Damit Rotphasen und Stehzeiten weniger werden

21. Februar 2012, 21:40
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In der Stadt Salzburg wird ab Juni dieses Jahres ein intelligentes Verkehrssystem getestet

Ein österreichweites Pilotprojekt zur optimalen Steuerung des Verkehrsflusses mit gleichzeitiger Schadstoffreduzierung startet Ende Juni in der Salzburger Innenstadt. Sieben Ampelanlagen werden mit einer Software aufgerüstet, die das Verkehrsaufkommen der öffentlichen Busse, Privatfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger über den zentralen Verkehrsrechner der Stadt miteinander abstimmt, sodass keiner benachteiligt wird und möglichst wenig Haltezeiten entstehen. Das zweijährige Forschungsprojekt "Share" soll zum Vorzeigeprojekt für andere Städte Mitteleuropas werden.

Der Projektname steht für "Salzburg Hybrid Advanced Road Efficiency" und bedeutet zugleich "teilen". "Share" soll den Verkehr intelligent regeln, alle Teilnehmer werden berücksichtigt. Das Steuerungsgerät der Verkehrsampel erkennt, wie hoch das Verkehrsaufkommen ist. Zur Realisierung des Projekts erhalten die sieben Ampeln bis zum Sommer eine neue Software und werden mit Infrarot- und Induktionsschleifen ausgestattet. Testgebiet ist die Innenstadt, vom Herbert von Karajan-Platz bis zur Nonntaler Brücke. In der ersten Projektphase werden der Öffentliche- und der Individualverkehr aufeinander abgestimmt.

Der gesamte Verkehr soll mit wenig Rotphasen und mit möglichst wenig Stehzeiten durch die Stadt kommen. Über die Nonntaler Brücke wälzen sich täglich bis zu 33.000 Fahrzeuge, Staus sind nahezu an der Tagesordnung.

In der zweiten Projektphase werden Videokameras mit den Ampelanlagen vernetzt. Anhand der aufgenommenen Umrisse erkennt das Steuerungssystem, wie viele Personen über die Straße wollen. Die intelligente Bildauswertung ermöglicht eine Verkürzung der Wartezeiten und bewirkt eine längere Grünphase, falls eine größere Gruppe die Kreuzung überqueren will. Immerhin bevölkern 14.159 Radfahrer und Fußgänger innerhalb von zwölf Stunden die Staatsbrücke, wie eine Zählung aus dem Jahr 2010 ergab. Die Personen werden von den Kameras nicht erkennbar dargestellt. Das dritte Projektziel ist eine "taktische Fahrweise" der Öffis, um ein gleichmäßiges Rollen ohne erzwungenen Halt zu erreichen. Den Lenkern der Busse wird die optimale Fahrgeschwindigkeit signalisiert.

"Share" wurde eigentlich von der Stadt Graz initiiert, Projektentwickler ist die Gevas-Software mit Sitz in München. Doch das Projekt sei aufgrund nicht vorhandener Personalressourcen in Graz gescheitert, heißt es. Deshalb wird es jetzt in Salzburg umgesetzt. Die Kosten für "Share" betragen 822.000 Euro, davon sicherte die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG 461.000 Euro zu. Für die Infrastruktur, die technische Aufrüstung der Anlagen mit dem Softwareprogramm und die Vernetzung mit dem Zentralrechner zahlen Stadt und Land Salzburg 150.000 Euro. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. Februar 2012)

  • Intelligente Ampelsysteme sollen künftig den Verkehr flüssiger machen.
    foto: fischer

    Intelligente Ampelsysteme sollen künftig den Verkehr flüssiger machen.

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