Ab Herbst

Mehrere Unis planen die Einführung von Studiengebühren

22. Februar 2012, 17:46

Salzburg, Innsbruck und Technische Uni Graz haben bereits autonome Einhebung angekündigt

Wien - Nun hat auch der Rektor der größten Universität des Landes, Heinz W. Engl von der Uni Wien, angekündigt, im Wintersemester 2012/13 selbstständig Studiengebühren einheben zu wollen. Er folgt damit - DER STANDARD berichtete - dem Beispiel der Rektoren der Uni Salzburg (Heinrich Schmidinger), der Uni Innsbruck (Tilmann Märk) und der Technischen Uni Graz (Harald Kainz).

Bei der nächsten Senatssitzung will Engl einen Antrag auf Festschreibung von Studiengebühren in der derzeitigen Höhe von 363,36 Euro pro Semester einbringen, sagte Engls Sprecherin am Mittwoch. Zahlen sollen wie bisher nur Studenten aus Nicht-EU-Staaten und jene, die die Mindeststudiendauer um mehr als zwei Semester überschreiten.

Rechtloser Raum

Nach der Aufhebung von Teilen der Studiengebührenregelung durch das Verfassungsgericht fallen mangels einer fristgerechten Neuregelung durch die Regierung mit 1. März jene Bestimmungen aus dem Gesetz, die regeln, wann ein Student zahlen muss und wann nicht. Im Sommersemester verlieren die Universitäten daher rund 17 Millionen Euro.

Die SPÖ beruft sich auf Gutachten, wonach gar keine Studiengebühren mehr eingehoben werden können. Das Wissenschaftsministerium vertritt die Rechtssicht, dass die Unis im Rahmen ihrer Autonomie Gebühren festlegen können. Die ÖH hat angekündigt, alle Studenten zu unterstützen, die gegen die Gebühren klagen wollen. Derzeit werden weitere rechtliche Möglichkeiten überprüft, hieß es seitens der ÖH.

Rektor Schmidinger, der Präsident der Universitätenkonferenz, rechnet mit Klagen - und sieht in der autonomen Einhebung von Studiengebühren neben der budgetären Notwendigkeit den einzigen und letzten Weg für die Unis, sich "Rechtssicherheit zu verschaffen, da die Regierung bis jetzt keine politische Lösung vorgelegt hat", sagte er zum STANDARD: "Dann muss das Problem Studiengebühr eben juristisch vor Gericht geklärt werden." (nim, nik, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2012)

Kommentar posten
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Gerhard Schneider
00
24.2.2012, 09:31
Ausfalls-Abdeckung?

Ich zitiere die Kleine Zeitung:

Seit 2004 fließen die Studiengebühren direkt in die Uni-Budgets ein. Die Ausfälle, die durch Ausnahmebestimmungen entstehen, wurden vom Bundesbudget ersetzt.

Heißt das, dass die Gebühren einheben wollenden Unis auf den Großteil der bisherigen Einnahmen durch Studiengebühren freimütig verzichten, da sie den Ausfall durch Ausnahmeregelungen weiterhin nicht aus dem Budget ersetzt bekommen - oder ist geplant, mittelfristig ALLE Studierenden zahlen zu lassen?

Hikikomori
00
23.2.2012, 18:41
Eine juristische Frage

Mich würde interessieren ob das nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz wiederstößt wenn ich in Wien für eine Ausbildung bezahlen muss, die in Salzburg zum Beispiel kostenlos ist? Auch wenn die Universitäten autonom sind, bekommen sie doch Geld vom Staat. Mich würde von einem juristisch ausgebildeten Leser interesseren ob diese "autonome" Lösung nicht viel mehr rechtliche Schwierigkeiten hervorbringt? Und Studeten eventuel erfolg hätten rechtlich dagegen vorzugehen?

Re?ersi
40
23.2.2012, 20:09
Und wie schaut das erst bei Milka Naps aus?

Beim Spar kosten die zwei Euro, aber beim Hofer gibts'es für 50 Cent... da ist doch der Gleichheitsgrundsatz verletzt!!!

Hikikomori
01
24.2.2012, 02:41

Jemand der Bildung mit Schokolade gleichsetzt hat von erster nicht viel genoßen...

smea_gol
01
24.2.2012, 01:52

hmm, weniger hormone schlucken, damit man das brett nicht mehr ganz so stark vor den kopf knallt.
oder auch in der obstabteilung den unterschied zwischen nüssen und birnen feststellen.

hilft alles.

Wolfgang Pimminger
 
00
23.2.2012, 23:29
Du hast den falschen Artikel erwischt.

Dein Beitrag gehört in die Abteilung Manager-Boni, oder Börsenzocker ;-)

Is aber eh egal, hier ein Skandal, dort ein Skandal, wer kann das schon auseinanderhalten *g*

Dormouse
00
23.2.2012, 13:34

setzt die verantwortlichen politiker und rektoren auf die strasse - niemand wird sie vermissen, und die kommenden generationen werden uns dafür feiern!

berti russell
01
23.2.2012, 12:29
Gehen sich dann bitte endlich

das Theatersponsoring für Nina Schüssel-Blum und den ÖVP-Parteitag aus oder müssen wir auch nochmal über Mindestrentnerinnen sprechen?

Österreichische Verbrecher Partei!
04
23.2.2012, 12:12
PARLAMENT und KORRUPTION halbieren, statt STUDIENGEBÜHREN !!

PARLAMENT und KORRUPTION halbieren, statt STUDIENGEBÜHREN !!

Die Politbonzen wollen keinen einzigen Abgeordneten einsparen

ABER STUDIENGEBÜHREN !

G* S* I* N* D* L

Wolfgang Pimminger
 
00
23.2.2012, 23:39
So sehr ich Ihnen hinsichtlich der Korruption zustimme:

Im Parlament hätt ich aktuell viel lieber 1000 ganz normale, ehrliche und parteilose Österreicher/innen sitzen. Mehr statt weniger.

Nicht für immer, ab so lange, wie es dauert, jedes Gesetzbüchl durchzuarbeiten, Lücken zu beseitigen und so neu zu fassen, dass es ein Hauptschulabsolvent versteht.

Und aus meiner Sicht: Weg mit den Parteien!

Anticitizen1
01
23.2.2012, 13:13
vorschlag:

parlament so lassen, wie es ist.

korruption nicht nur halbieren, sondern völlig aus der welt schaffen.

luke_vie
34
23.2.2012, 12:08
So ein Zirkus ...

Wäre doch so einfach:

* Pro Semester bis zu 1.000 Euro an die Uni zahlen
* Unis heben Geld ein und verwalten es selbst
* Stipendium für Studenten, sofern keine reichen Eltern
* Nach der Uni-Zeit muss der der Student das Stipendium zurück zahlen.

In der Wirtschaft ist es üblich, dass man für eine fundierte Ausbildung auch Geld bezahlt und irgend ein Kurs im freien Markt ist viel teurer.

Bleibt ein fertiger Student dann in Österreich und arbeitet in Österreich, so muss er das Stipendium nicht mehr zurück zahlen :) ... dann wäre auch die Thematik der Leute geklärt, die nur zum Studium nach Österreich kommen und dann wieder gehen.

Letztlich würde der Staat nur zahlen, wenn Top-Leute im Land bleiben.

Dormouse
01
23.2.2012, 13:37

die wirtschaft hat eine staatliche einrichtung aber nicht zu interessieren! das geld kann später auch durch höhere steuern eingehoben werden - viele werden sich ansonsten hüten auf pump eine ausbildung zu beginnen!

Schreck
03
23.2.2012, 12:12

Unis sollen halt nicht für die Unis ausbilden.

1000€/Semester pro Studi tragen nada zur Unifinanzierung bei, also reine Schikane.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
23.2.2012, 13:46

"Unis sollen halt nicht für die Unis ausbilden."

Wie wärs wieder Unis sollten als Orte der Wissenschaft begriffen werden, und nicht als Ausbildungsstetten? Dafür gäbe es ja die FHs...

pluralis modestatis
43
23.2.2012, 12:05
Snob-Society

Studium gratis - Führerschein nicht gratis ? -Meisterprüfung nicht gratis ? - WIFI nicht gratis ?

Der schlechte Status von Handwerk ist übrigens typisch für Ö.

In D ist das beispielsweise ganz anders, ebenso die typisch österreichische Titelsucht.

Unter diesem Blickwinkel ist es recht amüsant, die "sozial engagierten" Kommentare zu lesen.

a wiener kind
11
23.2.2012, 12:48
...am punkt...

smea_gol
04
23.2.2012, 12:28

bitte hörts auf mit dem blödsinn mit der meisterprüfung.

jeder lehrling, jeder geselle wird bezahlt...verdient monatlich etwas.

und im gegensatz zum wifi und zum führerschein zahlen sie und viele andere schon studiengebühren. 43% abgabenrate in österreich.

hörts endlich mit dem blödsinn auf!

pluralis modestatis
10
23.2.2012, 23:15
interessante Argumente

Jene, die Steuern zahlen (weil sie arbeiten) müssen für Fortbildung zahlen.

Jene aber, die keine Steuern zahlen (weil sie nicht arbeiten) sollen für Fortbildung nicht zahlen.

Conclusio

Jene Studenten, die arbeiten (um "ihr Studium zu finanzieren) SOLLEN für ihre Ausbildung zahlen.

d´accord ?

_ricko_
113
23.2.2012, 10:46
bitte bitte! wir bürger werden wieder gestopft wie meinungsgände: schon wieder eine diskussion über studiengebühren? zu aufklärung:

150 mio euro abzüglich einer verwaltung von ca 60 mio euro brachten die studiengebühren jährlich ein.

das bildungsbudget belauft sich auf 2.1 MRD euro und ist im BIP-verhältnis-vergleich mit anderen ländern unterster witz.

tunnelprojekte 25 MRD,
eurofigher 2 MRD + 500 mio jährlich
sparpaket 30 MRD,
schwechat 2 MRD
...

und wir reden von studiengebühren, als hätten die immbudget irgendeine relevanz. allein am willen fehlts, allen als sündenbock müssen die studis herhalten.

das ist eine rein politisch motivierte debatte und dient zur ablenkung wahrer probleme. die summen um die es geht schüttelt ein finanzminister bei bedarf 4 mal aus dem ärmel

badblackguy.blogspot.com
 
20
23.2.2012, 11:21
Die Ausgaben des Staates belaufen sich auf 16 Mrd. € pro Jahr!!!

MFG

_ricko_
00
23.2.2012, 15:56
KORREKTUR: ausgaben 190 MILLIARDEN euro 2010

die 52 waren prozent vom bip.

_ricko_
00
23.2.2012, 15:53

ausgaben 2010 52 milliarden.
quelle: http://www.statistik.at/web_de/st... 19894.html

a wiener kind
51
23.2.2012, 10:57
...bödes argument...

...genauso könnte man argumentieren: die neue "reichensteuer" bringt auch nur einen tropfen am heißen stein, warum reden wir überhaupt darüber?!...genau diese einstellung stimmt mich nachdenklich...zu hause dreht man jeden cent um, sollte man zumindest machen, ich mache es auch noch, obwohl ich nicht mehr müsste....beim staat und den steuereinnahmen psoten immer wieder menschen, dass es auf dies 20mios oder diese 200mios nicht ankommt...woher kommt dieses denken!?!?! was nicht da ist, kann nicht ausgegeben werden, ganz einfach...und zu den beispielen: da geht es um die verfassung und die infrastruktur für dtl. mehr menschen als in der zielgruppe "student"...verständlich oder?!:..

Dormouse
01
23.2.2012, 13:41

natürlich sollt man kein geld rauswerfen, aber es macht schon einen unterschied, ob ich bei der bildung der bevölkerung einsparen will, oder bei den privatgelüsten der vp-funktionäre und konsorten.

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