Gutes Ergebnis

Hoher Ölpreis lässt OMV-Gewinn sprudeln

22. Februar 2012, 14:27
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Der Mineralölkonzern hat mit einem starken vierten Quartal Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2011 deutlich gesteigert

Wien (APA) - Der börsenotierte Mineralölkonzern OMV hat 2011 stark vom hohen Ölpreis profitiert. "Wir hatten im Jahr 2011 den höchsten average Ölpreis ever - 111 Dollar das Barrel, im Jahr zuvor waren es noch 80 Dollar", erläuterte OMV-Chef Gerhard Roiss am Mittwoch bei der Präsentation der Ergebniszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. "Wir haben bei einem Umsatz von 34 Mrd. Euro ein Ergebnis von 2,5 Mrd. Euro im Vorjahr erzielt." Die Dividende soll daher um 10 Prozent auf 1,10 Euro je Aktie angehoben werden.

Der "Arabische Frühling" habe sich auf die Branche massiv ausgewirkt, berichtete Roiss von seinem ersten Jahr als OMV-Generaldirektor. Die Produktionsausfälle in Libyen, im Jemen und in Tunesien hätten zu einer Verknappung des Angebotes geführt und in der Folge zu einem starken Ölpreisanstieg. "Der Rohölpreis ist der höchste, den wir je gesehen haben", derzeit liege er bei 121 Dollar (91,5 Euro), sagte Roiss. Das hat zwar den Umsatz im Jahresvergleich um 46 Prozent in die Höhe schnellen lassen, andererseits kamen auch die Margen im Raffinerie- und Tankstellengeschäft stark unter Druck. Die Raffineriemargen sind um 37 Prozent gesunken, auch wegen vorhandener Überkapazitäten in Europa. "Damit war es wichtig, die Kostenposition zu verbessern, hier vor allem in Rumänien. Wir haben die Raffinerie Arpechim geschlossen."

Einen wesentlichen Beitrag zu dem im Vorjahr erzielten kräftigen Ergebnisplus hat die rumänische OMV-Tochter Petrom geleistet. Der EBIT-Beitrag der Petrom erhöhte sich um zwei Drittel auf 1,165 Mrd. Euro. Somit kam fast die Hälfte des Betriebsergebnisses in Höhe von 2,473 Mrd. Euro (+6 Prozent) aus Rumänien. Der Periodenüberschuss stieg um 30 Prozent auf 1,572 Mrd. Euro, und das um Lagerhaltungsgewinne bzw. -verluste und Sondereffekte bereinigte CCS EBIT vor Sondereffekten verbesserte sich um 2 Prozent auf 2,509 Mrd. Euro. Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten gab um 4 Prozent auf 1,069 Mrd. Euro nach und war damit etwas besser als erwartet. Im vierten Quartal hatte die OMV vom hohen Ölpreis profitiert und das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis um 29 Prozent auf 730 Mio. Euro gesteigert.

Borealis trägt zum Ergebnis bei

Zum guten Ergebnis beigetragen hat auch der Kunststoffhersteller Borealis, an dem die OMV rund 36 Prozent hält. Der Borealis-Überschuss beträgt 507 Mio. Euro, davon entfallen auf die OMV 183 Mio. Euro.

Der Cash-Flow ist 2011 zurückgegangen. "Bei dem hohen Ölpreis brauchen Sie mehr für die Finanzierung der Lager", erläuterte Roiss. Für Investitionen inklusive Akquisitionen gab die OMV rund 3,1 Mrd. Euro aus. Aus der Betriebstätigkeit flossen dem Unternehmen mehr als 2,5 Mrd. Euro zu, daraus ergibt sich ein negativer Free Cash-Flow von -592 Mrd. Euro und nach Abzug der Dividende -1,034 Mrd. Euro. Der Verschuldungsgrad wurde durch die Kapitalerhöhung und Begebung einer Hybridanleihe von 46 auf 34 Prozent gesenkt.

Aufhorchen ließ OMV-Chef Roiss mit der Meldung, dass man im Schwarzen Meer vor der rumänischen Küste den "möglicherweise größten Gasfund in der Geschichte der OMV" gemacht habe. Das 170 km von der Küste entfernt und in mehr als 900 m Tiefe gelegene Vorkommen werde auf 42 bis 84 Mrd. Kubikmeter geschätzt, "das ist ungefähr neun Jahre die Gasversorgung von Österreich", erläuterte Roiss die Bedeutung des Fundes. Der Anteil der OMV daran beträgt durchgerechnet etwa ein Viertel: An der "Neptun"-Bohrung ist die OMV-Tochter Petrom neben Exxon zur Hälfte beteiligt, an der Petrom wiederum hält die OMV 51 Prozent.

Ölpreis über 100 Dollar erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr 2012 rechnet die OMV mit einem durchschnittlichen Brent-Rohölpreis über 100 Dollar (75,60 Euro) pro Fass. Die Gesamtproduktionsmenge soll heuer steigen, da die Produktionsausfälle in Libyen und in Jemen heuer "weniger gravierend erwartet" werden. Das Produktionsniveau in Libyen soll zumindest wieder auf das Niveau vor der Krise steigen. "Im Jemen ist die Sicherheitslage noch viel unsicherer", sagte E&P-Vorstand Jaap Huijskes. Man müsse nun abwarten, wie sich die Situation nach der Präsidentenwahl vom Dienstag weiter entwickle. Positiv sei, dass sich 2011 die Produktion in Rumänien und in Österreich stabilisiert habe. Bis 2014 sollen in diesen zwei Ländern 200.000 bis 210.000 boe/d produziert werden.

Bis 2014 will die OMV jährlich 2,4 Mrd. Euro investieren - eventuelle Zukäufe nicht eingerechnet. Man prüfe Akquisitionsziele im Mittleren Osten, in der Kaspischen Region sowie in Afrika und bereite auch mögliche neue Markteintritte vor. Die Verkaufspläne im Tankstellen- und Raffineriebereich wurden bestätigt, bis 2014 sollen dem Unternehmen durch den Verkauf der Tankstellen in Kroatien und Bosnien sowie der 45-Prozent-Beteiligung am Raffinerieverbund Bayernoil bis zu 1 Mrd. Euro zufließen.

Nabucco rückt in die Ferne

In noch fernere Zukunft verschiebt sich das Gaspipeline-Projekt Nabucco. Die Entscheidung des Shah-Deniz-II-Konsortiums über den Pipeline-Betreiber werde aus heutiger Sicht Mitte 2013 fallen, sagte Roiss. Bisher war man von einer Entscheidung bis Juli 2012 ausgegangen. Das Gasfeld Shah Deniz II in Aserbaidschan wäre die wichtigste Gasquelle für die Nabucco-Pipeline, daher dürfte es für die Verwirklichung des Nabucco-Projekts ausschlaggebend sein, welches Pipeline-Projekt den Liefervertrag mit dem Gasfeld-Konsortium abschließt. Allerdings scheint Roiss die Nabucco nicht so sehr am Herzen zu liegen wie seinem Vorgänger Wolfgang Ruttenstorfer: "Wenn sich jetzt eine Situation ergibt, dass jemand den türkischen Teil, das ist mehr als die Hälfte, hier baut, und wir die Chance haben, unser Investment auf Europa zu beschränken, ist mir das sehr angenehm", sagte Roiss heute. Wenn es Projekte gebe, die "Nabucco anders dimensioniert, anders ausschauen lassen können, bin ich sehr, sehr aufgeschlossen", verwies er auf das Projekt TANAP, auf das sich der aserbaidschanische Staatskonzern Socar - der am Shah-Deniz-Konsortium beteiligt ist - mit der Türkei geeinigt hat.

Der neue OMV-Gas-Vorstand Hans-Peter Floren, zuletzt Vorstand von E.ON Ruhrgas, tritt seinen Posten mit 1. März an.(APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Heavyweather
12
22.2.2012, 12:21

Das Ölgeschäft sollte nicht an Private abgegeben werden.

fr33k van der Wand
 
00
21.5.2012, 10:14

omv verstaatlichen!!!

Gastdozent
00
22.2.2012, 11:19
wie schauts in Tunesien und bei Ofisi/turkey aus?

welchen beitrag haben diese töchter zum ergebnis beigetragen,oder gibts keinen??

krenwurzn
00
22.2.2012, 10:55

tja, bei den preisen an den autobahntankstellen kein wunder.

ich würde das ganze ja als wucher bezeichnen ... der staat unternimmt dagegen selbstverständlich nichts, denn das dumme wahlvieh, touristen und andere sollen bluten .. her mit der kohle, marie, zaster ...

Ghost in the Machine
01
22.2.2012, 13:36
Jedes Mal das selbe Spiel

Kaum erscheint eine OMV_Gewinnmeldung ereifern sich wieder völlig Ahnungslose über den Benzinpreis, wobei Sie den Vogel abschießen und sich über den Autobahn(!!)tankstellenpreis auslassen.

Offenbar sind nicht einmal rudimentäre (falls das Wort unbekannt ist: bitte googeln) Wirtschaftskenntnisse vorhanden, vermutlich glauben Sie sogar, dass die 1,4 Euro pro Liter komplett an die OMV gehen, bitte ab ins Kronenzeitungsforum.

Prof. h.c. Doleg Stinida
00
22.2.2012, 12:22
Der Staat...

... unternimmt sehr wohl etwas: Er schneidet über exorbitant hohe Steuern kräftig mit uns steckt sich das dem Stimmvieh abgepresste Geld, ebenfalls laut jubelnd über die "sprudelnden" Steuereinnahmen, in seine "Budgetlöcher"!

Iwan Diwan Zahriman
02
22.2.2012, 11:46
jeder der eine autobahntankstelle in anspruch nimmt

gehört eigentlich unter sachwalterschaft gestellt.

Hänschen Klein
00
22.2.2012, 11:28
Italien

Na dann schauen Sie einmal nach Italien - im Vergleich mit den Südländern ist unser Sprit immer noch saubillig!

b fel
00
22.2.2012, 11:10

Ich würde das Ganze nicht als Wucher sondern als abgemachte Preise bezeichnen. Wie sonst sollte es möglich sein, dass alle großen Mineralölkonzerne jedes Jahr gigantische Gewinne machen?

Episcopus
00
22.2.2012, 12:11

Nennt man das dann nicht Kartell?

peak oil
10
22.2.2012, 11:07
mußt ja eh nicht (dort) tanken,

radfahren und bahnfahren kommt viel billiger, auch wenn eine einzelne fahrt teuer scheinen mag. aber die gesamten autoerhaltungs- und -versicherungskosten entfallen. nebenbei entfallen arztkosten, fitness-centerkosten,...

Episcopus
12
22.2.2012, 09:58
Kunststück

Wir alle finanzieren durch die künstlich hochgehaltenen Spritpreise den hohen Gewinnzuwachs der Mineralölgesellschaften, in Österreich ist das halt die monopolartig agierende OMV.

Hänschen Klein
22
22.2.2012, 10:12
... ich geb's auf'!

Gegen dumm, dümmer und noch dümmer kommt man nicht an! Haben Sie schon einmal ausgerechnet wieviel Steuer auf dem Sprit lastet und wie gering die Raffineriemargen pro Barrel nur noch sind? Naja, mit einem gesunden Halbwissen lebt es sich eh' einfacher ...

Episcopus
01
22.2.2012, 10:37
Aha...

... und woher kommt der höhere Gewinn ihrer Meinung nach? Normalerweise kommt operativer Gewinn doch im allgemeinen aus der Differenz zwischen (währungsbereinigten) Ankaufspreis und Verkaufspreis, der so genannten Marge, oder? Und wie erklären Sie sich den derzeitigen Angleich von Benzin und Dieselpreis? Und gleich vorweg: die Steigerung der Mineralölsteuer ist es NICHT.

Sie dürfen in der Antwort auch wieder untergriffig werden, ich halt's aus.

T G
00
22.2.2012, 11:44
ganz einfach:

Förderkosten 13 EUR/bbl
Weltmarktpreis 90 EUR/bbl (abh. von Qualität, zB Schwefel)

zum Vergleich: Raffineriemarge 1 EUR/bbl

Hänschen Klein
10
22.2.2012, 10:56
das mag schon sein ...

... wenn man aber Ihren Gedanken von einer "monopolartigen agierenden OMV" weiterspinnt, dann darf man annehmen, das auch OMV Sprit in allen Zapfsäulen der Jet, der A1 Tankstellen, der Eni, Shell, Aral, Mobil, BP, Mol und wieder alle heissen drinnen ist. Oder haben Sie die anderen Tankstellen, wo nicht OMV darauf steht noch nie gesehen? Wenn nicht, würd' ich zum Augenarzt gehen! (Somit habe ich auch Ihrem Wunsch nach einem untergriffigem Kommentar entsprochen).

b fel
01
22.2.2012, 11:13

Ich geb´s auch bald auf. Jeder der in diesem Bereich an einen funktionierenden freien Wettbewerb glaubt ist ein Illusionskünstler.

Episcopus
00
22.2.2012, 11:07
Das erklärt einiges!

Scheinbar wissen Sie nicht, dass der in Österreich verkaufte Sprit zu ca. 80% aus der OMV kommt, egal welches Label auf der Tankstelle ist. Es gibt nur einige wenige Firmen, die Sprit quer durch Europa spazieren fahren, um in zu verkaufen, beispielsweise Mol oder Eni.

PS: Und ich erwarte weiterhin gerne von Ihnen persönliche Beleidigungen ...

Hänschen Klein
00
22.2.2012, 11:13
Na dann ...

... danke ich für die Information, man/frau lernt nie aus. Wenn ich Sie beleidigt habe, tut es mir leid und ich entschuldige mich!

Gastdozent
01
22.2.2012, 11:57
Gratuliere!

endlich ein einsichtiger poster,so hebt man das niveau, das leider immer schlechter dh.untergriffiger geworden ist-
ein hoch auf die sachlichkeit!

Gerhard Polak
10
22.2.2012, 09:23
Was kann ein Energieversorger bei steigenden Energiepreisen falsch machen?

2011 Durchschnittspreis Rohöl 111 USD (bei EUR/USD 1,3921) = 79,74 EUR / Barrel
2010 Durchschnittspreis Rohöl 86 USD (bei EUR 1,3271) = 64,80 EUR / Barrel
Quellen: Devisendurchschnittskurse -> creditsuisse, Rohölpreise Nordsee Brent -> forexpros

Wie gesagt was soll die OMV bei durchschnittlich 29% Preissteigerung auf Erdöl in USD oder 23% in EUR von 2010 auf 2011 falsch zu machen sein?

Ender Wiggin
10
22.2.2012, 10:03
in anderen Ländern hohlen sich die Staaten den

Gewinn aus steigenden Ölpreisen (Libyen 90% Steuersatz, GB: 75% Steuer, kein Verlustausgleich mit Gesellschaften ausserhalb der Öl-Föderung). In Österreich nimmt man lieber den Bausparern die Prämie weg und lässt das Öl, das aus dem Marchfeld sprudelt (immerhin 13% des Inlandsbedarfs) völlig ungeschoren. DANKE ÖVP.

Firefox1
10
22.2.2012, 10:01
Nichts.........

Jeder dressierte Esel kann bei steigenden Rohölpreisen hervorragende Ergebnisse vermelden.
Dies macht die OMV bereits seit Jahren und wies auch ganz unverschämt bis unlängst Gewinne aus Lagerbeständen (bei steigenden Preisen ein Selbstläufer) als positive operative Resultate aus.

Anzumerken ist, der durchschnittliche Rohölpreis (Brent) betrug um Jahr 2010 US$ 79,50/bbl versus US$ 111,26/bbl in 2011 damit der Preisanstieg in US Dollar ca. 40 % und in Euro ca. 33 %.

Hänschen Klein
10
22.2.2012, 09:58
Blödsinn!

So etwas kann nur wieder jemand posten der keine Ahnung von der Materie hat, ein paar Schlagworte müßten wohl genügen: Arabischer Frühling in Lybien und Jemen, verpöntes Fracking, Hedging Kosten, sinkende Rohölmargen, Querelen by Nabucco usw.

Gerhard Polak
10
22.2.2012, 12:13
Was nun: Riesenblödsinn

was anderes ist Ihr post nicht.

Libysches Öl ist aufgrund seiner hohen Qualität (schwefelarm) nachrangig in der Verarbeitung, und hat rund 20% Anteil am von den OMV abgerufenen Importen.

Die Hauptimporte stammen aus Russland, Kasachstan, Nigeria - die sind vom Arabischen Frühling gefordert gewesen, RUS, KZH und Österreich haben rund 50 % des Volumens abgedeckt. Aus dem Jemen sind keine Ölimporte bekannt.

Das verpönte Fracking möge das bleiben, bis man die Methoden verbessert hat. Das die USA mit ihren Umweltstandards in der Produktion imo einem Entwicklungsland entsprechen, heißt eben dass die dort angesetzten Standards im Ballungs CEE nichts zu suchen haben.

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