bleibt man im System drinnen, sagt man quasi "JA" zu einem System, von dem man keine Ahnung bekommen kann, wenn man net lang genug drinnen ist, ...man weiß aber von der ersten Minute an, da ist der Wurm drinnen... eine Zeit lang meint man verändernd wirken zu können, was auch manchmal gelingt, weil man damit diejenigen befreit, die sich gerne auflehnten, aber Unterstützung brauchten... manchmal rennt man mit dem Kopf an die Wand...und man hört langsam auf, und meint, das innerliche Dagegensein genügte schon... so gehts nicht! ... ein klares NEIN... das wärs...aber steh das einmal durch... befreit diejenigen die so gerne NEIN sagen wollten, aber ganz einfach nimmer können... und wegzuschauen beginnen... kann mans ihnen verdenken?

Alfred Zopf
00
23.2.2012, 21:21

Natürlich gibts ein Nein, sie ist sogar die wichtigste Grundlage in dieser Arbeit, wir haben körperlich Misshandelte und sexuell ausgebeutete KlientInnen, jede Prävention dazu heißt NEIN zu sagen, niemand hat ein Recht mich zu schlagen und mich sexuell zu demütigen. Nur SozialpädagogInnen die auch NEIN sagen können zu Missbrauch im System können diesen Kindern und Jugendlichen ein Beispiel zum NEIN geben. Lassen sich SozialpädagogInnen im System missbrauchen werden sie selbst Opfer und sind kein Vorbild für die missbrauchten KlientInnen !!!!

ente52
 
00
23.2.2012, 21:36
danke...

... wie solls weitergehen?

Alfred Zopf
00
23.2.2012, 21:59

Gute Frage, ich bin nach 35jähriger sozialpädagogischer Arbeit mit 57 Lebensjahren auch höchst besorgt, weil ich viele junge engagierte KollegInnen erlebe, die in burnout oder frustriert das Weite suchen. In den Ausbildungen fehlt die adequate Auseinandersetzung mit Gewalt und sonstiger Schwierigkeiten mit unseren Klientel, dass sich seit mehr als 10 Jahren vollkommen geändert hat, diese Veränderungen sind kaum wahrgenommen worden. Lieb und nett zu sein ist zuwenig, es braucht starke reflektierende Persönlichkeiten die den Anforderungen gewachsen sind. Es fehlen die unterstützenden Rahmenbedingungen hier gesund wachsen zu können, dazu kommt, dass die Politik vollkommen versagt.

Rosa Stahl
00
26.2.2012, 13:31

würde mich interessieren, was genau sich im letzten Jahrzehnt so geändert hat.

Alfred Zopf
01
27.2.2012, 07:30

Das "Blatt" der Gewalt hat sich geändert. Ab 2000 sind immer mehr Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen mit körperlichen Attacken von Kindern und Jugendlichen konfrontiert, vorher gab es noch Hemmschwellen, die sind nicht mehr vorhanden, das ist die Änderung, die ich wahrnehme. In der Öffentlichkeit wird diese Problematik vollkommen ausgeblendet. Eine Erklärung wäre, dass Verhaltensregeln (Belohnungs- und Bestrafungssystem) in der Jugendwohlfahrt kaum wirksam sind. Es fehlen wirklich qualitative in die Tiefe gehende wissenschaftliche Untersuchungen. Von der Hirnforschung kommen aus Traumatas negative Auswirkungen von Hyppocampus und Amygdala. Die unbewusste Idenidfikation mit dem Aggressor zum "Überleben" dürfte sehr stark wirksam sein.

Rosa Stahl
00
27.2.2012, 14:02

Hmmmm, interessant.

Wenn Sie aber schildern, dass das ungefähr 2000 begonnen hat, dann muss es da doch auch etwas Einschneidendes in der Gesellschaft gegeben haben, eventuell schon davor (Säuglinge Jahrgang 2000 sind ja nicht tätlich aggressiv). Und Traumata hat es früher auch schon massiv gegeben. (Krieg...)

Alfred Zopf
00
27.2.2012, 18:15

Eine Antwort habe ich gefunden, als ich das Krisenzentrum Nußdorf 1995 mit 2005 hinsichtliche schwerer Traumatisierung bei Heimunterbringungen verglich. Ich war selbst baff, über die Steigerung von 1995 bei knapp 13% auf über 46%, eine fast Vervierfachung innerhalb von 10 Jahren. Hier sind komplett schleichende Veränderungen passiert, deren wissenschaftliche Aufarbeitung vollkommen fehlen, leider.
Da Sozialpädagogik immer auch Gesellschaftsanalyse bedeutet würde ich vermuten, dass durch die verstärkten Stressfaktoren unserer Gesellschaft immer mehr Menschen aus der Gesellschaftsanerkennung rausfallen und diese Kränkung sich auf die Kinder und Jugendliche durch die Gewaltsteigerung auf vielen Ebenen auswirkt; Hemmschwellen fallen allerorts

Rosa Stahl
00
27.2.2012, 19:48

Das ist in der Tat sehr erstaunlich.

Es könnte aber auch daran liegen, dass sich innerhalb einer Dekade doch das Verständnis von Traumata geändert hat und daher mehr junge Menschen der elterlichen Erziehung entzogen werden.?!

Bezüglich des Falles der Hemmschwellen bin ich absolut bei Ihnen aus eigener Erfahrung in Schulen udgl. Wie ich ein junger Spund war, gabs keine strafrechtlich relevanten Sachen und Keilereien waren bis auf mal Nasenbluten mehr ringen und zerren als schlagen und treten.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach wissenschaftliche Daten bzw. Arbeiten organisieren?
Ich denke an Diplomarbeiten bzw. Diss. Interessiert das überhaupt jemanden?

Alfred Zopf
00
28.2.2012, 06:04

1995 wurde schon ein bosnisches Mädchen als Kriegstraumatisierte eingestuft, ich habe 1995 alle Akten durchgesehen und langjährige Misshandlungen und sexuellen Missbrauch als schwer traumatisiert eingestuft, weiters war 2005 schon viele Mädchen langjähig misshandelt und sexuell missbraucht, 1995 gab es in dieser Kategorie überhaupt kein Mädchen, auch sehr merkwürdig. Natürlich wäre es wünschenswert würde z.B. die Bildungswissenschaft (Psychoanalytische Pädagogik) mit einer Gruppe von Studenten hier tätig sein, im sozialpädagogischen Bereich der Fremdunterbringung gibts Arbeit für mindestens 100 Diplomarbeiten, einige Diss dazu wären auch notwendig. In der wissenschaftlichen >Literatur vor einigen Jahren habe ich überhaupt nichts gefunden

Rosa Stahl
00
28.2.2012, 09:31

Danke für Ihre ausführliche Antwort.
Demnach wir mittlerweile jede Menge an akademisch angehauchten Sozialberufen haben (Bacc. , mag. FH)
könnte es eigentlich keine besondere Schwierigkeit sein, zumindest einmal Daten zu sammeln im Rahmen von div Abschlussarbeiten.
Mir scheint, das Problem liegt ganz banal daran, dass es niemanden wirklich interessiert, jedenfalls niemand von "oben" (Prof....), abgesehen davon könnten auch Ergebnisse rauskommen, die nicht dem politisch Erwünschten entsprechen. Stichwort aggressive Mädchen. Das ist sogar bei mir "unten" schon angekommen, dass es da seit einiger Zeit Brösel gibt. Hab mal darauf die ein oder andere Kapazität angesprochen. Das wurde aber einfach weggewischt.

Alfred Zopf
00
28.2.2012, 14:16

Meines Wissens wird gerade an den FHs, etc. die Praxisproblemiken genauso verleugnet, darum steigen auch viel AbgängerInnen oft schon nach einem Jahr bei uns aus. Zu glauben es reicht schon, Praxiswunerfahrenen einen "Leitfaden" in die Hand zu drücken und dann läufts schon ist ein großer Irrtum. Es braucht starke Persönlichkeiten die sich in diesem Selbsterfahrungsprozess einlassen. Natürlich sind auch viele EinsteigerInnen enttäuscht für die schwierige Praxis kein handhabbares Werkzeug bekommen zu haben. In den Ausbildungen fehlen 100e Stunden Selbsterfahrung in Einzel- und in Gruppentherapie, damit ich weiß wie und was bewirke ich aufgrund meiner Persönlichkeit und der Rahmenbedingungen, ein Sollens-Katalog ist kaum hilfreich.

Alfred Zopf
00
28.2.2012, 06:13

was die Veränderungen jugendlicher Mädschen beschreibt. Die werden noch immer als selbstverletzend eingestuft, es gibt in der Praxis seit der Jahrtausendwende, diese Entwicklung ist sehr stabil, körperlich gewalttätige Mädchen, die aggressiv Gewalt ausleben und sogar bei Polizeieinsätzen die Polizisten in ärgste Not bringen und immer wieder Verstärkung anfordern müssen. Diese Entwicklung wird wissenschaftlich nirgends beschrieben. Es bräuchte endlich den Mut hier schonungslos wissenschaftliche Arbeiten zuzulassen. Seit Jahrzehnten erhalte ich die Erklärung, dass sei nicht machbar.

Alfred Zopf
00
28.2.2012, 06:43

Teil 3,
Paradox ist auch, dass zu Beginn der 90er Jahre die Rahmenbedingungen viel besser waren als heute, ich arbeitete zu Beginn der 90er Jahren zu fünft mit 8 Mädchen und 2 ambulant, zwecks Nachbetreuung. Die Mädchen wurden bis 19 1/2 Jahre betreut in Ausnahmefällen wurde von der MA 12 die Kosten danach bis 20 1/2 übernommen. Heute ist für schwierige Mädchen mit 18 Jahre Ende der Jugendwohlfahrtsbetreuung. Mehr als ein Jahr arbeitete ich damals in einem Team mit 4 psychoanalytisch sozialtherapeutisch und einer erlebnischpädagogisch ausgebildeten KollegInnen. Heute bis ich als Psychoanalaytiker der letzte Mohikaner im System.

K. K. Lacke
01
23.2.2012, 13:53
sorry Herr Wanke, aber die Frage nach dem von ihrem Kollegen attestierten "systematischen Sadismus" auf "Massenware" und "nichts persönliches" zu kommen klingt nach APOLOGETIK für die Verbrechen die hier SCHUTZBEFOHLENEN durch ihre ErzieherInnen

angetan wurden.

"Systematischen Sadismus" in die selbe Ebene zu stellen wie "gehen in Zweierreihe" zeugt mMn. von einer sehr sehr ungünstigen Argumentation, wenn nicht gar vollkommen fehlendem Bewusstsein für die Tragweite des Begriffes SADISMUS.

Erstaunlicherweise geht es sowohl bei den Betrachtungen von Hrn. Berger, als auch im vorliegenden Interview um Großheime.

Komisch dass die Wahrnehmung der dort genutzten "schwarzen" Pädagogik diesbezüglich so unterschiedlich ausfällt...

GELITTEN haben die betroffenen ja nicht daran dass es fremde Wertordnungen gab, sondern an MISSBRAUCH und MISSHANDLUNG.

Und zu guter letzt dreht man den Spiess noch gleich mal um und macht die Opfer zu Tätern....

grauenvoll dieses Interview...

wurm83
 
01
23.2.2012, 12:18
man darf auch die weniger auffälligen dinge nciht vergessen....ein beispiel dass ich persönlich erlebt habe:

eine freundin in eben so einer wohnungruppe untergebracht mit schlechten familiären verhältnissen und vor allem einer typsichen vater/tochter problematik...

als die 17 jahre alt war und die wohngruppe auf urlaub hat sich der damals 36 jährige betreuer an sie rangemacht und die hatten dann eine längere zeit ein "öffentliches" verhältnis...

das mag vielleicht legal sein, aber moralisch natürlich höchst fragwürdig...

1. sollte sich eine vertrauensperson niemals mit dem schützling einlassen, da immer die gefahr besteht das vertrauensverhältnis auszunutzen (absichtlich oder nicht)

2. aus meiner sicht wurde hier auch der vater und vertrauenskomplex des mädchens massiv ausgenutzt..

und es war auch allen seinen kollegen egal...

labyrinth
01
23.2.2012, 14:06
no go

das ist absolutes no go!

das gehört bei einer Ethik-Kommission sofort und eindeutig gemeldet

und dieser Herr sofort von dort abgezogen

Rosa Stahl
02
23.2.2012, 12:40

so etwas ist nicht legal, denn der Betreuer/Erzieher hat dem Mädchen gegenüber ein Autoritätsverhältnis und unter solchen Bedingungen ist es eben nicht legal, sich mit einer Mj auf ein Verhältnis einzulassen.

ABgesehen davon sagt das ohnedies schon sehr viel aus, wenn sich ein Mann, der auf die 40er zugeht, mit einem psychisch labilen bzw. problembeladenen Mädchen, dass noch nicht mal formal erwachsen ist, ein Verhältnis anfängt.
Über die inneren psychischen Vorgänge so eines Mannes kann man schon seine Vermutungen anstellen....

wurm83
 
01
23.2.2012, 13:47
ja das war mir auch ziemlich klar...

was mich so entsetzt ist die tatsache, dass dort ja ncith nur ein betruer war...sondern mehrere und was soll cih davon halten wenn er das einfahc so machen kann ohne das ihm seine kollegen einhalt gebieten?

dass die immer wieder mit den älteren mädels und ein paar 40 jährigen "freunden" auf urlaub gefahren sind, macht das bild auch nciht unbeding schöner,...

also mir ist das damals ehrlich gesagt wie ein puff vorgekommen...nur das die mädels nicht mal geld bekommen haben sondern einfach ihr labiler zustand ausgenutzt wurde... und das war so um 2004 rum...

linkslinker gutmensch
00
23.2.2012, 10:21

"So beschreibt Sozialpädagoge Peter Wanke die Wiener Situation Kerstin Scheller."

Fr Scheller ist eine wiener Situation???????

linkslinker gutmensch
00
23.2.2012, 13:21

schad, jetzt ist ein "gegenüber" dazwischen....

PoisonIvy0
01
23.2.2012, 10:08
Beziehungsarbeit statt Besserungsarbeit

Als Sozialpädagogin hatte ich anscheinend das Glück, in den letzten Jahren in WGs gearbeitet zu haben, in denen Kinder und Jugendliche mit Respekt, Zuneigung, Freundlichkeit und Kompetenz durch diese schwierige und dramatische Phase ihres Lebens begleitet werden. Es klingt so, als wären alle sozialpädagogischen Einrichtungen Besserungs- oder Aufbewahrungsanstalten. Dem möchte ich hier entschieden widersprechen. Es gibt viele SozialpädagogInnen die diesen oftmals harten Job (lange Dienstzeiten,kaum Vertretungen,Personalmangel,sehr belastetes,“auffälliges“ Klientel etc.) mit Einsatz, Engagement und Freude tun.

Quasis Herr Karl
02
23.2.2012, 20:51
Als ehemaliger Zögling in österreichischen Erziehungsanstalten

der 1960-erjahre, weltlich wie kirchlich ist es auch einmal Überzeit Menschen wie Ihnen Dank auszusprechen. Seit gut 3 Jahren ist in meinem Wohnhaus eine Einrichtung der MA 11 untergebracht. 8 Kinder werden auf zwei Stockwerken tagsüber von jeweils 2 und Nachts jeweils 1 Sozialarbeiter pro Stock, betreut.Ich bekomme hautnah mit, ob ich es will oder auch nicht, wie unendlich schwer diese Arbeit ist. Brüllen, schlagen, spucken, zerstören...das ist für die Kinder bisher die einzige Möglichkeit gewesen auf sich aufmerksam zu machen, durch die hier geleistete Arbeit wird, so hoffe und so wünsche ich, das eine oder andere Kind später doch seinen geraden Weg finden können. Nicht alles ist nur Schwarz oder nur Weiß.

wurm83
 
00
23.2.2012, 13:02
können sie mir vielleicht meinen obrigen post beantworten?

wie gehen sozialarbeiter damit um wenn ein kollege eine beziehung mit einer 17 jährigen WG "teilnehmerin" eingeht?

gibt es dagegen irgendwelche regeln etc?

kommt so etwas häufiger vor?

wie würden sie damit umgehen?

PoisonIvy0
02
23.2.2012, 13:17

Es ist vollkommen inakzeptabel dass ein/e BetreuerIn eine Beziehung mit einem/r Schutzbefohlenen anfängt. Das ist volkommen unprofessionell und schädigt das gesamte Betreuungssystem. Der/die Erwachsene muss unweigerlich die WG verlassen! Nicht der/die Jugendliche!Der Einzelfall wäre dann sehr konkret zu prüfen und es stellt sich die Frage, ob die Person jemals wieder in diesem Job arbeiten darf.In einem Abhängigkeitsverhältnis wie dem in einer WG ist so etwas in meinen Augen sofort zu unterbinden und zeugt von absoluter Inkompetenz und Fehlverhalten des/der betroffenen Erwachsenen.

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