Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 600x326Geordnete Schöpfung: Versteinerte Korallen, eine Arbeit von Mark Dion, gut getarnt als Fake aus Papiermaché : "Bone Coral (phantom museum)", 2011
Wien - Das Bäckerdutzend sind, weil es auf eine Semmel mehr wohl auch nicht ankommt, eigentlich 13. Trotzdem versammelt die Arbeit "A Baker's Dozen for the Goose Tower" (2010) von Mark Dion nur zwölf Stücke. Keine Semmeln oder Kuchen, sondern museal anmutende Objekte wie Spielzeugpferd, Vase oder Teekanne. Die Draufgabe, könnte man sagen, ist der interpretatorische Freiraum und die Emanzipation von der musealen Idee des Originals. Denn Dion suchte zwölf Objekte aus Museen und Archiven aus, beschrieb sie und bat Künstler, auf dieser Basis neue Objekte zu gestalten. Die Ergebnisse sind ihren Vorlagen bisweilen frappierend ähnlich, manche sehr lustig interpretiert. Entscheidend ist jedoch der lebendige Umgang mit dem Kulturgut.
In der Arbeit des 50-jährigen Amerikaners geht es immer wieder um Ideen der Natur bzw. wie diese von Museen repräsentiert werden: Das Museum als Ort der Hierarchisierung und Klassifizierung der Schöpfung interessiert Dion. Obgleich er zu den Vertretern der institutionellen Kritik zählt, verteufelt er das Museum nicht. Für ihn sind sie vielmehr "Kathedralen der säkularen Welt" und "Zeitkapseln", da ihre Ordnungen bestimmte historische Weltsichten bewahren. Seine Installationen und Ausstellungen ähneln mit ihren Vitrinen, Holzrahmen und dem tannengrünen Anstrich oft angestaubten naturkundlichen Schauräumen. "Wissenschafter haben kein Monopol an der Vorstellung von Natur. Es ist ein von der Kultur geprägtes Reich an Ideen", sagt Dion und sortiert und ordnet nach Herzenslust, garniert mit Ironie, Humor und allerlei Metaphern für seine Idee eines besseren, weil repräsentativeren, verantwortlicheren Museums.
Es ist lustvoll wie die Arrangements der Wunderkammern, die im 18. Jahrhundert von Museen mit wissenschaftlichen Ordnungskriterien abgelöst wurden. Diesen Übergang zeichnet auch seine Ausstellung in der Galerie Kargl nach: Neben den Vitrinchen mit riesigen Fantasiekäfern und den Museumsgläsern mit versteinerten Korallen (ein Fake aus Papiermaschee) hat er in "Octogon Cabinet for Confectionary Wonders" (gemeinsam mit Dana Sherwood) neben ausgestopften Tieren und Muscheln ein extravagantes Mini-Kabinett eingerichtet: Ein Götterspeis-Paradies (buntes Kunstharz in Kristallgläsern) für tote Schmetterlinge und Flügeltiere - für ein Leben nach der Vanitas.
Der Tod wird in den Vitrinen der naturkundlichen Museen weitgehend ignoriert: Die Vögel sitzen wie lebendig auf Baumattrappen, die Äffchen scheinen im Sprung auf den nächsten Ast eingefroren. Dem setzt Dion seine schwarzen Bäume mit den geteerten Tieren entgegen, die an den Baum der Gehängten erinnern. Ein gespenstisches Szenario, das an die kritischen Aspekte in Dions Arbeit erinnert. Mahnend, selbst wenn sie sich mit einem Schmunzeln mischen: In der Zeichnung "Death of a Giant" (2011) zeigt er einen Querschnitt durch einen uralten Baum. In den Jahresringen hat Dion den Anfang beim Mord an Julius Cäsar gesetzt, dazwischen etwa Swifts "Gullivers Reisen" oder Mary Shelleys "Frankenstein" markiert. Am Ende steht: "Gefällt für einen Picknick Tisch". (Anne Katrin Feßler / DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)
Bis 10. 3., Galerie Georg Kargl, Schleifmühlgasse 5, 1040 Wien
Ohne Umwege hat der neueste Werkzyklus von Gunter Damisch vom Atelier in eine museale Schau gefunden: Die Ausstellung "Micro Macro" in der Albertina reicht vom Damisch-Alphabet bis zu Collagen, die Quellenmaterialien seines Weltbildes integrieren
Shoah und Schicksale in Bilderform - Exponate von USA über Frankreich bis Österreich - Bis 5. Oktober im Universitätsmuseum Graz
Der romantisierte Blick auf die Natur hält sich: Daher durchkreuzt Michael Goldgruber Bilder des Erhabenen in der Ausstellung "Festland"
War auf documenta in Kassel und auf Biennale in Venedig vertreten
355 PS starkes Auto erwies sich ungeeignet für den Transport von Kunstobjekten und soll im Juli verkauft werden
Als Schatzkammer der Satirezeichnung präsentiert sich das Wilhelm-Busch-Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover - nicht nur seiner ständigen Schausammlung wegen
Paulina Olowska mit der "Pavilionesque" in der Kunsthalle Basel
Millionenschaden durch auf Gemälde der russischen Avantgarde spezialisierte Bande
Die bis Sonntag laufende Art Basel wurde noch einmal größer. Und die Wellblechhütten vor der Messehalle störten nicht: Kunst sorgte wieder für gigantische Umsätze
Ausstellung im Salzburger im Museum der Moderne
Am Mittwoch wird der neue Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel eröffnet. Endlich mal wieder ein Stück Architektur in Kärnten, das Rumba und Samba tanzt
Künftig sind alle Ausstellungen gratis - Und die Performanceserie "ephemeropteræ" beginnt kommenden Freitag bereits am Nachmittag mit Livemusik
Das Museum Liaunig erweitert sich und widmet auch seine aktuelle Ausstellung den Vorstellungen von Raum
Die Stadtbehörden haben den Stararchitekten gebeten, das Großprojekt wieder aufzunehmen
Federn aus Peru, Seidensamt aus Italien, Baumwolle aus Laos: Alte Textilien erzählen im Grazer Kunstverein von Produktion und Reproduktion - Künstler der Gegenwart antworten darauf
Nach dem Erfolg der Art Basel in Hongkong hat die bedeutendste Messe für Gegenwartskunst auch in Basel Asien-Schwerpunkt - Sieben österreichische Galerien dabei
Unter dem Titel "The Restaurant" ist in der Galerie Kargl der letzte Teil der Trilogie "The Hotel" des niederländischen Künstlers Marcel van Eeden zu sehen
Retrospektive zum Werk von Johann Baptist Reiter in Linzer Stadt- und Schlossmuseum
Arbeiten von Nilbar Güres in der Galerie Martin Janda - Es sind Stereotype, Rollenbilder und Traditionen patriarchaler Gesellschaftssysteme, die Güres zum Thema ihrer Kunst macht
Nach vierjährigem Umbau wurde die Städtische Galerie im Lenbachhaus München wiedereröffnet. Um 59,4 Millionen Euro wurde sie vom britischen Architekten Lord Norman Foster saniert und erweitert
Die Berliner Akademie der Künste ehrt ihr Mitglied Gustav Peichl mit dem schönen Band "Die Zeichnung ist die Sprache der Architekten"
Preisverleihung im September im Rahmen einer Gruppenausstellung im 21er Haus
Umfangreiche Werkschau des experimentierfreudigen sowjetischen Fotografen Alexander Rodtschenko in Wien - Mit Ansichtssache
Arbeiten des Medienkünstlers und Biennale-Teilnehmers für die Neue Galerie des Joanneum gesichert
Trotz musikalischer und moralischer Unterstützung durch Freunde sah der Gelatin'sche Skulpturenabbau auch nach Schwerarbeit aus
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.