Tel Aviv will Busse am Sabbat

22. Februar 2012, 17:33

Konflikt zwischen Orthodoxen und Säkularen

Jerusalem - Säkulare und orthodoxe Juden in Israel haben ein neues Streitthema gefunden: Geht es nach der Stadtverwaltung von Tel Aviv, könnten bald erstmals in der Geschichte Israels öffentliche Verkehrsmittel auch am Sabbat fahren. Die Stadt hat beim zuständigen Verkehrsministerium um die Genehmigung angesucht, auch am heiligen Ruhetag Busse fahren lassen zu dürfen. Bisher waren öffentliche Verkehrsmittel am Sabbat in Israel nicht unterwegs.

Der Schritt solle das massive Parkplatzproblem in Tel Avivs Innenstadt am Sabbat lösen, begründet die Stadtverwaltung ihr Anliegen. Zudem seien laut Umfragen 63 Prozent der Tel Aviver für die Neuerung. Etwa 100 Mitglieder der Gruppe "Free Israel" warteten aus Protest gegen das Verbot am vergangenen Sabbat demonstrativ an Tel Aviver Bushaltestellen. Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai unterstützt die Forderung.

Das orthodoxe Knessetmitglied Mosche Gafni sagte hingegen, der Antrag sei eine "populistische und frevelhafte Entscheidung". Sie werden alles tun, das Busverbot am Sabbat nicht aufzuheben. Das Verkehrsministerium signalisierte, dem Tel Aviver Antrag höchstwahrscheinlich nicht zuzustimmen. Bereits im vergangenen Juli war ein ähnlicher Antrag eines Abgeordneten in der Knesset abgelehnt worden. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 72
1 2
Joe Bradley
00
28.3.2012, 11:50

Wie man hier sieht, versuchen offenbar Anhänger jeder Religion, anderen ihren Willen aufzuzwingen, wenn sie nur die nötige Machtposition dazu haben.

Allmächtiger Satan
00

Dort werden wohl Busse am Sabbat fahren, lange bevor man in Ö am Sonntag ein Packerl Milch im Supermarkt kaufen darf.

baneck08
10
27.2.2012, 19:51
1.Kp / EW 74
 
31
24.2.2012, 15:43
Ich vermisse die Meldung über die neue Militärpflicht für

die Orthodoxen...

DAS wird noch Diskussionen geben...Simmering gegen Kapfenberg, sozusagen...

Sternchen100
94
24.2.2012, 10:17

Trennung Religion und Staat - auch in Israel ein Fremdwort, nicht nur bei den Arabern.

August Hoffmann
37
24.2.2012, 11:03

Du warst noch nie dort - weder in Israel noch in einem arabischen bzw. islamischen Staat.

Da kommen dann solche Wortmeldungen wie in deinem Posting raus.

Der Zwersch
31
27.2.2012, 01:26

Und komischerweise kommen Wortmeldungen wie Ihre nie wenn es sich um arabische Staaten handelt.

Timagoras
 
210
23.2.2012, 20:37

"öffentliche busse in Tel Aviv am Shabat":
nach 16 stunden: 53 (tw. empörte bis hämische) postings.

"Shabaab-Miliz untersagt in Somalia IKRK Tätigkeit, 250.000 Menschen vom Hungertod bedroht":
nach 23 tagen: 4 (eher indolente) postings.

Sternchen100
63
24.2.2012, 10:24
Religion als Deckmäntelchen von Sadismus, Machtgier und Frauenhass

Du kannst für Somalia NICHTS tun, es sei denn einige Atombomben abwerfen. Die einzigen, die diesen Irren helfen könnten wären die Wahabiten (Saudis), aber die bauen sich lieber goldene Badezimmer und Riesentürme.

Ein gewisser Prozentsatz von bösartigen, herzlosen und rechthaberischen Kontrollfreaks ist unter dem Deckmäntelchen der Religion an der Macht (Gott müsste darüber erbrechen, wenn er könnte - jeder Müll auf der Welt passiert in seinem angeblichen Namen!). Und diese Kontrollfreaks und Frauenhasser tyrannisieren die gesamte Bevölkerung und redet ihnen ein, wenn sie nur fanatisch genug sind, bereitet ihnen der Liebe Gott den Himmel auf Erden. In Wahrheit finden sie nur eins: den Tod.

Die ganze Region dort ist geistig vergiftet.

Timagoras
 
13
24.2.2012, 15:59
"Du kannst für Somalia NICHTS tun, es sei denn einige Atombomben abwerfen"

.
was für ein menschenverachtender quargel!
der erste teil des satzes mag ja stimmen, aber welches kranke hirn kommt auf die idee, dass man atombomben auf die somalischen menschen werfen muss???

Totaler Durchblicksstrudel
01
25.2.2012, 14:08

Welches? Ein harmoniebedürftig Österreichisches, das mit Spannungen, Konflikten und ungelösten Streitereien nicht leben kann und daher lieber Völkermord betreibt?

troob
211
23.2.2012, 19:06
Am Inhalt der Kommentare hier sieht man überdeutlich, wie ahnungslos die meisten poster sind.

Poster, welche im Nahostforum regelmäßig israelbashing in Reinkultur betreiben, die wirklich nicht die geringste Ahnung von der gelebten Realität in Israel haben.

Es ist auch ganz besonders rührend, wie sehr bestimmte poster sich um die Rechte der Frau in Israel Sorgen machen.

Spannenderweise lese ich keine analogen Texte im Kontext der Frauenrechte im Gazastreifen und im von der PA verwalteten Gebiet.

Warum, entzieht sich naturgemäß meiner Kenntnis ;-)

Aber das hat sicher, ja, ganz sicher nur damit zu tun, daß es off topic wäre. Und das die Redaktion nichts zu dem Thema textet, ist nur dem Mangel an Platz anzulasten ;-)

Der Zwersch
11
27.2.2012, 01:27

Muss an ihrem selektiven Auffassungsvermögen liegen.

Denn wie man die überall gegenwärtige Kritik an islamischen Ländern übersehen will, braucht es schon ein kreatives Köpfchen.

Makronaut
01
23.2.2012, 12:53

zeit wirds.

King David
30
23.2.2012, 11:20
Nicht nur für Juden relevant

Ein Verbot der Busse am Sabbat beeinträchtigt auch das Leben der arabischen Minderheit.

Donatella Kasparov
10
24.2.2012, 13:22

pech gehabt

August Hoffmann
02
24.2.2012, 09:44
Oh. Wie beeinträchtigend!

Über nicht bediente Buslinien bekämen Sie von Minderheiten in islamischen Staaten ein müdes Lächeln...

Der Zwersch
30
27.2.2012, 01:29

Faszinierend was sie über Minderheiten in islamischen Staaten wissen...oder eher doch nicht.

Makronaut
04
23.2.2012, 12:50

jö. die darf am shabbat nämlich sherutim (sammeltaxis etc) betreiben und verdient geld.

Ingrid Richter
21
23.2.2012, 09:40

Israel behauptet , eine Demokratie zu sein. 63 % der
Bevölkerung von Tel Aviv will, dass am Sabbat Busse
fahren. Wo ist das Problem ? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die radikal orthodoxen Juden von den übrigen gezwungen werden, am Sabbath auch den Bus zu benützen.

lassen Sie mich durch
20
23.2.2012, 14:44

werden auch nicht die anderen 63% werden von denn Ultras gezwungen keine zu fahren.

das ist Scheindemokratie.

und als frau ist der Mensch ja doppelt belastet in Jerusalem, vorne haben die in denn Bussen nichts verloren,da gibt es schon mal haue auf denn Kopf wie so ein Tier werden die behandelt.

troob
01
23.2.2012, 19:07
Ja, ja! Es ist wirklich grauenvoll! Sie haben ja soooo recht!

@lsmd

Googeln sie mal Dorit Beinisch...

OMG! *face in palm*

Martin Dobes
 
04
23.2.2012, 10:15
Es geht um den Messias

Nicht, dass ich damit eine Berechtigung für die autobusfreien Shabbate geben möchte, doch kann man dadurch die Ablehnung der Haredim verstehen.

An mehreren Stellen im Talmud ist davon die Rede, dass wenn alle Juden nur einen einzigen Shabbat diesen mit allen Mitzvot einhalten würden, dann käme der Messias.
Bzw. noch krasser, NUR wenn alle Juden den Shabbat einhalten, kann der Messias kommen.

Allerdings haben die Haredim wahrscheinlich das Lied von Shalom Hanoch noch nicht gehört: "Der Messias kommt nicht, der Messias wird auch nicht anrufen" ... :-)

troob
01
23.2.2012, 19:19
Wir dürfen wirklich sehr froh sein, daß er noch nicht gekommen ist...

@MD

Wo bringen Sie denn all die Verwandten unter, die sich dann nach der Auferstehung der Toten bei Ihnen zu Besuch einladen?

Fragen über Fragen, die sich mit der Ankunft des Messias ergeben, und auf eine gute Lösung warten...

Ich will ja Yechezkiel nicht direkt Vorwürfe machen, aber wenn das Beispiel Schule macht...

K 3
00
24.2.2012, 14:14

Ein Textstelle eines Liedes aus dem Mittelalter zum Lobpreis der Jungfrau Maria:
"Freue dich Mutter, Licht des Glaubens, vorausziehender Stern der heiligen Hoffnung, führe zum duftenden Berg, aus dem Sabbath zum Sabbath, führe vom Glauben zur Hoffnung, zur Ruhe der Jubelzeit."

Also, laut diesem Lied führt das Licht des Glaubens zum duftenden Berg und es führt vom Glauben zur Hoffnung.

Der vorausziehende Stern der heiligen Hoffnung aus dem Sabbath zum Sabbath zur Ruhe der Jubelzeit. (siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Plei... al_history )

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 72
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.