Kommentar von András Szigetvari

Erster Gehversuch gelungen

Kommentar | András Szigetvari, 21. Februar 2012, 18:26

Einigung auf die Entschuldung Athens: Die Politik hat die Zügel wieder in der Hand

Das große Werk ist noch nicht getan, es ist nur ein Schritt vorwärts: Was die Finanzminister Dienstagfrüh vereinbart haben, wird Athen finanziell zweifellos entlasten. Neben der Beteiligung der Banken an der Entschuldung haben auch die Euroländer ihre Kreditkonditionen für Hellas entschärft.

Doch Griechenland steht weiter vor einer Herkulesaufgabe: Das Land soll 2012 3,3 Milliarden Euro einsparen. Niemand weiß, ob das gelingt - und selbst wenn, ob es dem Land hilft oder ob der Sanierungskurs die Lage nur verschlimmert. Schon jetzt ist jeder fünfte Grieche arbeitslos, die Konjunktur im freien Fall, die politische Stimmung im Land ist aufgeladen.Nur wirtschaftsliberale Hardliner können glauben, dass die geplante Entlassung von 30.000 Beamten und die Einschnitte im Gesundheitssystem (eine Milliarde Euro) das Land nicht vor die Zerreißprobe stellen werden. Europa und der Währungsfonds sollten sich daher dringend überlegen, ob es nicht Zeit wäre, das von Athen verlangte Reformtempo zu drosseln. Denn ohne dass die Wirtschaft in Griechenland wieder in Gang kommt, werden alle Sparbemühungen nutzlos sein.

Trotz dieser Schattenseiten haben die Finanzminister mit ihrer Einigung eines geschafft: Die Politik hat das Zepter des Handelns von den Märkten übernommen. Nach Ausbruch der Eurokrise waren die öffentlichen Debatten zu lange von Panikmache bestimmt. Die Europäische Zentralbank unter Jean-Claude Trichet stand an der Spitze jener Bewegung, die um jeden Preis eine Entschuldung Griechenlands verhindern wollte. Die Politik spielte lange mit: Die französische Ex-Finanzministerin Christine Lagarde schloss noch im Sommer 2011 eine Umschuldung strikt aus. Ganze EU-Gipfel standen im Zeichen der Furcht, dass Athen von den drei Ratingagenturen als Pleitefall eingestuft werden könnte. Das Argument war, dass Europas Banken und Versicherungen den Bankrott nicht verkraften würden.

Nun ist der Beschluss zur Entschuldung gefallen, die Ratingagenturen werden Hellas bald als Pleitefall einstufen - und Europa steht noch. Im Kern wird es in den kommenden Monaten darum gehen müssen, diesen wiedergewonnenen Spielraum gegen den Druck der Investoren zu verteidigen. Entscheidend ist jetzt, wie viele Banken sich "freiwillig" an der Umschuldung beteiligen. Schon jetzt ist absehbar, dass einige Investoren nicht mitziehen werden. Aber die Politik, von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel abwärts, muss dieses Spiel nicht noch mal mitmachen: Die jüngsten Erfahrungen zeigen, dass es keine Tabus geben darf. Wenn die Entschuldung nicht freiwillig klappt, sollte sie Griechenland per Gesetz durchziehen dürfen.

Nahezu alle Banken haben die griechischen Anleihen, die sie noch halten, wertberichtigt - die Branche hat vorgesorgt. Schließlich muss die Eurozone auf eine zweite Flanke achten: Irland und Portugal ächzen ebenfalls unter ihrer Schuldenlast. Der Fall Irlands ist besonders perfide, weil dort im Gegensatz zu Griechenland nicht die Menschen über ihre Verhältnissen gelebt haben, sondern die Krise Folge der Bankenpleiten war. Irland muss den Gläubigern seiner aufgelösten Kreditinstitute in den kommenden 20 Jahren 47 Milliarden Euro auszahlen. Hinter den Kulissen bemüht sich Dublin bereits um eine Entlastung. Gelingt auch hier eine Einigung, wären es bereits zwei Schritte in die richtige Richtung. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2012)

Kommentar posten
25 Postings
01052004
01
22.2.2012, 17:07
und die verursacher dieses schlamassels

sitzen noch immer dick, fett und präpotent in ihren chefsesseln, yachten und überteuerten villen...

hungern und leiden tut das volk. menschen wie wir.

das die irgendwas abfackeln ist irgendwie verständlich...wer nix mehr zu verlieren hat...

sollen die griechen zum überleben ihre organe verkaufen??? soll griechenland zur drehscheibe für den internationalen waffen-, drogen- und schmuggelhandel und ein hort doiverser mafias (samt super-korruptionitis) werden???
dann bitte genauso weitersparen - damit es den gläubigern weiterhin so gut geht, daß sie millionenschwere boni an sich ausbezahlen können...

peace & love
00
22.2.2012, 17:01
ein stimmungsaufheller ..

... war wohl der vater dieses 'artikels'.

leider nur symptombekämpfung.

mit riesenschritten zur NWO aka ganzsichernicht
 
00
22.2.2012, 16:49
...die "politik" hat genau nichts im griff!

die "märkte", troika, werauchimmer, hat die sogenannten "politiker" in der nochmehr sogenannten "demokratie" im griff! begriffen?

cannery row
00
22.2.2012, 13:52
bitte!!..

das stimmt doch nicht. mal in der süddeutschen nachlesen, da ist das geheimpapier der troika zur TATSÄCHLICHEN entwicklung zu sehen.

Adam Markus
00
22.2.2012, 12:41

Nein. Die Finanzindustrie und ihre marktradikalen Lakaien in der EU haben all ihre Forderungen durchgesetzt. Das braucht man auch nicht beschönigen...

Walther von der Vogelweide, der 1.
04
22.2.2012, 11:23
Die Politik hat die Zügel wieder in der Hand

Nimmt der Kommentator - András Szigetvari - Drogen?
Wer weiß da mehr?

higgs - wozu?
01
22.2.2012, 11:54

ach was - die politik hat unsere zügel fest im griff - er erwähnt halt nur nicht, wer die zügel der politiker fest im griff hat - hat er wohl vergessen;-))

Franz_Josef
11
22.2.2012, 11:20
und hier kommt der zweite "Gehversuch"

Europäischer Stabilitätspakt (ESM) ist Machtergreifung der EU-Diktatoren
http://www.youtube.com/watch?NR=... 5j0_kVFH98

ESM von der Demokratie zur Diktatur in Europa
http://www.youtube.com/watch?v=iTkytT-GaCM

Hanns Ch.1
01
22.2.2012, 07:57
wunschdenken,..

auch wenn es ein wunsch bleibt, aber es wäre für europa nur wünschenswert, könnte sich griechenland wieder erholen,...
denn in wahrheit ist uns dieses land nur einen schritt voraus, ...andere könnten schneller in dieselbe situation kommen, als uns allen lieb ist.

santa fe
 
32
22.2.2012, 01:23
"Die Politik hat die Zügel wieder in der Hand"soll das ein witz sein? die troika besteht aus EU, IWF und EZB. selbst wenn die EU-politiker keine handlanger der FI wären, bleibt der FI (finanzindustrie) immer noch eine zweidrittelmehrheit.

bei allem verständnis für die abhängigkeit der medien von ihren financiers, hier wird durch übertreibung der liebdienerei ein gegenteiliger effekt erzielt.

wir alle sind griechen, (zumindest staatlich) überschuldet und renditenlieferanten für die FI (FINANZINDUSTRIE), die seit 2008 die grössten gewinne ihrer geschichte macht. die unermesslichen weltschulden entsprechen exakt ihrem unermesslichem guthaben (=vermögen), welches es in krieg investiert, in militärischen krieg, in krieg gegen den sozialstaat, die demokratie, die souveränität jedes einzeln.

wir müssen diese souveränität zurückerobern, solange demokratie noch de jure existiert. mit dem

BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMEN für alle

erlischt der lohnterror und damit die FI-tyrannei.

site:°~+*-||!#.\>
11
22.2.2012, 00:14

Quatsch, die Politik hat total versagt.

Ob Ratingagenturen Hellas als Default einstufen, ist wurscht, denn über die CDS entscheidet die (wahre Weltregierung) ISDA:

http://www.lobbypedia.de/index.php... ssociation

Seriösere Informationen hier:

http://www.handelsblatt.com/politik/i... 35590.html

http://www.querschuesse.de/griechenl... ohne-ende/

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/02/38593/

http://www.handelsblatt.com/politik/i... 37260.html

Dem Standard fehlt einfach eine kompetente Wirtschaftsredaktion.

higgs - wozu?
00
22.2.2012, 11:57

der politik versagen zu unterstellen, kann nur daher rühren, daß man die aufgabe der politiker nicht kennt - die machen einen guten job, man muss nur wissen, was ihr job ist, und für wen sie ihn machen, damit man das erkennt _ bester beweiß für die these: wir stehen noch immer nicht auf der straße, wärend man unsere kinder mit unserer zustimmung zu sklaven der zinsen macht.

</ lustig>
21
21.2.2012, 22:35
Die Politik hat die Zügel wieder in der Hand?

Die Hedge-Fonds (Elliot läßt grüßen!) werden der Politik binnen kürzester Zeit zeigen, was sie sich ihr Rettungspaket kann...

politisch verfolgt
32
21.2.2012, 20:40
die griechenland-show ist over

mit diesen milliarden wird der austritt aus der eurozone ein paar wochen verzögert, mehr nicht.
ende der vorstellung, bitte weitergehen, es gibt nichts zu sehen.

yasmin huber
20
21.2.2012, 18:39
"Wenn die Entschuldung nicht freiwillig klappt, sollte sie Griechenland per Gesetz durchziehen dürfen"

ich glaub, er hat die lösung des problems gefunden

Goldfinger
33
21.2.2012, 21:24
nein, wenn

dieser komische Swap*) nicht freiwillig erfolgt soll Griechenland aus dem Euro gehen und ALLE Zahlungen einstellen. Dann sind wenigstens ALLE Gläubiger gleich betroffen !

*) von einer "Entschuldung" kann hier überhaupt keine Rede sein, das Land hat hinterher gleich viel Schulden wie vorher !!
Die Bezeichnungen "Hilfe" oder "Rettung" sind so passend wie "Arbeit macht frei" in Dachau.

Poldi Fesch
10
21.2.2012, 19:52
und

dann ?

tschamba fii
11
21.2.2012, 20:58
Genau, und dann?

so wars auch gemeint

Poldi Fesch
00
21.2.2012, 21:28
die Ironie

ist aber gut versteckt

yasmin huber
11
21.2.2012, 21:03
Danke

grün dafür

tschamba fii
10
21.2.2012, 21:05
bitte sehr

auch ich ihnen grün

yasmin huber
00
21.2.2012, 21:07
Ob die uns des glauben?

tschamba fii
01
21.2.2012, 21:10
im standard glaubt man fas alles

wenns passt

der schwitzbär der schwitzt sehr
07
21.2.2012, 22:27

mir scheint, ihr zwei seid's ein Fall für die Gangaufsicht

01052004
00
22.2.2012, 17:08

eric cartman ???

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