Labor-Regierung droht das Ende

Überraschender Rücktritt von Außenminister Kevin Rudd - Konservative liegen in den Umfragen vorn

Kevin Rudd hatte am Mittwoch überraschend sein Amt als Außenminister niedergelegt. Als Grund gab er an, Premierministerin Julia Gillard habe ihn nicht in genügendem Ausmaß vor Angriffen in den Medien geschützt. Über Wochen war spekuliert worden, Rudd sei daran, Gillard zu " unterwandern" um wieder die Führung der Laborpartei und der Regierung zu übernehmen. Rudd war im Juni 2010 nach einem parteiinternen Entscheid von seiner damaligen Stellvertreterin abgelöst werden. Seither herrschten zwischen den beiden Spannungen.

Berichten des australischen Senders ABC zufolge soll die Partei am kommenden Montag über Gillards weitere Führung entscheiden. Rudd hatte es am Mittwoch offen gelassen, ob er selbst für das Amt kandidieren werde.

Spekulationen in den australischen Medien zufolge könnte Gillard weiter auf die Unterstützung ihrer Partei zählen. Im Volk ist mit 57 Prozent der Umfragestimmen aber klar Rudd Favorit als Parteichef, während Gillard nur knapp 30 Prozent Befürworter hätte. Wie sich die Laborpartei entscheiden wird, könnte ihr Schicksal als Regierungspartei besiegeln. Labor regiert nur mit Unterstützung der Grünen und einer Handvoll Unabhängiger. Einige dieser Parlamentarier hatten bereits signalisiert, sie würden eine Änderung an der Spitze nicht unterstützen. Und die Konservativen könnten Umfragen zufolge problemlos eine Regierung stellen. Sollte sich Rudd ganz aus der Politik zurückziehen, würde eine Nachwahl nötig werden, die Labor wahrscheinlich die Regierung kosten würde. (DER STANDARD-Printausgabe, 23.02.2012)

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