Georgien

Urtümliche Gliedertiere in tiefster Höhle der Erde entdeckt

22. Februar 2012, 16:18

Russisch-spanisches Team fand Springschwänze in der Voronya-Höhle in fast zwei Kilometer Tiefe

Leiden - In Georgien haben Wissenschafter in einer rund zwei Kilometer tiefen Höhle Springschwänze entdeckt. So tief unter der Erde wurden nie zuvor derartige mit den Insekten verwandte Gliedertiere vorgefunden, erklärte das russisch-spanische Team.

Die Biologen identifizierten gleich vier neue Arten in der Krubera-Woronja-Höhle in der Schwarzmeerregion Abchasien. Rafael Jordana und Enrique Baquero von der Universität von Navarra in Pamplona (Spanien) präsentieren die Tiere im Journal "Terrestrial Arthropod Reviews".

Die nun entdeckten Springschwänze zeigen besondere Anpassungen an die dunkle, nährstoffarme Tiefe: So sind sie augenlos und haben einen extrem gut entwickelten chemischen Sinn. Eine der neuen Arten mit dem wissenschaftlichen Namen Plutomurus ortobalaganensis fand sich in einer Tiefe von 1.980 Metern. Damit ist das Tier das am tiefsten lebende Insekt, das bisher bekannt wurde.

Tiefste bekannte Höhle der Erde

Die Krubera-Woronja-Höhle ist mit einer Tiefe von mindestens 2.191 Metern die tiefste bekannte Höhle der Erde. Sie liegt in der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien. Die Forscher hatten die Springschwänze bei einer Expedition im Sommer 2010 entdeckt.

An Land lebende Würmer und Bakterien sind schon aus größeren Tiefen bekannt: In den vergangenen Jahren fanden Forscher im Bohrwasser aus südafrikanischen Goldminen bereits Bakterien und winzige Fadenwürmer in mehr als drei Kilometern Tiefe. In den Meerestiefen leben zahlreiche Tiere in Regionen unter drei Kilometern. (APA, red)

Bodo Steinbrech
00
23.2.2012, 14:57
An Land lebende?? Wirklich?

An Land lebende Würmer und Bakterien sind schon aus größeren Tiefen bekannt: In den vergangenen Jahren fanden Forscher im BohrWASSER aus südafrikanischen Goldminen bereits Bakterien und winzige Fadenwürmer in mehr als drei Kilometern Tiefe. In den MEEREStiefen leben zahlreiche Tiere in Regionen unter drei Kilometern.

Im Wasser ist es (fast) egal wie tief es ist, hauptsach es bleibt flüssig.

solandre
 
00
23.2.2012, 17:47

ich frage mich wie die im festen gestein leben, sich bewegen und sich in ausreichender zahl fortpflanzen. oder leben diese tiere so lange? ich glaube kaum, dass sich dort unten lehm befindet.

JosefGott
02
22.2.2012, 22:13

Damit überleben die Vieherln wohl die Vernichtung des Lebens auf Erdoberfläche mit Leichtigkeit.

helpu
01
22.2.2012, 21:10
Warum "urtümlich"?

Schließlich hat dieses Erfolgsmodell der Evolution bis in "unsere Zeit" überlebt.
Weit länger als jedes Säugetier!

glückliches Sein - unsägliches Haben
00
23.2.2012, 14:27

Exakt. Die Tiere weisen typische Adaptionen für das permanente Leben in Hölen auf. Nur weil eine Art bereits sehr lange existiert, ist sie weder urtümlich noch primitiv.

wzl
00
24.2.2012, 14:41

Wenn diese Viecherln sich mangels Selektionsdruck (geringe Artenvielfalt und ewig gleiche Lebensbedingungen) seit langem so gut wie nicht verändert haben, finde ich "urtümlich" nicht unpassend.

murph
20
22.2.2012, 16:47
naja

eine höhle ist nicht mit einer bohrung oder einem bergwerk vergleichbar. soll heissen, der tiefste punkt der höhle (auf ihren eingang bezogen) hat sicher keine 2000 m gesteinsüberlagerung, da ja das gelände zum schwarzen meer hin abfällt.

lp4ever55
 
02
22.2.2012, 17:02

"Eine im September 2007 beendete Expedition unter Führung Alexander Klimtschuks vergrößerte den erforschten Teil der Höhle auf die Tiefe von 2191 Metern. Bis zur Oberfläche des 13 km entfernten Schwarzen Meeres verbleiben damit noch etwa 60 Meter." - von Wikipedia

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