Tel Aviv will Busse am Sabbat

Konflikt zwischen Orthodoxen und Säkularen

Jerusalem - Säkulare und orthodoxe Juden in Israel haben ein neues Streitthema gefunden: Geht es nach der Stadtverwaltung von Tel Aviv, könnten bald erstmals in der Geschichte Israels öffentliche Verkehrsmittel auch am Sabbat fahren. Die Stadt hat beim zuständigen Verkehrsministerium um die Genehmigung angesucht, auch am heiligen Ruhetag Busse fahren lassen zu dürfen. Bisher waren öffentliche Verkehrsmittel am Sabbat in Israel nicht unterwegs.

Der Schritt solle das massive Parkplatzproblem in Tel Avivs Innenstadt am Sabbat lösen, begründet die Stadtverwaltung ihr Anliegen. Zudem seien laut Umfragen 63 Prozent der Tel Aviver für die Neuerung. Etwa 100 Mitglieder der Gruppe "Free Israel" warteten aus Protest gegen das Verbot am vergangenen Sabbat demonstrativ an Tel Aviver Bushaltestellen. Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai unterstützt die Forderung.

Das orthodoxe Knessetmitglied Mosche Gafni sagte hingegen, der Antrag sei eine "populistische und frevelhafte Entscheidung". Sie werden alles tun, das Busverbot am Sabbat nicht aufzuheben. Das Verkehrsministerium signalisierte, dem Tel Aviver Antrag höchstwahrscheinlich nicht zuzustimmen. Bereits im vergangenen Juli war ein ähnlicher Antrag eines Abgeordneten in der Knesset abgelehnt worden. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

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