Unterschiede zwischen Ost und West sind heute verschwunden
Berlin - Arbeitszeitkonten werden in Deutschland immer beliebter. Derzeit hat rund jeder zweite Beschäftigte eins, während dies vor 20 Jahren im Westen nur für jeden vierten, im Osten sogar nur für jeden 25. Arbeitnehmer galt. Wie aus einer Studie des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit (IAB) weiter hervorgeht, sind die Unterschiede zwischen Ost und West heute verschwunden. Zudem sank die Zahl der bezahlten Überstunden in den vergangenen Jahrzehnten deutlich. Gab es 1991 noch durchschnittlich 1,2 bezahlte Überstunden pro Arbeitnehmer und Woche, sank der Wert weitgehend kontinuierlich auf weniger als eine Stunde. Im Rezessionsjahr 2009 waren es sogar nur 0,7 Stunden pro Woche.
Von Arbeitszeitkonten profitieren nach Ansicht von IAB-Arbeitsmarktforscherin Ines Zapf sowohl Beschäftigte als auch Betriebe. "Die Beschäftigten gewinnen an Flexibilität und können so beispielsweise leichter Familie und Beruf vereinbaren." Für die Betriebe sei vorteilhaft, dass sich die Arbeitszeiten auch am Bedarf orientierten. Fachleute unterscheiden zwischen Kurzzeitkonten wie Gleitzeitmodellen, Überstundenkonten und dem sogenannten Bandbreitenmodell sowie längerlaufenden Regelungen wie dem Ansparmodell. Hierzu gehören die Altersteilzeit und Vereinbarungen über einen längeren Freizeitausgleich. (Reuters)