Steueroase austrocknen

Schweiz macht Ernst mit Weißgeldstrategie

21. Februar 2012, 19:57

Zürich - Die Schweiz will sich endgültig vom Geschäft mit ausländischen Steuersündern lossagen. Am Mittwoch legt Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf der Regierung ihre Pläne vor, wie die Steueroase ausgetrocknet werden soll. Die sogenannte Weißgeldstrategie sieht vor, dass die Banken des Landes nur noch Geld von Kunden annehmen dürfen, die schriftlich erklären, ihre Vermögenswerte korrekt versteuert zu haben, heißt es aus dem Umfeld der BDP-Finanzministerin.

Mit den neuen, schärferen Vorschriften macht Widmer-Schlumpf einen großen Schritt auf die Sozialdemokraten (SP) zu. Diese setzen sich seit längerem dafür ein, dass die Schweizer Banken stärker an die Kandare genommen werden und machen davon ihre Zustimmung zum neuen Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA abhängig. Sollte das Doppelsteuerabkommen scheitern, könnte weiteren Schweizer Banken wie Credit Suisse und Zürcher Kantonalbank (ZKB) in den USA eine Anklage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung drohen.

Dank des Bankgeheimnisses haben gerade kleinere Schweizer Privatbanken jahrzehntelang gut an ausländischen Kunden verdient, die ihr Geld vor den heimischen Steuerbehörden verbargen. Doch der Druck der USA und europäischer Länder, die Steueroase auszutrocknen, nimmt weiter zu. So klagten die USA kürzlich die älteste Schweizer Bank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung an. Eine solche Klage kann für eine Bank existenzbedrohend sein.

Langsam

Dennoch setzen Schweizer Banken laut einer jüngst veröffentlichten Studie des Buchprüfers KPMG noch immer stärker auf das Geschäft mit Steuersündern als ihre ausländischen Konkurrenten. So will lediglich ein Viertel aller Geldinstitute bis Ende des Jahres eine Weißgeldstrategie fahren. Andere Finanzplätze wie Luxemburg und Singapur sind da schon deutlich weiter.

Aufgrund des starken Drucks aus den USA und Europa hat sich mittlerweile auch unter den Schweizer Bankern die Einsicht durchgesetzt, dass die Geldhäuser nicht länger um eine Verschärfung der Kontrollen herumkommen. Gegenüber dem "Sonntagsblick" erklärte Credit Suisse -Konzernchef Brady Dougan unlängst, er würde die Einführung einer Deklaration begrüßen. Eine über die Selbstdeklaration der Bankkunden hinausgehende Regelung, wie Medien verschiedentlich berichtet hatten, soll es aber nicht geben. Den Banken eine Polizei- und Kontrollfunktion aufzubürden wäre ein "Riesenaufwand", sagt Hansjörg Hassler, Fraktionschef von Widmer-Schlumpfs bürgerlicher BDP. Die "SonntagsZeitung" hatte berichtet, die Finanzministerin wolle die Banken zwingen, bei Verdacht auf Steuervergehen selbst aktiv werden. "Die Verantwortung des Geldes muss ganz klar beim Kunden bleiben", erklärt Hassler dagegen.

Zahlreiche Banken- und Wirtschaftsvertreter hatten sich zuletzt gegen Schwarzgeldkontrollen durch die Banken ausgesprochen. Eine solche Vorgabe sei für die Banken eine "Mission Impossible" sagte unter anderen ZKB-Chef Martin Scholl. Und auch für CS-Chef Dougan ist es fast unmöglich festzustellen, ob ein Kunde alle Vermögenswerte angegeben hat, selbst wenn dieser einen Steuerausweis vorgelegt hat. In die gleiche Kerbe schlagen auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und die Schweizer Bankiervereinigung. Letzten Endes müsse eine Bank ihren Kunden vertrauen, sagte Thomas Sutter, Sprecher der Bankiervereinigung. "Sie können nicht dafür verantwortlich gemacht werden, ob ihre Kunden Steuern bezahlt haben oder nicht." (APA/Reuters)

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José Atento
00
23.2.2012, 09:58
Der gierige Wasserkopf (Politiker, Verwaltung)

greifen zu immer restriktiveren Methoden, die Freiheiten des Bürgers zu beschneiden und das dumme Volk bekommt es wegen der Propaganda gar nicht mit.
Da gibt es Argumente wie Schwarzgeld, Terrorismus,...

Aber die tägliche Korruption in der Politik und Verwaltung, ungerechtfertigt hohe Gehälter und Pensionen, die interessieren niemanden.

großgoscherter Zwerghamster
11
22.2.2012, 12:13
Es wäre so einfach:

Jede Bank der Welt ist verpflichtet, den Kontostand zu einem Stichtag an die Steuerbehörden des Heimatlandes des Kontoinhabers zu melden.

Jede Bank - oder jedes Land - die nicht mitmacht, wird international geächtet.

Lässt sich per EDV automatisch erledigen und damit wäre Steuerhinterziehung ein für alle mal unmöglich - außer man beginnt Bargeld zu horten.

Da gäbs dann auch noch ein paar Möglichkeiten.

Man muss nur wollen. In Zeiten, wo jeder Furz auf Facebook breit getreten wird, sollte auch diese Information für die Steuerbehörden kein großes Problem sein.

José Atento
01
23.2.2012, 10:00
George Orwell hate keine Ahnung,

was heutigen Bürgern alles so einfällt, damit sie von den Mächtigen endgültig versklavt werden können ???

Mostbluzza
00
22.2.2012, 13:56
ja der überwachungsstaat

nur weil der staat nicht wirtschaften kann, soll man die hose runterlassen.

aber: die reichen werden sich überlegen, wie sie das system umgehen, meinens nicht?

wer braucht eine bank fürs ... wofür eigentlich.
achja für investements, fürs deponieren und liegen lassen, zinsen lukrieren - das geht ohne bankkonto sogar angehmer

durchschauens das einfach mal. der staat will schwarzgeld und informationen. aber warums schwarzgeld gibt interessiert ihn wenig und wie das zustande kommt.

José Atento
01
23.2.2012, 10:04
Die wirklich Reichen sind schon lange wieder weg von der Schweiz.

Wer bitte hat heute noch sein Geld auf irgendwelchen Nummernkonten liegen, wo das Geld rasant entwertet wird und die Schweiz seit Jahren Null Zinsen zahlt ??

Die Leute gehen in Sachwerte. Da gibt es fast endlose Möglichkeiten, wie man Geld (weiß oder schwarz) gut verstecken kann.
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Man darf halt nicht so fantasielos sein und einfach nur Immobilien kaufen, denn da könnte der Staat zugreifen oder nachfragen, woher das Geld kommt.

Wolfgang Pimminger
 
20
22.2.2012, 18:35
Na, bei Steuerhinterziehung geht's eigentlich nicht darum,

dass der Staat nicht wirtschaften kann. Okay, kann der Staat nicht wirklich gut, da geb ich Ihnen schon recht ;-)

Das kann aber andererseits nicht automatisch heißen, dass Steuerhinterziehung mit DER Begründung zulässig wäre. Generell schadet die Vereinigung der Steuerflüchtlinge jedem Einzelnen von uns.

Mir geht der Staat mit diesen Leuten auch viel zu sanft um, da wird lieber amnestiert, als sanktioniert. Persönlich empfinde ich das als Sauerei.

Ich würd viel lieber sehen, dass diejenigen denen man auf die Schliche kam, dann für einige Zeit Sozialdienste ableisten, am besten auffallend gekennzeichnet.

Wolfgang Pimminger
 
00
23.2.2012, 11:00
Ah, Rotstrichler :-)

Lesen Sie mit Herr Grasser und finden die Aussicht auf Strassenreinigungsdienst nicht so prickelnd?

José Atento
00
23.2.2012, 10:10
Warum hat der Staat so viele anhängige Bürger geschaffen?

Da steckt doch die Machtgier der Politiker und deren Freunde dahinter. So clever sollte man als Bürger doch sein, um das zu verstehen.

Wir müssen als Bürger wieder unsere Eigenverantwortung zurückerlangen und dadurch gewinnen wir wieder kleine Freiheiten, die wir nutzen können, um uns von diesem Schuldenmoloch und diesem Wassrekopf zu befreien.

Wolfgang Pimminger
 
00
23.2.2012, 11:01
Und was wollen Sie mir damit sagen?

José Atento
01
23.2.2012, 10:07
Der Datenschutz, egal in welcher Form, ist nicht dazu da, um Schwarzgeld zu verheimlichen,

sondern hier geht es um Bürgerrechte und Bürgerfreiheiten, damit die Mächtigen (der Staat) nicht tun und lassen können was sie wollen!

Wolfgang Pimminger
 
00
23.2.2012, 11:06
Nein, dazu ist der Datenschutz natürlich nicht da.

Der Datenschutz ist u.A. dazu da, um JEDEN vor Repressalien zu schützen.

Dieses "Jeder" ist esentieller Bestandteil des Rechtsstaates, ebenso wie der Grundsatz "unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist".

Setzen Sie das erstmal ausser Kraft, dann haben Sie wahlweise Gestapo oder Stasi, in jedem Fall aber Willkürjustiz.

dreifaches Integral
01
22.2.2012, 22:13

ja klar!
"auffallend gekennzeichnet" ...
wie wärs mit nem gelben Stern, hat sich ja schon einmal bestens bewährt.
Oder wir gehn noch ein bisserl weiter zurück - so ein Pranger vorm Steffl wär doch was!

Also manchmal bin ich doch noch froh, dass es hier -mehr oder weniger- einen Rechtsstaat gibt.

Wolfgang Pimminger
 
20
23.2.2012, 00:12
Ihnen ist wirklich zu gratulieren!

Der Vergleich mit dem gelben Stern ist wohl unter aller Sau! Ich hab schon lang nimmer erlebt, dass jemand in seiner Argumentation derart pietätlos in die Sch... gegriffen hat.

Der Pranger hingegen war keine gar so schlechte Idee. Schuld und Sühne, schon mal davon gehört? Mit Geldstrafen können Sie diese Leute nicht schrecken, mit Knast auch nicht. Aber alle diese Korrupties sind eitel bis zum Abwinken, dort können Sie diese Bande also treffen.

Bei einem Niemand wär diese Art der Bestrafung hingegen völlig verfehlt.

José Atento
00
23.2.2012, 10:13
Mein lieber Herr

Es gibt halt auf dieser Welt nicht nur schwarz oder weiß, wie wir in unserer aufgeklärten Welt heute wissen - gut einige sind da noch nicht angekommen.

Im Mittelalter dachten die Leute auch so.
Man foltert die Leute, bis sie alles zugeben und dann hat man sie hingerichtet oder an den Pranger gestellt.

Wolfgang Pimminger
 
20
23.2.2012, 11:13
Sie sind der nächste, dem sinnerfassendes Lesen offenbar fremd ist.

An welcher Stelle hab ich irgendetwas von Folter geschrieben? Oder von Hinrichtung?

Ich schrieb - Achtung zurückscrollen:
"Ich würd viel lieber sehen, dass diejenigen denen man auf die Schliche kam, dann für einige Zeit Sozialdienste ableisten, am besten auffallend gekennzeichnet."

Passt für Sie der Zusammenhang zum Pranger nicht? Macht nix: Wikipedia kann Ihnen das erklären.

Also hören Sie auf mich belehren zu wollen, dazu reichts bei Ihnen nicht.

Wolfgang Pimminger
 
10
22.2.2012, 12:34
So geht's nicht, das widerspricht einer ganzen Reihe von Gesetzen.

Gesetze, die im Übrigen zu Recht verhindern sollen, dass der Bürger zum gläsernen Objekt wird.

Aber andersrum lässt sich das machen. Nämlich indem man die Banken verpflichtet, direkt von den Konten entsprechende Steuern zu erheben, die dann an die Herkunftsländer überwiesen werden. Im jeweiligen Heimatland kann dann der auf diese Art Besteuerte die Steuerzahlung im Zuge seiner Steuererklärung geltend machen, indem er den Nachweis erbringt zu Unrecht oder zu hoch besteuert worden zu sein.

José Atento
00
23.2.2012, 10:16

Gibt es doch schon - das nennt man Quellensteuer!

Aber als relativ Kleiner kanns't vergessen, dass du vom ausländischen Finanzamt diese Steuer zurückbekommst. Der Verwaltungsaufwand für den Privaten wäre enorm hoch.

In Ö zahalt man dann nochmals KESt!

Das ist heute gängige Praxis, doch das erwähnen die linken Medien leider niemals.

Wolfgang Pimminger
 
00
23.2.2012, 11:34
Was Sie nicht sagen!

Bezogen auf die Schweiz reden wir da konkret von der "Verrechnungssteuer". Auf die will - so ich das richtig verstanden habe - FM Fekter Anspruch erheben.

Zu Ihrem relativ Kleinen: Was will der mit einem Konto in der Schweiz?

Zur KEst: Nein, die zahlen Sie in Österreich nicht nochmals. Wenn Fekter den Anspruch durchsetzen kann, dann fällt das in die Österreichische Einkommenssteuer und wird mit der in der Schweiz erhobenen Verrechnungssteuer im Zuge der Steuererklärung gegenverrechnet.

José Atento
00
24.2.2012, 12:13
Es geht in diesem Fall nicht um ein Konto,

sondern z.B. um Dividenden auf schweizer Aktien die in einem österrr. Depot verwaltet werden.

Hier ist das Gegenverrrechnen der schweizer Quellensteuer mit der österr. KESt extrem kompliziert.

Wolfgang Pimminger
 
00
25.2.2012, 02:09
Jo mei.

Das bei Ämtern der Schimmel wiehert ist eigentlich bekannt.

Da hilft bestenfalls eine Beschwerde beim zuständigen Ministerium, Nationalratsabgeordneten oder am Salzamt. Wo, dürfte aber letztlich egal sein ;-)

großgoscherter Zwerghamster
10
22.2.2012, 13:14
Nun, Gesetze sind Menschenwerk. Es wäre daher ein leichtes die Gesetze

entsprechend anzupassen. Denn, von welcher Seite sie das Pferd auf zäumen, ist im Endeffekt dann ja egal.

Vor allem geht es ja nicht nur um Steuerhinterziehung, sondern auch um organisierte Kriminalität.
Und dazu ist es nunmal zwingend, dass die Heimatbehörden Namen und Zahlen exakt zuordnen können.

Wenn man in ihrem Fall anonym einfach zB den Höchststeuersatz abzieht, kommt zwar Geld rein, aber man weiß dann noch immer nicht aus welchen Quellen das Geld stammt.

Wenn zB der Finanzminister eines Landes plötzlich über eine Million Steuern zahlt, wird die Behörde wohl nachprüfen, woher das Geld stammt. Wenn der Betrag einfach abgezogen wird, tappt man - wie jetzt - im Dunkeln!

Sie verstehen auf was ich hinaus will?

Wolfgang Pimminger
 
00
22.2.2012, 13:35
jo, versteh ich.

Dennoch bin ich damit nicht einverstanden. Das ist dieselbe Argumentation, mit der in Amerika die Heimatschutzbehörde gegründet wurde.

Die bringt zwar nicht mehr Sicherheit, aber schnüffeln darf sie überall. Ähnlich unser "Terrorparagraph". Man weiß, wie's ausgegangen ist: Tierschützer und Väter, die ihr Recht auf Vaterschaft einfordern.

Danke, aber... Danke, nein!

großgoscherter Zwerghamster
10
22.2.2012, 14:03
Es geht nicht um schnüffeln.

Man muss endlich einsehen, dass Geld als universelles Tauschmittel anders behandelt werden muss, als alle anderen Waren im Wirtschaftskreislauf.

Und wo liegt das Problem, wenn der Finanzminister weiß, wie viel ich verdiene? Das tut er nämlich jetzt auch schon.

Es ändert sich genau NICHTS, außer, dass man es den zwielichtigen Elementen erschwert, ihre Schäfchen ins trockene zu bringen.

Geld ist das einzige, wo JEDE Privatsphäre völlig abgeschafft gehört. Nur so kann man die ehrlichen wirklich schützen - weil sich für die eben nichts ändert. Der gläserne Finanzstaatsbürger ist ja ohnehin schon Realität - aber nur für den kleinen Mann. Die anderen richten sichs wie sie es brauchen!

Wolfgang Pimminger
 
00
22.2.2012, 14:45
Also bitte!

Wenn's um Steuersünder geht, dann geht's in erster Linie mal darum, die Steuern einzutreiben. Zur Steuerwahrheit erzieht man die Leute am besten, indem man ihnen in die Brieftasche greift - möglichst tief. Denn wenn's billiger ist, alles von vorneherein offenzulegen, dann zahlt sich's halt einfach net aus.

Und gegen kriminell erworbene Gelder hilft nur bessere Zusammenarbeit in der Strafverfolgung. Alles Andere ist da letztlich wirkungslos.

großgoscherter Zwerghamster
10
22.2.2012, 15:02
Jo mei, wenn ma uns auf einen weltweiten

Einheitssteuersatz von mindestens 50% einigen, bin ich da auf ihrer Seite.

Wirds nur nie spielen, weil es eben die Falschen (in Wahrheit also die Richtigen) treffen würde.

Wunschdenken, Tagtraum...

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