Partnerschaft

Peugeot verhandelt mit General Motors

22. Februar 2012, 13:37

Der französische Autobauer steckt seit Monaten tief in der Krise, händeringend suchen die Franzosen nach einem Partner

Paris  - Der zweitgrößte europäische Autokonzern PSA Peugeot Citroen steckt tief in der Krise. Händeringend suchen die Franzosen nach einem Partner. Im Gespräch ist nun kein geringerer als die weltweite Nummer eins. Der angeschlagene französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen verhandelt mit dem US-Konkurrenten General Motors (GM) über eine strategische Partnerschaft. PSA-Chef Philippe Varin habe ihn über entsprechende Gespräche informiert, sagte Frankreichs Arbeitsminister Xavier Bertrand am Mittwoch dem Radiosender Europe 1. Zuvor hatte bereits das Wirtschaftsnachrichtenportal "La Tribune" über "fortgeschrittene Diskussionen" mit dem Opel-Mutterkonzern GM berichtet. Sie sollen bereist seit Monaten laufen.

PSA selbst wollte sich am Mittwoch zunächst nicht detailliert zu den Verhandlungen äußern. Im Rahmen der Globalisierungsstrategie prüfe man Kooperations- und Allianzprojekte, hieß es in einer knappen Stellungnahme. "Die Diskussionen sind im Gange, und es gibt keinerlei Sicherheit, dass sie zu einem Ergebnis führen."

Die PSA-Aktien legten bis zum Mittag um rund 16 Prozent zu. Der größte französische Autobauer steckt seit Monaten tief in der Krise. Während Konkurrenten wie Volkswagen und Renault neue Absatzrekorde feiern, musste die Nummer zwei in Europa zuletzt eine Hiobsbotschaft nach der nächsten verkünden.

Nach den jüngst veröffentlichten Bilanzzahlen verbuchte die Autosparte im vergangenen Jahr einen Verlust von 92 Mio. Euro - nach einem Gewinn von 621 Mio. Euro im Vorjahr. Zuvor hatte die Konzernspitze bereits einen Rückgang des Absatzes auf 3,55 Millionen Fahrzeuge angekündigt. Ein drastisches Sparprogramm soll allein in diesem Jahr rund 6.000 Menschen in Europa den Job kosten.

Kein Allianzpartner

Branchenexperten halten auch das Fehlen eines großen Partners für eine Ursache der Misere. Als einziger europäischer Autoriese mit Komplettprogramm hat PSA bisher keinen Allianzpartner, sondern nur Kooperationen mit Herstellern wie BMW, Ford und Mitsubishi. Zuletzt hatte es wiederholt Spekulationen über die Notwendigkeit einer echten Partnerschaft nach dem Vorbild Renault-Nissan oder VW und Suzuki gegeben. "Wir sind bereit (...), aber es muss der richtige Partner gefunden werden", hatte der neue Markenchef Frederic Saint-Geours im Jänner gesagt. Italienische Medien hatten zuvor über eine möglicherweise bevorstehende Allianz zwischen PSA Peugeot Citroen und Fiat berichtet.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors gilt als geeigneter Partner, da er international wesentlich besser aufgestellt ist als PSA. Dank starker Verkäufe auf dem Heimatmarkt sowie im boomenden China fuhr er im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 7,6 Mrd. Dollar ein. Nach Stückzahlen sind die Amerikaner die Nummer eins der Branche noch vor Europas Nummer eins Volkswagen.

Sollten sich PSA und General Motors einigen, könnte die Zusammenarbeit bereits in der ersten März-Woche auf dem Automobilsalon in Genf bekanntgegeben werden, schrieb "La Tribune". Wie sie genau aussehen könnte, ist allerdings unklar. Aus Branchenkreisen heißt es, die Zusammenarbeit solle nicht in eine Übernahme, welcher Art auch immer, münden. Beide Unternehmen blieben selbstständig und für ihre Produktionsanlagen eigenverantwortlich. "La Tribune" berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, die Kooperationspläne zielten nicht nur auf eine punktuelle Zusammenarbeit ab.(APA)

blauwal
 
00
23.2.2012, 01:58
gm

hat denen das kostspielige abenteuer mit fiat nicht gereicht ?? wieviele milliarden euros sind da in den sand gesetzt worden ?? aber die chancen für psa stehen nicht schlecht. wird-werden sich schon ein paar geltungssüchtige manager finden lassen, die das alles für eine ganz tolle idee halten.

oli k
00
23.2.2012, 00:57

PSA tief in der Krise?

Soll der universalis mal ein 10er Paket Peugeots bestellen, dann läuft doch der Laden der Feingeister wieder.

Keli Orange
 
00
22.2.2012, 21:44

Fiat? GM?? Warum nicht gleich 'was G'scheites? Toyota, Hyundai, VW, etc. Das wäre qualitativ wenigstens zumindest gleichwertig ...

gas karl
12
22.2.2012, 15:29
Da stützen sich die Einbeinigen schon gegenseitig...

Clemo
00
22.2.2012, 23:16

Nachdem GM die Altlast der nicht mehr am Markt zu verdienenden Pensionen losgeworden ist (und die Uraltfabriken etc), ist GM sicher nicht mehr einbeinig.

Bitte Ich Weiß Was
11
22.2.2012, 15:19
Genau: Peugeot und Citroen sollen weltweit Opel-Entwicklungen verkaufen dürfen

genau wie Chevrolet (mit Captiva, Aveo, Cruze und Orlando) oder Buick in den USA(Astra, Insignia und der neue Mokka) . . . nur Opel selbst darf weiterhin nicht weltweit verkaufen ;-)

Das wird bestimmt toll! Und dann Opel zusperren, weil immer im Verlust!

uni versalis
01
24.2.2012, 11:43
innerhalb des gm-konzerns

sind entwicklungen schon immer nicht nur in eine richtung, sondern in alle richtungen gegangen. und die dieseltechnik hat man sich von fiat geholt, weil das opel hier in europa verschlafen hatte.

opel als innovationsquelle? eher nicht. da hat psa in den letzten 1-2 jahrhzehnten einiges mehr anzubieten.

zitronen_bob
00
22.2.2012, 18:20

Captiva und Aveo stammen aber schon eindeutig von Daewoo aus Südkorea ...

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