Bund und Land Niederösterreich sichern dem Institute of Science and Technology Austria (Ista) mehr als eine Milliarde Euro zu - Rektorenchef Schmidinger "versteht die ganze Aktion nicht" - ÖAW und ÖH auch auch nicht
Klosterneuburg/Wien - Eine Milliarde Euro fix mit der Option, ein Drittel
zusätzlich zu bekommen: Wie der Standard bereits am Montag berichtete, bekam das
Institute for Science and Technology Austria (Ista) am Mittwoch tatsächlich eine
langfristige Förderzusage von rund 1,4 Milliarden Euro für die Jahre 2017 bis
2026.
Der Bund stellt dem im Jahr 2006 gegründeten Grundlagenforschungsinstitut
maximal 990 Millionen Euro zur Verfügung - pro Jahr im Schnitt 65,8 Millionen,
dazu kommen maximal 16,6 Millionen pro Jahr "bei erfolgreicher
Drittmitteleinwerbung" und maximal 16,6 Millionen jährlich, die an
"forschungsimmanente Kriterien gebunden sind" . Das seien etwa die Zahl der
Publikationen, erklärte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle.
Der Bundesbeitrag entspricht also exakt den 990 Millionen Euro, die die
Regierung als "Hochschulmilliarde" für die Unis und Fachhochschulen für 2013 bis
2015 verkauft hat (darunter allerdings nur 750 Millionen Euro " frisches Geld",
240 Millionen wurden bereits im Oktober 2010 zugesagt).
Für das Land Niederösterreich sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) 368
Millionen Euro für die Zehnjahresperiode zu.
Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP), die auch nach Klosterneuburg gereist
war, um eine entsprechende Vereinbarung persönlich zu unterschreiben, sieht in
der langfristigen Ista-Förderung ein " sichtbares Zeichen" dafür, dass die
Regierung trotz Sparpakets auch in die Zukunft investiere.Ista-Präsident Thomas
Henzinger freute sich, dass " wieder Planungssicherung hergestellt wurde". Ein
Aspekt, den auch Töchterle betonte. Kritik seitens Unis, ÖH und Akademie der
Wissenschaften (ÖAW), die eine "ungerechtfertigte Bevorzugung" sehen, wies er
als "kleinliche Gegenrechnung" zurück, das sei "unvergleichbar". Ist es nicht,
konterte der Präsident der Universitätenkonferenz, Heinrich Schmidinger. "Ich
verstehe die ganze Aktion nicht", sagt der Rektor der Uni Salzburg im Standard-Gespräch. Er werde sicher "keine Neiddebatte" führen, aber das
Argument der Planungssicherheit gelte natürlich auch für Unis. "Ich verstehe
nicht, warum man diese Zusage jetzt macht und sagt, es ist schon so viel
investiert worden, jetzt muss mehr Geld rein. Es hat sich ja auch ganz gut
entwickelt. Da ist schon zu fragen, warum man befürchtet, dass das Ista ohne
diese langfristige Förderzusage geschlossen werden könnte - das tut ja ohnedies
keiner." (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)