Verhandlung gegen steirische Neonazis zweigeteilt

22. Februar 2012, 14:45
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Ab 12. März wird nur Körperverletzung verhandelt - Verfahren wegen Delikten nach dem Verbotsgesetz erst im Mai

Graz - Der langerwartete Prozess gegen eine der rechtsextremen Szene zugerechneten Gruppe am Grazer Straflandesgericht wurde nun zweigeteilt. Ab 12. März stehen acht der zehn Verdächtigen vor einem Einzelrichter, dabei geht es um Verstöße wie Körperverletzung. Alles, was mit einer Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinn zu tun hat und alle zehn Beschuldigte betrifft, wird erst im Mai verhandelt, erklärte Gerichtssprecherin Sandra Berzkovitcs am Mittwoch auf APA-Anfrage.

Die zehn Angeklagten sind in erster Linie jüngere Männer, aber einige altbekannte Gesichter finden sich auch darunter. Acht aus der Gruppe müssen sich von 12. bis voraussichtlich 30. März vor Gericht rechtfertigen. Sie sollen in einem Lokal in Graz etliche Personen schwer verletzt haben. Dass sie dabei auch Nazi-Parolen grölten, wird allerdings erst Teil der zweiten Verhandlungsrunde sein.

Im Mai müssen dann alle zehn Angeklagten vor einem Geschworenengericht erscheinen. Dabei geht es dann unter anderem um das Verteilen von Aufklebern mit der Aufschrift "Freiheit für Honsik". Gerd Honsik, hartnäckiger Holocaust-Leugner, wurde zuletzt 2010 nach dem NS-Verbotsgesetz verurteilt. Unter den Beschuldigten befindet sich auch der Oststeirer Franz Radl, der auch mit nazifreundlichen Texten im Internet in Verbindung gebracht worden ist. Ein genauer Termin für diese Verhandlungsrunde noch nicht bekannt. (APA)

 

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