Athener Hilfspaket

Währungsfonds zieht in Europa die Bremse

21. Februar 2012, 18:02

Anteil an neuem Hilfspaket geringer - Aufstockung des Rettungsfonds als Bedingung

Dem Internationalen Währungsfonds werden die Risiken durch die Turbulenzen in der Eurozone allmählich zu groß. Fonds-Chefin Christine Lagarde hat nun ihre intern bereits angekündigte Aussage, beim zweiten Hilfspaket für Griechenland nur noch einen kleineren Beitrag leisten zu wollen, umgesetzt. Für den neuen Notkredit schießt der IWF nur noch 13 Milliarden zu, zehn Milliarden noch nicht verwendete Mittel kommen zudem aus dem ersten Programm.

Selbst dieses reduzierte Engagements ist noch nicht in Stein gemeißelt, wird doch das Direktorium des Währungsfonds erst mit der Freigabe der Gelder befasst werden. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass sich Lagarde das Pouvoir im Vorfeld von den Großaktionären geholt hat. Die sind auch der eigentliche Grund für die Zurückhaltung. Die USA, aber auch Schwellenländer wie China oder Brasilien, stehen seit geraumer Zeit auf der Bremse. Sie fordern ein höheres Engagement der Europäer und verweisen auf die bereits hohen Hilfszusagen des Fonds für Europa. Zu den 43 Milliarden für Griechenland - das ist im Verhältnis zu Größe des Landes überhaupt der höchste Kredit in der Geschichte des Fonds - kommen noch 22,5 Milliarden für Irland und 26 Milliarden für Portugal hinzu.

Bedingungen

Lagarde hat die neuen Zusagen für Athen mit Bedingungen verknüpft, die weitere Diskussionen erfordern. Die Französin verlangt von den Europäern die Stärkung des Rettungsfonds EFSF (European Financial Stability Facility) und seines permanenten Nachfolgers ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus). Dass sie das ernst meint, zeigt schon das Timing: Der Termin für die Freigabe der Griechenland-Mittel durch das IWF-Direktorium ist erst für die zweite Märzwoche angesetzt und damit nach dem EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs. Bei ihrem Treffen steht genau die Vergrößerung des Rettungsschirms auf der Agenda. Auch hier gibt es Anzeichen, dass der Währungsfonds künftig einen geringeren Beitrag leistet (zehn Prozent statt bisher ein Drittel).

Als naheliegende Lösung gilt, dass 250 Milliarden unausgeschöpfte Mittel aus der EFSF nun zusätzlich in den ESM fließen werden. Damit würde der Stabilitätsmechanismus finanziell um 50 Prozent auf 750 Milliarden Euro aufgestockt. (as, DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2012)

sigurd
00
22.2.2012, 08:58
Wie bekommt ein Staat mehr reguläre Einnahmen?

...nicht Danaer-Geschenke.
Es muss mehr gearbeitet werden, aber sinnvoll. Das bedeutet unternehmerischen Mut und Tatkraft? Nicht hohle Ziegel wie Inselverkäufe sind das Mittel der Wahl sondern vielleicht die Belehnung von solchen Inseln, um mit Privatkrediten auf ihnen Gewerbebetriebe oder Handelsbetriebe mit interessanten Absatzmärkten aufzustellen?

Peter_23
00
21.2.2012, 18:42
Tja, jetzt kriegen langsam sogar schon die Schuldenmacher in Frankreich kalte Füsse. IWF ist grossteils aus Frankreich dominiert.

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