Kirchen rufen wieder zum Autofasten

22. Februar 2012, 16:44
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Umsteige-Appell der Diözesen mit Bioäpfeln und Preisverlosung - und

Graz/Wien - Mit Beginn der Fastenzeit am heutigen Aschermittwoch wird in Österreich auch wieder autogefastet, so man dem Aufruf der Umweltreferenten der katholischen und der evangelischen Kirche folgt. Bis Karsamstag (7.4.) sollen die Teilnehmer ohne oder mit weniger Autogebrauch auskommen. Im Vorjahr hatten österreichweit rund 9.000 Menschen die Initiative unterstützt, zwei Drittel davon in der Steiermark. Thematischer Schwerpunkt ist heuer "Lärm".

Zum Start am Aschermittwoch gab es in Salzburg, Linz, Innsbruck und Wien für im Stau stehende Pendler Bioäpfel und Folder, die zum Umsteigen einluden. In Graz folgt kommenden Montag (27.2.) eine Podiumsdiskussion "Autofasten - Lärmfasten" im Franziskanerkloster (19.30 Uhr). Initiatorin Hemma Opis-Piber von der Diözese Graz-Seckau hofft auf weiter steigenden Zuspruch - in ihren Augen dringend notwendig angesichts einer schlechten Mobilitätsbilanz: "Die Anzahl der Autos wächst in den meisten Städten stärker als die Bevölkerung. Österreich ist weit entfernt ist von einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik."

Schöpfungsverantwortung

Die 2005 erstmals durchgeführte Mitmach-Aktion, die zum Umsteigen mit guten Argumenten und einer Preisverlosung einlädt, kommt ursprünglich aus Deutschland und verknüpft den Verzicht aufs Auto mit der Schöpfungsverantwortung. Dabei reicht die Palette vom Carsharing bis zum Urlaub mit Öffis und der Propagierung des Fahrrades als Alltagsverkehrsmittel bis zum gemeinsam mit den Kindern absolvierten Fußweg zur Schule.

Anders interpretiert wird das Autofasten von der "Steirischen Pendlerinitiative": Morgen, Donnerstag, wird die erste "Spritpreisbrecher-Trophäe" feierlich an den Betreiber einer Tankstelle in Bruck an der Mur übergeben. In Anbetracht der eklatant steigenden Spritpreise erlitten auf das Auto angewiesene Pendler einen Einkommensverlust, der zu Entbehrungen im täglichen Leben führe, so Pendlerinitiativen-Chef und Christgewerkschafter Franz Gosch. Mit der Aktion will man "Preisinseln" fördern.

63 Prozent der Österreicher wollen während der Fastenzeit übrigens auf gar nichts verzichten, ergab eine aktuelle Umfrage. (APA/red)

  • Dass die Schäfchen ihre Autos öfter einmal stehen lassen, wünschen sich die Kirchen.
    foto: epa/bonhams

    Dass die Schäfchen ihre Autos öfter einmal stehen lassen, wünschen sich die Kirchen.

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