Muttersprache

"Vorarlberger Nachrichten" druckten Artikel im Vorarlberger Dialekt

22. Februar 2012, 11:01

Auf jeder Seite ein Mundart-Beitrag

Am Welttag der Muttersprache haben die "Vorarlberger Nachrichten" die Ländle-Mundart hochleben lassen. Auf jeder Seite der Dienstag-Ausgabe erschien ein Artikel im Vorarlberger Dialekt. Diese Beiträge wurden dabei nicht von "VN"-Redakteuren verfasst, sondern von ausgewählten Autoren wie etwa Mundart-Liedermachern oder -Textern. Es galt das Motto: "Vorarlberg - Land mit zwölf Dialekten".

Die "VN" beriefen sich darauf, dass laut UNESCO alle zwei Wochen eine Sprache verloren geht - in Vorarlberg solle das nicht passieren. So konnten die Leser der Tageszeitung beim Frühstück etwa Titel wie "An sibzg Joor aalta Bomm ummtua" ("70 Jahre alter Baum gefällt") oder auf der Seite mit Nachrichten aus aller Welt "'Hüüslirevolution' z Indien usglöuost" ("'Hausrevolution' in Indien ausgelöst") finden.

"Alli andoro im Dorf hond "s Gschäft" duss gmachat"

Die Artikel waren journalistisch aufgebaut und unterschieden sich von den herkömmlichen eben durch die Sprache. Auf Nicht-Vorarlberger dürfte vor allem auch das Schriftbild Eindruck gemacht haben. Aber auch typische Vorarlberger Ausdrucksweisen kamen in Sätzen wie "Alli andoro im Dorf hond "s Gschäft" duss gmachat" ("Alle anderen im Dorf urinierten im Freien") oder "Fascht jeds dritt verkofte Handy letscht Johr ischt a Smartphone gsi" ("Beinahe jedes dritte im letzten Jahr verkaufte Handy war ein Smartphone") zum Ausdruck.

Nach Angaben des Bludenzer Sprachwissenschafters Oliver Schallert von der Universität Marburg gehen die Ursprünge der Vorarlberger Sprache auf die germanische Besiedlung zurück. Insgesamt seien im Ländle über die Jahrhunderte zwölf Dialekträume entstanden. "Es gibt sehr unterschiedliche Dialekte auf kleinem Raum. Aber jeder Dialekt hat Einzelheiten, die man aus dem Alemannischen kennt. Er ist sozusagen ein Panoptikum des Alemannischen", erklärte Schallert. Die Vorarlberger Mundart habe spezifische Eigenheiten in Satzbau und Grammatik. So gebe es etwa keinen Genitiv. (APA)

Kommentar posten
24 Postings
Helicopterman
00
23.2.2012, 13:50
Damit dürfte diese Ausgabe

aufgrund der Sprachbarrieren außerhalb Vorarlbergs wohl kaum Abnehmer finden...

beauregarde
12
23.2.2012, 13:20

Voralbergerisch ist peinlich. Das sag ich als Bregenzer in Wien

Cherry Swan
03
24.2.2012, 08:40

da passt du als bregenzer auch hin

ramborol lights
00
24.2.2012, 09:30

Kann man kaum besser beantworten :)

Psot zum Gruss!

suboptimal
 
03
23.2.2012, 11:36
online findet man nur (noch) ein paar Hörproben

*schade*

Die Vorarlberger Dialekte
Bregenz – In Vorarlberg spricht man zahlreiche unterschiedliche Dialekte. Hier in Überblick über die Vorarlberger Sprachkultur.
Bludesch – „Kundament“ und „Drückle“
http://www.vol.at/die-vorar... te/3174108
*hörenswert*

ridentem dicere verum
01
23.2.2012, 11:28
au weh...

da ist doch tatsächlich die rede vom "Vorarlberger Dialekt", auch wenn danach noch von "zwölf Dialekten" die rede ist. tatsache ist aber, daß selbst für den nichtalemannen unverkennbar ist, daß "d' lüt" alle 10 km weiter schon wieder ziemlich anders reden. man höre sich mal einen aus "luschnou" an neben einem aus dem "mutafu"

und, sorry, daß es bei einer "'Hüüslirevolution" um ein "haus" geht und nicht um das "scheißhaus", das glaub ich auch nicht

sleepyc
00
23.2.2012, 10:51
super

sind nämlich wirklich wundervoll melodiöse dialekte, die gsibergerischen. auch wenn man einige so gar schwer verstehen mag...

jassl11
00
23.2.2012, 08:15

V-düsch passt scho. abr des in da zitig bruchst net.

lilola
00
23.2.2012, 07:52

des g´fallt ma. di muass i ho. git´s dia am weschtbahnhof o? sunscht muass i d´mama froga ob si mia d´vn schicka ka. o hoamatle, o haomatle am himmelblaua bodasee,.........

Drum säg i.....
00
22.2.2012, 23:36
Drum säg i....

guat so!

Freu dich - es gibt Keinen der dich liebt
51
22.2.2012, 19:11
Anscheinend gibt es in Vorarlberg 12 Familien

Abgesehen davon : Eigentlich heisst es ja Nacharlberg

NorthAce
01
23.2.2012, 11:02

Damals als Vorarlberg zu seinem Namen kam, waren die Habsburger noch hinter dem Arlberg zu Haus. ;)

jassl11
00
23.2.2012, 08:17

hahaha

Drum säg i.....
00
22.2.2012, 23:35
*gähn*

Mr. Spock (der echte)
13
22.2.2012, 15:00

immer diese integrationsunwilligen Leute ...

:p

Der Waehlerwille
 
02
22.2.2012, 13:48
Sehr erfreulich.

Wäre schön wenn in Österreich eine Aufwertung der Lokalsprachen jenseits irgendeiner primitiven Deutschtümelei und Heimaterei stattfinden würde. Vergleichbar vielleicht zur vorsichtigen (aber keineswegs unproblematischen*) Rennaissance des "Platt" in Nord(west)deutschland.

( * Problematisch deshalb weil, wie oben auch für Vorarlberg korrekt angemerkt, es immer abweichungen innerhalb der Dialektgebiete gibt. So sind aktuell die Finkenwerder* wenig begeistert weil man das spezielle Finkenwerder Platt nur unzureichend unterrichtet sondern eher eine "verallgemeinerte" Form.

siehe hier: http://bildungsserver.hamburg.de/niederdeu... nterricht/ und hier
http://www.ndr.de/land_leut... e101.html)

NorthAce
01
23.2.2012, 11:05

Das Problem mit den Lokaldialekten gab's in Graubünden auch – durchgesetzt hat sich dann im Endeffekt tatsächlich ein konstruiertes Standardrätoromanisch. Aber wenn's die einzige Möglichkeit ist die Sprache am Leben zu erhalten, ist's auch gut.

momodeluxe
00
22.2.2012, 12:36

ich vermute einmal, in den wenigsten österreichischen dialekten gibt es einen genitiv...

woifee 0.0
01
22.2.2012, 20:35

Also Genetiv verwende ich oft und gern im Dialekt.

Genosse Don Camillo
02
22.2.2012, 19:23

Nein, es gibt keinen mir bekannten österreichischen Dialekt, der über keinen Genitiv verfügt. Er wird zwar im Falle der Possesivität oft durch den Dativ ersetzt, ist aber gerade im Bereich der Wortbildung sehr stark vertreten.

wellenschreiber
00
23.2.2012, 01:34
und jetzt nochmal!

aber bitte ohne Fremdwörter.

NorthAce
01
23.2.2012, 11:07

Vielleicht meint er sowas wie: "Dem Huaberbauer sei Haus."

Genosse Don Camillo
02
23.2.2012, 11:00

Possesivität heißt, dass angezeigt wird, wem etwas gehört (Besitz), im Genitiv wärs 'das Buch meines Bruders', dialektal, aber auch umgangssprachlich verwendeter Dativ 'meinem Bruder sein Buch'. Muss ich Wortbildung erklären?

Petzi Bär
01
22.2.2012, 19:04
dar Genitiv...

...des isch dar Deklination ihr zwoatar Fall, odrr?

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