Finanzierung

Fekters Forschungsmission in Klosterneuburg

22. Februar 2012, 21:58
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    foto: apa/pfarrhofer

    Ista-Präsident Thomas A. Henzinger (re.) und Ista-Kuratoriumsvorsitzender Claus Raidl (li.) freuen sich, Maria Fekter, Karlheinz Töchterle und Erwin Pröll unterschreiben und zahlen.

Bund und Land Niederösterreich sichern dem Institute of Science and Technology Austria (Ista) mehr als eine Milliarde Euro zu - Rektorenchef Schmidinger "versteht die ganze Aktion nicht" - ÖAW und ÖH auch auch nicht

Klosterneuburg/Wien - Eine Milliarde Euro fix mit der Option, ein Drittel zusätzlich zu bekommen: Wie der Standard bereits am Montag berichtete, bekam das Institute for Science and Technology Austria (Ista) am Mittwoch tatsächlich eine langfristige Förderzusage von rund 1,4 Milliarden Euro für die Jahre 2017 bis 2026.

Der Bund stellt dem im Jahr 2006 gegründeten Grundlagenforschungsinstitut maximal 990 Millionen Euro zur Verfügung - pro Jahr im Schnitt 65,8 Millionen, dazu kommen maximal 16,6 Millionen pro Jahr "bei erfolgreicher Drittmitteleinwerbung" und maximal 16,6 Millionen jährlich, die an "forschungsimmanente Kriterien gebunden sind" . Das seien etwa die Zahl der Publikationen, erklärte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle.

Der Bundesbeitrag entspricht also exakt den 990 Millionen Euro, die die Regierung als "Hochschulmilliarde" für die Unis und Fachhochschulen für 2013 bis 2015 verkauft hat (darunter allerdings nur 750 Millionen Euro " frisches Geld", 240 Millionen wurden bereits im Oktober 2010 zugesagt).

Für das Land Niederösterreich sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) 368 Millionen Euro für die Zehnjahresperiode zu.

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP), die auch nach Klosterneuburg gereist war, um eine entsprechende Vereinbarung persönlich zu unterschreiben, sieht in der langfristigen Ista-Förderung ein " sichtbares Zeichen" dafür, dass die Regierung trotz Sparpakets auch in die Zukunft investiere.Ista-Präsident Thomas Henzinger freute sich, dass " wieder Planungssicherung hergestellt wurde". Ein Aspekt, den auch Töchterle betonte. Kritik seitens Unis, ÖH und Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die eine "ungerechtfertigte Bevorzugung" sehen, wies er als "kleinliche Gegenrechnung" zurück, das sei "unvergleichbar". Ist es nicht, konterte der Präsident der Universitätenkonferenz, Heinrich Schmidinger. "Ich verstehe die ganze Aktion nicht", sagt der Rektor der Uni Salzburg im Standard-Gespräch. Er werde sicher "keine Neiddebatte" führen, aber das Argument der Planungssicherheit gelte natürlich auch für Unis. "Ich verstehe nicht, warum man diese Zusage jetzt macht und sagt, es ist schon so viel investiert worden, jetzt muss mehr Geld rein. Es hat sich ja auch ganz gut entwickelt. Da ist schon zu fragen, warum man befürchtet, dass das Ista ohne diese langfristige Förderzusage geschlossen werden könnte - das tut ja ohnedies keiner."  (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
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MartinB
03
24.2.2012, 09:32
Ich vermute die Sicht der Politik ist:

Das ISTA soll ja gut aussehen, und gute Leute anwerben und Wissenschaft auf internationalem Niveau machen. Dass das alles Geld kostet (und gut geplant sein will) ist klar.

Die Unis sind nicht dafuer da gute Wissenschaft zu machen, oder gute Leute anzuwerben (sie tuns teilweise trotzdem). Nicht mal um Studierende gut (aus-)zu-bilden. Die Unis sind als Auffangbecken da fuer alle die nicht in die FHs reinkommen.

Zumindest ist das der Schluss zu dem ich komme wenn ich mir die Bildungs/Wissenschaftspolitik der letzten Jahre ansehe.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
01
24.2.2012, 23:32

Das sehe ich langsam auch so. Bzw. will man die Unis aus Tradition oder Feigheit so gerade noch am Leben erhalten.

Wenn die Einheit von Forschung und Lehre nichts mehr wert ist, und man nicht mehr meint, dass das besondere Effekte bringt, dann soll man doch sagen, dass Konzept Universität wo alles was Wissen betrifft vereint ist, ist überholt, löscht die Staatlichen Universitäten alle aus, und macht nur noch Ausbildungs- und Forschungsanstalten.

Wenn man dagegen der Meinung ist, Einheit von Forschung und Lehre bringt was, dann auch bitte neue Institutionen nach diesem Prinzip aufbauen!

Michael Colinas
02
23.2.2012, 22:36
Tango korrupti! ...

wos ma hobn, des haumma ....
Pröllistan lässt schön grüßen!

Nummer6371
03
23.2.2012, 22:02

Na wenn da nicht mal Gegengeschäfte im Hintergrund stattfinden bei denen sich die Firma des ein oder anderen Politikers ihren Jahresgewinn vervielfacht oder aus den roten Zahlen rauskommt.

Es darf ruhig die Unschuldsvermutung gelten, schuldig gesprochen werden die in Österreich eh nicht.

pixies
06
23.2.2012, 16:21
pröllistan wie es leibt und lebt

das ist wohl ein nachfaschingsscherz. die unis haben eh kein geld für lehre/forschung, die infrastruktur zerbröselt im wahrsten sinn des wortes und dann wird das wenige von diesen ahnungslosen der sogenannten "exzellenz" in den rachen geworfen.

mir ist grad wieder mal speiübel...danke

Quasselmodo
04
23.2.2012, 15:55
Der Fasching ist zwar schon vorbei,

aber die Sache ähnelt trotzdem stark einem Narrenstück aus Maria Gugging.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
01
23.2.2012, 15:35

Da hat halt wer die richtigen Beziehungen und wer anderer die falschen. Typisch Österreich halt.

Der Chronist
03
23.2.2012, 14:46
Ist doch ganz klar:

Die staatlichen Universitäten sollen zugesperrt werden. Es soll nur mehr die Kloburger Partie geben, der Rest wird privatisiert.

Akademische Titel werden in der Privatwirtschaft ohnehin nicht gebraucht. Sie dienen dann nur mehr den Bonzen als Ordensspange.

Lines Peanut
04
23.2.2012, 14:18

auf bundesebene die nächste wahlschlappe antizipierend, wird noch schnell bundesvermögen anstandslos övp und günstlingen zugeschoben

Makro 24/7
05
23.2.2012, 14:03

Für Fekter wäre ein Grundkurs in WiWi nötig. Stichwort: Finance

Pröll: abschaffen.

systemfehler1
03
23.2.2012, 13:32
So paßt´s für die Konservativen!

Chapeau!
Zuerst privatisier´ma die Unis, um den teuersten dann neben dem Exzellenztitel auch noch sämtliche Subventionen hinten hineinzuschieben.
Perfekt.
Ein Sittenbild.
Wen wundert´s, dass Meister Proper im absolutistisch regierten NÖ da den Vorreiter macht.
Aja, und damit´s net fad wird, werden nebstbei auch noch ein bisserl Studiengebühren eingehoben.
Oder net.
Oder doch?
Oder doch doch?
Trottelhaufen.

krendl
03
23.2.2012, 12:36
Tja, wenn da Onkel Pepi mit der Tante Mitzi ...

dann is natürlich immer ein bissl ein Gerschtl in Reserve da.

erkelteter tiger
010
23.2.2012, 12:08
gratulation, offene parteibuch-förderung auch in der wissenschaft

und töchterle ist wohl einfach nur ein hilfloses würschtl

Tox in
03
23.2.2012, 11:41
Fekter und Töchterle...

..damische Duo, herrlich beide die keine Ahnung haben wie, was, warum usw, aber solche Entscheidungen treffen. Schämt euch ihr seit es nict mal wert was zu schreiben (ironisch ich schreibs trotzdem *g*)

Hermine Berg
 
08
23.2.2012, 10:48
leute, wann werdet's es endlich kapieren

dass in oesterreich der erwin, und nur der erwin, entscheidet, was gute forschung ist und was nicht.

waer' ja noch schoener, wenn da jeder daherglaufene professor was kriegen taet. in gugging ist elite, dort geht das geld hin und basta.

Medicus58
03
23.2.2012, 09:44
Schwarz-Geld für I.S.T. Austria: wenigstens zahlen die Väter Alimente

Was mich darüber hinaus ärgert, ist die immer stärker um sich greifende Unsitte der aktuellen Politik, finanzielle Zusagen weit über ihre eigene Legislaturperiode einzuzementieren (15a Vereinbarung), also auf die Nachfolger auszulagern. Während man sich selbst im Blitzgewitter sonnt, tragen die anderen die Kosten dafür.

Darf man das schon Korruption nennen, oder gilt dafür noch die Unschuldsvermutung.

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=52689

http://zeichnemit.at/
02
23.2.2012, 08:29
Quantität statt Qualität

"..."forschungsimmanente Kriterien gebunden sind" . Das seien etwa die Zahl der Publikationen,..."

Informatiker
 
02
23.2.2012, 03:45
Ist schon praktisch, dass Mikl-Leitner in Klosterneuburg wohnt.

Übrigens wollte Mikl-Leitner damals die Absiedlung der Neurologie/Psychiatrie von Klosterneuburg-Gugging nach Tulln verhindern - wo wäre da jetzt das Institut für Wissenschaft und Technik-Österreich (IST-Austria), das sich ja vergeblich als Standort für das entsprechende EU-Institut bemüht hat.

Pia
013
22.2.2012, 22:30

Diese Fekter - anstatt sich an ihre überbordenden Defizite ernsthaft heranzumachen, verteilt sie überproportionale Fördermittel! Das ist ja unerhört!

(PS: Diese Person ist höchst gefährlich und machtmissbräuchlich unterwegs. Da darf man keinerlei geringe Kritik üben, sonst hetzt sie einem umgehend die BP (Betriebsprüfung) an den Hals. Kenne da ein ganz konkretes und praktisches Beispiel dazu!)

gab86
03
23.2.2012, 11:00
mehr geld für sinnvolle Forschung

Bitte investierts in anwendungsmögliche Projekte in der Energiewirtschaft/Elektrotechnik/Biotechnologie/Umwelttechnik/Bauwirtschaft/Agrarwissenschaften. Die Probleme der Jetztzeit sind Ernährung, Abfall und Energie. Die ewige Selbstlobung bezüglich erneuerbarer Energie von über 50% des Gesamtverbrauchs ist alt und stinkt. Unsere Wasserkraftwerke stehen schon seit einigen Jahrzenten und wir können von Glück sprechen, dass wir durch unsere Landschaft solch ein Privileg haben. Neue Kohlekraftwerke sind kein Zeichen für eine nachhaltige Zukunft. Wenn weiterhin so viele neue Häuser mit Gärten und die Straßen dorthin gebaut werden, haben wir in zukunft keinen Platz mehr um Landwirtschaft zu betreiben.

josef penninger
121
22.2.2012, 20:00

dass man geld in die forschung investiert, ist sehr gut. gratulation ans ISTA, dass sich gut entwickelt hat. erstaunlich ist, wie und aus welchen gruenden in oesterreich gelder verteilt werden. die akademie der wissenschaften, welche etliche institute hat, die wissenschaftlich ganz klar ueber ISTA zu stellen sind, und universitaeten mit teilweise exzellenten forschern, die keine grants mehr bekommen und sicher auf dem niveau von ISTA sind, werden ausgehungert und gegeneinander ausgespielt, waehrend bestimmte player im hintergrund singulaere entscheidungen treffen - anstelle wirkliche reformen zu machen, die fuer ALLE wirken.

na_bravo
06
22.2.2012, 19:19
Nachdem

12 Jahre ÖVP-Wissenschaftsminister ein beispielloses organisatorisches (Zulassungsbedingungen, Studiengebühren, ..) und finanzielles Chaos an den öffentlichen Unis angerichtet haben, ist die ÖVP wahltechnisch bei dieser Wählergruppe im einstelligen Prozentbereich angelangt (siehe Wiener Gemeinderatswahl). Scheinbar wird diese Bevölkerungsgruppe als Wählerreservoir komplett aufgegeben (sollen die halt blechen, damit in Gugging tolle Stipendien ausgeschüttet werden können). Mit den ISTA Aktivitäten sichert man sich halt zumindest die bäuerlich-ländliche Restkernwählerschicht.

Eric der coole
20
22.2.2012, 18:07
bäh

für die G'stopften und deren nachwuchs is immer jede Menge Geld da (obwohl es die selber hätten) nur für den hackler und die da unten nie was - die dürfen das blechen...skandalös

Crake
 
03
22.2.2012, 18:17

sry, aber das IST ist sicher keine teure privat-uni für gstopfte kinder, sondern österreichs zweifelhafter versuch eine spitzenuni a la eth zu installieren.

Eric der coole
14
22.2.2012, 18:23
umso bedenklicher

warum gibt man das geld nicht den bestehenden unis? warum muss man dort hohe studiengebühren zahlen, die sich der durchschnittsbürger neimals leisten kann? Wenn ich eine ETH haben will, gehe ich gleich in die schweiz, nicht ins das dumpfe nö studienfeindliche Klima, wo alles nach der VP tanzen muss, die vertrauensvoll in die Vergangenheit schaut

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