Estibaliz C. zur Prüfung der Zurechnungsfähigkeit nach Linz verlegt

Überstellung Anfang kommender Woche - Zur Begutachtung durch psychiatrische Sachverständige

Wien - Die frühere Eissalon-Besitzerin Estibaliz C., die als mutmaßliche Doppelmörderin seit Juni 2011 in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in U-Haft sitzt, wird Anfang kommender Woche vorübergehend nach Linz verlegt. Adelheid Kastner, die in diesem Fall zur psychiatrischen Sachverständigen bestellt wurde, soll die Begutachtung vereinfacht werden. Kastner ist in der Nervenklinik Linz als Leiterin der Abteilung Forensische Psychiatrie beschäftigt.

Wie der interimistische Leiter der Vollzugsdirektion, Peter Prechtl, am Mittwochnachmittag der APA erklärte, hat Kastner mit Estibaliz C. mehrere Sitzungen geplant, um die Frage zu klären, ob die 32-Jährige zu den Zeitpunkten der ihr vorgeworfenen Verbrechen - sie soll 2008 ihren deutschen Ex-Mann und 2010 ihren Ex-Liebhaber jeweils erschossen, zerstückelt und im Keller ihres Lokals einbetoniert haben - zurechnungsfähig war.

Bis Mitte März in Oberösterreich

Zu diesem Zweck wird die 32-Jährige vom Zentralen Überstellungsdienst zunächst in die Justizanstalt Asten gebracht und danach von der Justizwache in die Justizanstalt Linz überstellt werden. Wie Prechtl darlegte, ist der Aufenthalt der Doppelmord-Verdächtigen "für die Dauer von ein bis zwei Wochen geplant". Spätestens Mitte März wird die Frau wieder ihre Zelle in der Bundeshauptstadt beziehen.

Infolge dieser Maßnahme musste auch ein für die kommenden Tage geplanter Besuch des Sohnes verschoben werden, den Estibaliz C. in der Nacht auf den 11. Jänner zur Welt gebracht hatte. Das Kind wurde ihr unmittelbar nach der Geburt wegen Gefahr im Verzug abgenommen. Das Jugendamt hat die vorläufige Obsorge dem Vater und derzeitigen Lebensgefährten der 32-Jährigen zugesprochen, der die Frau demnächst im Gefängnis heiraten möchte. (APA)

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