Neuer Rekord beim Absatz von Rüstungsgütern
Waffen sind neben Öl und Gas der große Exportschlager Russlands. Während die
russische Industrie in anderen Sektoren den internationalen Standards
technologisch hinterherhinkt, setzt Moskaus Rüstungsindustrie weltweit immer
noch Maßstäbe. Speziell in Asien, im Nahen Osten und Südamerika sind
Rüstungsgüter "made in Russia" gefragt.
So konnte die russische Waffenlobby nun für 2011 einen weiteren Rekord
vermelden: "Der Export an Rüstungsgütern an ausländische Kunden belief sich auf
über 13 Milliarden US-Dollar", erklärte der Vizechef der Föderalen Agentur für
militärtechnische Zusammenarbeit, Alexander Fomin. Damit sei der Plan
übererfüllt worden, fügte er hinzu.
Heuer soll der Umsatz weiter gesteigert werden: "Die Prognose für 2012
übersteigt den Vorjahreswert und liegt bei über 13,5 Milliarden US-Dollar", so
Fomin. Wichtigster Waffenbruder bleibe Indien, das fast ein Viertel der
Waffenexporte abnehme.
Weitere wichtige Kunden sind China, Venezuela und Vietnam. Auch Nahost ist im
Visier der russischen Waffenhändler. Algerien kauft MiG- und Jak-Flieger, und
erst Ende Jänner hat Moskau mit Syrien trotz internationaler Kritik einen
weiteren Deal abgeschlossen. Nur mit Libyen hat Moskau einen wichtigen Kunden
verloren - die Verluste werden auf vier Milliarden US-Dollar geschätzt.
Neben Kampfflugzeugen à la MiG und Suchoi exportiert Moskau
Raketenabwehrsysteme, Panzer und die bekannten
Kalaschnikow-Gewehre. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)