Berlin

"Eine ganz große Chance"

22. Februar 2012, 17:41

Kulturschaffende begrüßen Joachim Gauck

Berlin - Dem deutschen Bundespräsidentenkandidaten Joachim Gauck schlagen im Kulturbetrieb freundliche Willkommenstöne entgegen. Von dem früheren DDR-Pastor wird erwartet, dass er dem höchsten Staatsamt neuen Respekt verschafft. "Joachim Gauck wird uns guttun mit seiner Diskursfähigkeit, seiner Klarheit und seiner Bereitschaft für persönlich getragene Verantwortung", sagte etwa der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann.

Der Präsident der Schriftstellervereinigung PEN, Johano Strasser, geht noch darüber hinaus. "Es ist ein Glücksfall, dass Frau Merkel in letzter Minute eine Kehrtwende gemacht hat und Union, FDP, SPD und Grüne einen gemeinsamen Kandidaten präsentieren konnten", so Strasser; es sei "ein weiterer Glücksfall, dass dieser Kandidat Joachim Gauck ist."

Auch Thomas Oberender, der neue Intendant der Berliner Festspiele, nennt Gaucks Kür eine "wunderbar kluge" Entscheidung. "Er hat eine seelsorgerliche Ausstrahlung, also etwas sehr Verbindliches und Zugewandtes, aber auch eine unglaublich freundliche Unerbittlichkeit", sagte Oberender im Deutschlandradio Kultur: "Ich glaube, diese Mischung ist perfekt für diese Position."

Für Ulrich Khuon, den Intendanten des Deutschen Theaters Berlin, ist auch Gaucks Herkunft aus der DDR ein großer Pluspunkt. Das sei eine " ganz große Chance", das Spannungsverhältnis zwischen Ost und West aufzugreifen, das es auch mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch gebe.

Der Präsident der Akademie der Künste in Berlin, Klaus Staeck, erhofft sich vor allem ein stärkeres Engagement für den sozialen Zusammenhalt und die Ärmeren in der Gesellschaft: "Einen weiteren Anwalt des Neoliberalismus brauchen wir nicht in diesem Amt." Und Khuon mahnt an, das von Wulff immer wieder aufgegriffene Thema der Integration nicht zu vergessen. Er habe sich besonders über Gaucks Satz gefreut: "Ich bin ein Lernender." (red  / DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

Thomas Rothschild
 
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Blinder Gauck-Taumel

Wer Genaueres erfahren will über den Kandidaten, von dem die deutsche Intelligenz schwärmt, kann das hier nachlesen. Es kommt keineswegs aus der linken Ecke.
http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartik... rs-gnaden/

Diplomatenpass a.D.
00
23.2.2012, 17:15

Organisierte Kulturschaffende sind meistens politisch dumm und noch öfter unehrlich.

Pyg Malia
00
23.2.2012, 16:14
Der Einfluss

des Bundespräsidenten auf die deutsche Tagespolitik ist traditionell sehr gering. Wo da die "ganz große Chance" sein soll und für wen, erschliesst sich mir nicht.

txxx666
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23.2.2012, 13:57
Gipfel der Heuchelei

In Berlin wird der Opfer des „NSU“ gedacht – und im Publikum sitzt der designierte Bundespräsident, der Sarrazin „mutig“ findet und vor "Überfremdung" warnt und den die Rechtsradikalen von der "Jungen Freiheit" jetzt schon als einen der ihnen feiern...
http://misanthrope.blogger.de/STORIES/2008030/

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