Oskar Deutsch

Ein Kaffeeröster führt die jüdische Gemeinde

Kopf des Tages | 21. Februar 2012, 18:25
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    foto: apa/neubauer

    Ariel Muzicants Vize Oskar Deutsch in neuer Funktion.

Oskar Deutsch wird Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde

Ein neues Gesicht steht seit Dienstagabend an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), und auch mit ihm zieht wohl ein anderer Führungsstil ein. Aber der Kurs wird gleich bleiben. Denn Oskar Deutsch, der mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Ariel Muzicant gewählt wurde, ist die Garantie, dass es in der jüdischen Gemeinde so weiterläuft wie unter Muzicant.

Doch die Rollenverteilung wird sich ändern müssen. Bisher war klar vorgezeichnet: auf der einen Seite Muzicant, der Polterer, der Mann, der in der Öffentlichkeit steht. Auf der anderen Seite stand der vergleichsweise unauffällige Deutsch, der schon seit 1999 als Vizepräsident arbeitete - und mitverantwortlich für die Entschuldung der Wiener Gemeinde war. Seit Jahren werde nur noch ausgeglichen budgetiert, erzählt er voll Stolz.

Es ist nicht die erste Funktion, die Deutsch in der IKG innehat. Seit 1993 sitzt er auch im Kultusrat. Und er ist Vorsitzender des Sportklubs Maccabi Wien. Als Chef des Organisationskomitees der Makkabi-Spiele im Vorjahr in Wien stand er erstmals auch für einen kurzen Moment im Rampenlicht. Sein Hobby? "In erster Linie die Gemeinde", sagt er.

In zweiter Linie wird es wohl die Wiener Austria sein. Sein Vater habe ihn als Vier-, Fünfjährigen auf den Fußballplatz mitgenommen, "so wird man dann Anhänger", erinnert er sich. Aber über Privates redet er nicht gerne. Die Informationen sind daher dünn: Geboren am 25. April 1963 in Wien, ist er heute selbst ein verheirateter Familienvater.

Beruflich hat es ihn in den Familienbetrieb verschlagen. Deutsch ist Geschäftsführer der Alvorada Kaffeehandelsges.m.b.H. Gehandelt wird mit Kaffee und Tee in Österreich, man mischt aber auch im weltweiten Rohkaffeehandel mit. "Ich trinke Kaffee selbst gerne und verkoste gerne auch Rohkaffee", sagt der moderne Kaffeeröster.

Der jüdischen Gemeinde wünscht er vor allem, dass sie weiterhin eine Einheitsgemeinde bleibt und sich nicht wie andernorts aufsplittet. Wichtig sei auch, die Zahl der Mitglieder (in Wien sind es rund 7500) durch Einwanderung zu erhöhen. Wie er das anstellen will, ließ Deutsch bisher noch offen. Es werde "über alles Mögliche diskutiert", sagte er kurz angebunden.

Viel Zeit, sich zu profilieren, hat Deutsch nicht. Schon im November stehen in der IKG nämlich die planmäßigen Wahlen an. (Peter Mayr, DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2012)

Kommentar posten
20 Postings
ichbinich94
11
22.2.2012, 14:48

Erstmal viel Glück dem neuen Präsidenten!Hoffentlich hat er als Politiker mehr Talent als als Kaffeeröster...

Peter Hammer 06
35
22.2.2012, 14:05
Herr Deutsch - MASELTOV!

flary
23
22.2.2012, 13:49

Gemäßigt in der Wortwahl ist immer gut, das Programm klingt auch nicht schlecht. Ich wünsche Herrn Deutsch viel Erfolg für die Zukunft!

Abin_Sur
 
1113
22.2.2012, 09:39
wer diesen

Café verbricht, der frisst auch kleine Kinder!

so so ....
01
23.2.2012, 10:03

man mag über einen kaffee denken was man will, aber dieser satz ist so deplatziert und geschmacklos, wie nur irgendwas sein kann.

emma goldman
01
22.2.2012, 18:40

.....so schlecht ist der auch wieder nicht, probieren sie mal den nescafe gold. Kostet das dreifache und ist zum erbrechen.

der kleine mann
23
22.2.2012, 15:57
Und was bitte muss man trinken ...

damit man einen derartigen Blödsinn schreibt?

torch
 
00
22.2.2012, 14:15
Soso

wo doch der einst sogar den Kurt Sobotka über Wasser gehalten hat!

Kontrahent1
11
22.2.2012, 13:58
Ich trinke ihn seit Jahren

und preiswert ist er ausserdem. (Auch von Gästen habe ich eigentlich nur Zustimmung; liegt es vielleicht an der Zubereitung?)

Santino Corleone
48
22.2.2012, 09:30
Erhöhung der Gemeindemitglieder durch Zuwanderung

klingt so als wäre er (wie sein Vorgänger) bei der SPÖ.

Peter Hammer 06
31
22.2.2012, 14:06
Was wäre daran so schlimm?

das ist fix
02
23.2.2012, 10:58

für die ikg wäre z.b. schlimm, dass die meisten zuwanderer aus muslimischen ländern kommen

Stahl_____666
149
22.2.2012, 08:42
.

Die Austria war schon immer ein unsympathischer Verein.

Peter Hammer 06
00
22.2.2012, 14:01
Zebilein hat recht! P.H.06 - Rapidfan.

bloody-nine
 
20
22.2.2012, 13:21
ich hoffe inbrünstig

dass du kein rapidler bist.

Peter Hammer 06
10
22.2.2012, 15:02
Dem Wunsch schliesse ich mich vom Herzen an!

zebilein
74
22.2.2012, 08:59
Die Austria vielleicht ...

... Sie aber auf jeden Fall.

Heinz Anderle
 
99
21.2.2012, 20:56
Sehr geehrter Herr Deutsch,...

... bitte rösten Sie künftig vor allem diese braunen "Stinkbohnen" (Sie wissen, jene, die den Kaffee ordentlich verderben können, selbst als schwacher und dünner Aufguß von verschimmeltem Ersatz-"Muckefuck") ganz tüchtig durch, auch wenn diese nie und nimmer genußtauglich werden.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

tschamba fii
11
21.2.2012, 21:20
na dat fäng ja gut an

Heinz Anderle
 
1310
22.2.2012, 07:03
... und geht hoffentlich so weiter.

Der Gemeinde bleibt Wachsen, Gedeihen und Blühen zu wünschen, wie das Gelobte Land, mit Löwenkraft und -mut eines Makkabi gegen alle Widersacher und -linge.

Österreich darf nämlich nicht in der Geiselhaft arischgesichtiger (n. Karl Kraus) Narrenkappelständer (nicht von Karl Kraus) und ihres Zwerg Bumsti (Comicfigur) am End' sich gar noch ein Stockholm-Syndrom einfangen. Auch tausendjährige Korpo..., wie schreibt man das richtig - äh, Koprolithen sind nur fossile Häufchen (grad', weil heute wieder einmal Hoamat-G.A.U. am Aschermittwoch ist, mit Wortspielen und so)

Hier ganz ernst: ich glaube, es heißt "Mazel Tov"?

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

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