Europas Börsen zu Handelsschluss mit Kursverlusten

22. Februar 2012, 18:23
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Gewinnmitnahmen und schwache Konjunkturdaten belasten

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben den Handel zur Wochenmitte einheitlich mit tieferen Notierungen beendet. Gewinnmitnahmen sowie schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone setzten die Märkte unter Druck, hieß es. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,89 Prozent auf 2.519,00 Zähler.

Die Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone hat sich im Februar überraschend eingetrübt. Der Index fiel von 50,4 Punkten im Vormonat auf 49,7 Einheiten. Im Vorfeld wurde mit einem leichten Anstieg des Index auf 50,5 Punkte gerechnet, nun liegt dieser jedoch wieder unter der Expansionsschwelle von 50 Zählern.

Mit Ergebnissen machten France Telecom und Schneider Electric auf sich aufmerksam. Die France Telecom kündigte für das laufende Jahr 2012 einen sinkenden Cashflow und eine Dividendenkürzung an, so Marktteilnehmer. Dennoch konnten die Papiere um 1,92 Prozent höher bei 11,665 Euro schließen. Ebenso kletterten Schneider Electric um 5,98 Prozent auf 50,70 Euro und damit an die Spitze des Euro-Stoxx-50, obwohl der Chef des Elektronikkonzerns im Zuge der Zahlenpräsentation die Erwartungen für 2012 gedämpft und weitere Sparmaßnahmen angekündigt hatte.

Citroën mit Kurssprung

Einen Kurssprung von 12,06 Prozent auf 16,125 Euro verzeichneten PSA Peugeot Citroën. Der französische Autobauer verhandelt mit dem US-Konkurrenten und General Motors über eine Kooperation. Das Ziel sei es, durch gemeinsame Modell-Plattformen und Größenvorteile die Herstellungskosten zu drücken und so die Verluste im Europa-Geschäft zu verringern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch.

Daimler zeigten sich indessen mit einem minimalen Kursverlust von 0,26 Prozent auf 47,85 Euro. Der deutsche Autobauer rechnet heuer und im kommenden Jahr mit weiteren Zuwächsen beim Umsatz. Getragen von Absatzsteigerungen bei den größten Sparten Mercedes-Benz Pkw und Daimler Trucks sei in den Jahren 2012 und 2013 von steigenden Konzernerlösen auszugehen, teilte das Unternehmen mit.

Einen Blick wert waren zudem die Titel der BNP Paribas. Die französische Großbank setzt ihren Schrumpfkurs fort und verkauft eine US-Tochter an Wells Fargo. Die viertgrößte US-Bank übernehme Kreditzusagen für die Energiebranche über 9,5 Mrd. Dollar (7,2 Mrd. Euro), teilte BNP mit. Damit fahre die Bank wie geplant das Geschäft in den USA zurück und verbessere leicht die Kernkapitalquote. BNP Paribas büßten im Einklang mit der europäischen Bankenbranche 2,82 Prozent auf 36,40 Euro ein. Deutliche Kursverluste mussten zur Wochenmitte auch Société Générale (minus 4,42 Prozent auf 23,225 Euro), UniCredit (minus 3,84 Prozent auf 4,062 Euro) und Intesa Sanpaolo (minus 3,08 Prozent auf 1,481 Euro) hinnehmen.

Einem Pressebericht zufolge denke der weltgrößte Bierkonzern Anheuser-Busch Inbev darüber nach, den tschechischen Brauer StarBev zurückzukaufen. Das Geschäft könnte ein Volumen von bis zu 3 Mrd. US-Dollar (2,27 Mrd. Euro) haben, berichtet das "Wall Street Journal Europe" unter Berufung auf Kreise. Anheuser-Busch legten bis zur Schlussglocke minimal um 0,02 Prozent auf 49,61 Euro zu. (APA)


Börse          Index          Schluss       Diff (%)

 Wien           ATX            2.182,96     -1,42
 Frankfurt      DAX            6.843,87     -0,93
 London         FT-SE-100      5.916,55     -0,20
 Paris          CAC-40         3.447,37     -0,52
 Zürich         SPI            5.609,12     -0,70
 Mailand        FTSE MIB      16.557,62     -0,92
 Madrid         IBEX-35        8.657,00     -1,26
 Amsterdam      AEX              326,77     -1,13
 Brüssel        BEL-20         2.258,97     -1,23
 Stockholm      SX Gesamt      1.096,06     -0,94
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.519,00     -0,89
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