Schröcksnadel pro Weltcup in Wien

22. Februar 2012, 11:52
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Rufe nach Weltcup-Rennen in der Bundeshauptstadt werden lauter - Schröcksnadel: "Bewerb im Wie­ner Stadion wäre sehr interessant"

Moskau/Wien - Die Parallel-Bewerbe in Großstädten haben Zukunft. Darin sind sich die Protagonisten im alpinen Ski-Weltcup auch nach dem "City-Event" am Dienstagabend in Moskau einig. Nun werden die Rufe nach einem Weltcup-Rennen in Wien lauter. "Ein derartiger Bewerb im Wiener Stadion wäre sehr interessant", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und kündigte ein Gespräch mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl an. "Vielleicht geht da etwas", meinte Schröcksnadel.

Flutlicht-Spektakel im Wienerwald

Die Sportstadt Wien war bereits Austragungsort eines Ski-Weltcups. Am 6. Jänner 1986 fand auf der Hohen-Wand-Wiese im 14. Bezirk ein Parallelslalom statt. Die gesamte Weltelite - allen voran Marc Girardelli oder Ingemar Stenmark - kamen nach Wien und boten den mehr als 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern ein Flutlicht-Spektakel, das in die Annalen der Wiener Sportgeschichte eingehen sollte. Den spannenden K.O.-Bewerb entschied der Italiener Ivano Edalini gegen den Deutschen Markus Wasmeier, Riesenslalom-Weltmeister von 1985 in Bormio, für sich.

Startschuss für Skirennen in Wien 1967

Der erste internationale Parallelslalom der Wiener Skigeschichte stieg bereits ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung der Hohen-Wand-Piste am 21. Februar 1967. Trotz strömenden Regens waren damals 2.500 Zuschauer gekommen. Der Parallelslalom im Jänner 1969 avancierte zum größten skisportlichen Ereignis, das Österreichs Bundeshauptstadt bis dahin erlebt hatte. Rund 10.000 Skisportfans fanden sich damals am Rand der Piste im Wienerwald ein und harrten bis spät in die Nacht aus.

Athleten begeistert

Rennen wie in Moskau unterstützt auch Hirscher. "Uns Athleten taugt es. Wenn es den Zuschauern auch taugt, dann sollte man es beibehalten", meinte Hirscher. Wie Schröcksnadel wünscht sich auch der am Dienstag zweitplatzierte Deutsche Felix Neureuther einen Parallel-Event auf österreichischem Schnee. "Spannend wäre so etwas in Österreich. Ich denke, da würden sehr viele Leute kommen."

Auch bei den Damen fand die Moskau-Tour großen Anklang. "Ich hoffe, dass wir in Zukunft mehr solche Rennen fahren", forderte Anna Fenninger. Auch Marlies Schild ist begeistert: "Sehr lässig, das ist einmal ganz etwas anderes und macht Spaß. Der Erfolg ist sehr stark von einem guten Start abhängig."

Verbesserungspotenzial in dem noch jungen Bewerb sind aber natürlich noch reichlich vorhanden. So wiesen einige Athleten auf das Risiko von Kopfverletzungen durch die Torflaggen hin. Auch die Regel, wonach es Punkte für den Gesamt-Weltcup zu holen gibt, steht nicht nur bei Schröcksnadel in der Kritik. Vor allem aufgrund des niedrigen sportlichen Stellenwerts. Aber auch aufgrund der Wettbewerbsverzerrung, schließlich dürfen nach aktuellem Stand nur 16 Läufer pro Geschlecht an den Start gehen. (APA/red)

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    ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel wünscht sich ein Skirennen im Ernst Happel-Stadion.

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