Studie zur Schülergesundheit

Stöger: "Schüler sind keine kettenrauchenden Komasäufer"

22. Februar 2012, 14:08
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    Mit 15 Jahren rauchen 20 Prozent, mit 17 Jahren etwa ein Drittel täglich.

Lebensstil-Aspekte sind stark von Familie und Schule abhängig - Raucheranteil unter Jugendlichen ist trotz positiven Trends hoch

Wien  - Nur 37 Prozent der österreichischen Schüler im Alter von elf bis 17 Jahren geben an, eine ausgezeichnete Gesundheit aufzuweisen. 17 Prozent haben Einschlafstörungen, ein Viertel raucht, 25 Prozent konsumieren mindestens einmal wöchentlich Alkohol. Das ist das Österreich-Ergebnis der aktuellen WHO-HBSC-Studie (2010) zur Kinder- und Jugendgesundheit. Allfälliges Risikoverhalten ist zu einem Gutteil von den Rahmenbedingungen in Familie und Schule abhängig, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien.

Im Rahmen dieses "Gesundheits-Pisa-Tests" wurden in 43 europäischen Staaten und den USA insgesamt rund 250.000 Schüler zu den verschiedenen Aspekten von Gesundheit und Lebensstil befragt. In Österreich waren es rund 6.500 Probanden in der Gruppe der Elf-, 13-, 15- und 17-Jährigen.

Lebenszufriedenheit sinkt

Wolfgang Dür vom Ludwig Boltzmann Institut für Gesundheitsförderung in Wien zu den Hauptergebnissen: "Unter den Elfjährigen geben 49,6 Prozent der Buben und 47,2 Prozent der Mädchen an, sie hätten einen ausgezeichneten Gesundheitszustand. Bei den 17-Jährigen sind es 40,1 Prozent der Burschen und 20,3 Prozent bei den Mädchen. Bei den Mädchen geht das dramatisch zurück. (...) Offenkundig werden die Lebensverhältnisse für die jungen Menschen schwieriger." Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit liegt bei 7,53 auf einer Skala von Null (sehr niedrig) bis zehn (sehr hoch). Sie hat in den vergangenen Jahren abgenommen.

"Positiv auffällig ist, dass - entgegen allen Klischees - die österreichischen Schüler keine kettenrauchenden Komasäufer sind. Sie rauchen und trinken (im Vergleich zu Studienwiederholungen zwischen 1986 und 2010, Anm.) weniger, wenn auch auf hohem Niveau", sagte Gesundheitsminister Alois Stöger.

Rauchen und Alkohol

Der Gesundheitssoziologe über die häufigsten Beschwerden bzw. Risikofaktoren: "17,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler können nur schlecht einschlafen. 14,4 Prozent haben Kopfschmerzen, 14,2 Prozent sind gereizt. Wir sind in Österreich, was das Rauchen anbelangt, in einer absoluten Spitzenposition. Mit 13 ist der Raucheranteil noch minimal, mit 15 rauchen 20 Prozent, mit 17 Jahren etwa ein Drittel täglich."

Hier gab es aber in den vergangenen Jahren einen positiven Trend. 1998 erreichte der Raucheranteil bei den Elf- bis 15-Jährigen einen Rekordwert von 24,75 Prozent, der bis 2010 auf 18 Prozent sank. Mädchen rauchen laut Studie häufiger. In der aktuellen Studie gab ein Viertel aller Befragten (11-17 Jahre) an zu rauchen, ebenso viele trinken in dieser Alterstruppe mindestens einmal wöchentlich Alkohol. Bei den 17-Jährigen sind es 60,4 Prozent.

1994 tranken 25,6 Prozent der Burschen im Alter zwischen elf und 15 Jahren wöchentlich Alkohol (12,3 Prozent der Mädchen), 2010 waren es 16,9 Prozent der Burschen und 12,1 Prozent der Mädchen.

Wenig Bewegung

Negativ: Während sich Kinder mit elf Jahren an rund fünf Tagen in der Woche und damit ausreichend bewegen, sind es mit 17 bei den Burschen nur noch 3,5 Tage, bei den Mädchen 2,5 Tage, an denen sie körperlich eine Stunde aktiv sind. Dür: "Kinder und Jugendliche sind praktisch 24 Stunden sitzend oder liegend unterwegs." - Sitzend in der Schule und bei den Hausaufgaben, dann vor dem Computer und schließlich liegend vor dem TV-Gerät.

Viele fühlen sich zu dick

Nur knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen geben an, über "ungefähr das richtige Gewicht" zu verfügen; rund 37 Prozent fühlen sich zu dick. Gut die Hälfte der Schüler essen nicht täglich Obst oder Gemüse. Umgekehrt konsumieren 39 Prozent der Mädchen und Burschen täglich entweder Süßigkeiten oder süße Limonaden oder beides.

Alle diese Lebensstilaspekte sind stark vom sozialen und schulischen Umfeld abhängig. Der Soziologe: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder nicht rauchen, ist doppelt so hoch, wenn sie eine eine gute Beziehung zu Vater oder Mutter haben." Positive Schulerfahrungen haben hier sogar einen dreifach höheren Effekt.

Gesundheitsminister Stöger betonte, dass man jetzt daran gehe, die ersten Maßnahmen aus dem von ihm ins Leben gerufenen Kinder-Gesundheitsdialog umzusetzen beginne. Es gebe bereits eine Leitlinie für Schulküchen, man müsse auch für mehr Bewegungsprogramme sorgen. "Ärgerlich" sei, wenn Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren noch immer Zugang zu Alkohol und/oder Zigaretten hätten. Da finde offenbar auch noch in den Familien statt. (APA)

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Befreier von Butter und Eier
00

Eher "Komasäufer die Kettenrauchend" sind.

sicha net
00
23.2.2012, 20:01

Da hat der Hr. Gesundheitsminister aber recht. Das mit dem ähh "komasaufender Kettenraucher" oder "kettenrauchenden Komasäufer" kam erst beim Bundesheer...

Zitronenbaum
00
23.2.2012, 14:01

2012 eine Studie aus 2010 veröffentlichen - hat man da noch Worte? Macht lieber mal eine neue Studie!

utarefson
11
23.2.2012, 12:31
Und es grüßen die Dilettanten!

Na, sie wissen nicht wer das ist? Früher hieß es: Wer nichts kann, geht zur Post oder zur Bahn! Heute studieren diese Leute dank ihrer Entbildung bis zum Ende der Schulpflicht offenbar alle erfolgreich Soziologie! Nach eingehendem kurzem und vor allem politisch korrektem Studium, liefern diese Chefdilettanten des Sozialforschgungskabarett in höchstbezahlten Auftragsstudien, die offenbar den Betroffenen deutlich mehr als Arbeitslosenentgelt und Notstandshilfe bringen, am laufenden Band Sensationsergebnisse. Blöd nur, dass masterlose und magisterfreie Menschen, jeden Tag eh selbst sehen können, dass das rauch und Trinkverhalten milieuabhängig ist. No. na!

jcMaxwell
10
23.2.2012, 12:50

aso?
und in welchem milieu kommt es zu erhöhtem rauch- und trinkverhalten?

Angelika70
00
29.2.2012, 11:15

Unterschicht säuft und raucht, Oberschicht zieht Koks.

utarefson
10
23.2.2012, 13:25
Fragen sie doch die Sozialforschungsdilettanten!

Oder machen Sie selbst die Augen auf!

utarefson
11
23.2.2012, 10:49
Was will denn der Surrogatminister Stöger schon wieder mit Gesundheit?

Der Bonzenkasperl aus OÖ kann traut sich als Gesundheitsminister nicht einmal gegen das Rauchen in öffentlichen Räumen etwas konkretes unternehmen!

ManfredZsak - occupied the Wirtshaus
04
23.2.2012, 08:55

Stöger: "Schüler sind keine kettenrauchenden Komasäufer"

Nein, sie sind komasaufende Kettenraucher !!

sound and vision
00
23.2.2012, 12:57

...und lehrerInnen selbstgerechte klugsch....

Roter Baron
00
23.2.2012, 10:29

und 37% sind bulimiekrank

ManfredZsak - occupied the Wirtshaus
00
24.2.2012, 19:39
und

der Rest ist einfach fett oder dumm, gegebenfalls sogar beides !

Kein Wunder dass ich da keine Pension bekomm, die Gfrasta können doch nie meine Beamtenfrühpension finanzieren

sound and vision
10
23.2.2012, 08:14
dann gehen sie halt zur abwechslung

mal auf den gesundheitsminister los, die unfähigen lehrerInnen und kritik-resistenten klassenzimmer-klugsch....., damit ihre selbstgeschnitzte realität nicht erschüttert und sie weiterhin ihre eigene unfähigkeit auf pösepöse, gemeingefährliche, alkoholisierte, computer-spiel-süchtige, rauchende, etc. schülerInnen abwälzen zu können.

Bluestone
31
23.2.2012, 07:22
Ist wie mit allen Umfragen

In der Realität schauts anders aus.

Schaut eher so aus, als bräuchte der Gesundheitsminister eine gute Schlagzeile.

Allmächtiger Satan
12
22.2.2012, 23:58

Nein, sie sind iphonesüchtige Markenbobos.

S Bahn Surfer
26
22.2.2012, 19:16
Maßnahmen, der war gut.

Wenn das Klassenzimmer unter 50m² ist darf sich der Klassenvorstand aussuchen ob es ein Raucher oder Nichtraucherzimmer ist.

Oder wie stellt er sich das vor?

Sausends of Sam
61
22.2.2012, 17:38
Was nicht ist, kann noch werden!

Die Jugendlichen müssen ja noch bissi mit dem Gesetz kämpfen, was das betrifft. Aber sobald sie 18 sind dürfen sie wie Restösterreich blunznwach in die Hackn wanken, und dank Nichtraucherbüros sich ihre Pausen durch Zigarettenkonsum erschleichen.

Prof. Bienlein
03
22.2.2012, 20:52
Man muss doch nur ein bisschen kreativ sein!

Kaufen Sie sich eine Zigarettenattrappe und stellen Sie sich zu den Rauchern in den Pausenhof. Wenn deren Zigaretten schon längst aus sind und sie wieder in ihre Büros verschwunden sind, stehen Sie noch immer dort herum, weil Ihre Attrappe natürlich nicht an Substanz verliert. Sie können somit aus einem Vorteil, den andere sich ursprünglich herausgeschlagen haben, sich selbst übervorteilen.

mrs_A
25
22.2.2012, 17:13
Rauchen ab 18!

Rauchen sollte erst ab 18 Jahren erlaubt werden, so wie es in Deutschland seit ein paar Jahren gehandhabt wird. Je schwieriger der Zugang zu Zigaretten gemacht wird umso besser.

funfan
00
Gratulation

wäre voll dabei. aber wie will man das in österreich umsetzen, wenn lauter weicheier in der politik sitzen und den jugendschutz mehr oder weniger abschaffen wollen und vor jedem gejammere der wirtschaft in die knie gehen.

Dimple
02
23.2.2012, 12:13
Rauchen ab 18

finde ich an sich nicht so eine blöde Idee, aber ich bin gegen diese fallbezogene Gesetzeslage:

Mit 16 zwar wählen dürfen, aber nicht rauchen.
Mit 18 den Führerschein, aber noch Jugendstrafrecht - dafür aber auch Heer;
....

IMHO war und ist EINE Grenze, ab der die Rechte und Pflichten eines Erwachsenen gelten, das sinnvollste: Also 18 (oder von mir aus auch 16), aber dann alles: Wahlrecht, Rauchen, Führerschein, Erwachsenenstrafrecht,...

lg
Dimple

Angelika70
00
29.2.2012, 11:16

Uneingeschränkte Zustimmung.

Zitronenbaum
00
23.2.2012, 14:03

Noch lustiger in den USA: Führerschein mit 16, Alkohol trinken (gilt auch für Getränke, die bei uns ab 16 erlaubt sind) erst ab 21.

Ist das etwa absurder?

jumpingjack flash
10
23.2.2012, 10:05

ja, alles andere ist eigentlich wahnsinn - jugendliche die schon im schulalter süchtig werden.
für mich ist stöger völlig unglaubwürdig. da er ja sicher nicht dumm ist kann ich mir die laxe haltung gegen das rauchen nur mit zuwendungen der tabaklobby erklären. ist ja angeblich nicht verboten, ich finde es aber unmoralisch.

Herr Schnell
22
22.2.2012, 19:12

18 oder 19 würde passen. Man muss die Altersgrenze nur so hoch setzen, dass die Leute in der Schule nicht aus Gruppenzwang zu Rauchen beginnnen. Danach ist wohl hoffentlich keiner mehr so blöd einfach so anzufangen.

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