Eine Schwitzpause steht ins Haus

13. Juni 2003, 21:36
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Wenn das Thermometer nicht mehr über den 30er klettert, kündigt das ein vergleichsweise kühles Wochenende an

Wien - Orte an denen man bei Hitze lieber nicht arbeitet: in einer Großküche am Suppentopf. In einer Putzerei am Bügeltisch. In einer Schmiede am Ofen. Oder in der Blechhütte am Dach des Parlaments.

Obwohl: Ebendort, im zweistöckigen Haus, das reihum über die "Quadrigas" (die bronzenen Streitwagenskulpturen) gestülpt wird, um Pferde, Göttinnen und Wagen zu restaurieren, nimmt man die Hitze thermometerlos und gelassen: "Man gewöhnt sich an alles" - außerdem werde es dort oben in zwei Wochen erst so richtig heiß werden. Dann werden nämlich die Pferde auf 80 Grad erhitzt, um sie mit Heißwachs gegen Wind-, Wetter- und Umwelteinflüsse resistenter zu machen.

Temperaturen sinken, dazu kommen Regenschauer und Gewitter

Wie dann das Wetter um die Hütte sein wird, ist ungewiss - den Restauratoren aber auch eher egal. Dieses Wochenende dürften sie - und der Rest des Landes - dafür Pause vom Schwitzen machen: Schon heute, Freitag, sollen die Temperaturen unter die 30-Grad-Marke fallen, am Sonntag wird es - so die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) - nur noch zwischen 20 und 26 Grad haben. Dazu kommen Regenschauer und Gewitter.

Zu Beginn der kommenden Woche soll die Quecksilbersäule dann wieder auf 25 bis - im Westen - 31 Grad steigen. Danach bedauern die Wetterseher, könnte sich aber die "Schafskälte" einstellen und bis Fronleichnam halten.

Mehrere Grad über dem langjährigen Mittel

Die bisherigen Juni-Temperaturen in den Landeshauptstädten inklusive Wien lagen nach Beobachtungen der ZAMG fast durchwegs mehrere Grad über dem langjährigen Mittel. Nur in Klagenfurt entsprachen die rund 17 Grad zu Monatsbeginn dem Durchschnittswert seit 1971. Eine derartige schon seit mehr als zwei Wochen anhaltende Warmwetterperiode tritt statistisch gesehen nur alle paar Jahrzehnte auf.

Rekorde werden auch bei Wasserwerken gemessen. In Wien stieg der Trinkwasserverbrauch in den letzten Tagen um 25 Prozent. Laufen normalerweise 400.000 Liter pro Tag aus Wiens Wasserhähnen, waren es nun 500.000. Grund zu Angst vor Wasserknappheit, betonen die Wasserwerker, sei allerdings nicht gegeben. (rott/DER STANDARD; Printausgabe, 13.6.2003)

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ZAMG
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    Schon am Freitag sollen die Temperaturen unter die 30-Grad-Marke fallen, am Sonntag wird es nur noch zwischen 20 und 26 Grad haben. Dazu kommen Regenschauer und Gewitter.

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