Tierische Gefühle

Auch Affen haben einen Sinn für Gerechtigkeit

21. Februar 2012, 22:40

US-Biologe dokumentiert Empörung gegen Ungerechtigkeit und Trost nach einer Niederlage

Vancouver - Offenbar hat nicht der Mensch allein einen Sinn für Gerechtigkeit. Der Biologe Frans de Waal vom Primatenzentrum an der Emory Universität in Atlanta dokumentierte in Videos, wie Affen protestieren, wenn unterschiedliche Belohnungen für die gleiche Aufgabe verteilt werden. Auch Mitgefühl sei weit verbreitet im Tierreich, berichtete de Waal am Montag (Ortszeit) in Vancouver zum Abschluss einer Tagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS.

Bei Affen habe er mehrfach beobachtet, dass ein Tier einem anderen nach einer verlorenen Auseinandersetzung zum Trost den Arm auf die Schulter lege, sagte der Niederländer. Der 63-Jährige forscht seit vier Jahrzehnten mit Affen um seine Theorie zu beweisen, dass ethisches Verhalten nicht nur das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung ist. Es müsse auch ein Resultat der Evolution sein, weil Konfliktlösung und gegenseitige Hilfe Wettbewerbsvorteile im Kampf ums Überleben waren.

Selbsterkennung und Empathie im Tierreich

Bei einer Videovorführung demonstrierte der Forscher und Buchautor auch, dass Elefanten sich im Spiegel erkennen. Die Aufnahmen zeigten ein asiatisches Elefantenweibchen namens Pepsi, das sein Maul vor einem Spiegel weit öffnete und interessiert ins Innere sah. Außerdem versuchte sie, mit dem Rüssel ihre Augenregion abzutasten. Das Team von de Waal hatte je ein im Spiegel sichtbares X darüber gemalt. Der Verhaltensforscher widersprach der Auffassung, Tieren mangle es an der Fähigkeit zur Selbsterkennung, zur Empathie und einem Gefühl für Moral.

Der AAAS lädt jedes Jahr im Februar Wissenschafter und Studenten der verschiedensten Fakultäten zu Vorträgen und Diskussionen ein. Ihre Konferenz gilt als weltgrößte interdisziplinäre Veranstaltung der Welt. Nach Angaben der Organisation nahmen in Vancouver mehr als 8.000 Experten aus gut 60 Ländern an dem Programm teil. (APA, red)

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Posting 1 bis 25 von 38
1 2
h.c.affe
 
00
23.2.2012, 14:24

vielleicht haben affen sogar mehr sinn für gerechtigkeit als wir.

in der Tat
04
22.2.2012, 17:44
Hier ein Video, das mich besonders fasziniert hat:

http://www.ted.com/talks/lan... write.html

Andreas W
12
22.2.2012, 16:54
Dann sind's den Menschen aber eh weit voraus!

Menschen ist Gerechtigkeit voellig wurscht, solange garantiert ist, dass sie selbst moeglichst viel profitieren und alle anderen moeglichst wenig; und wenn garantiert ist, dass andere noch weniger bekommen, verzichten sie sogar auf ein wenig Profit! Deshalb gibt's auch keinen homo oeconomicus sondern nur einen homo "asozialus"

carbonara
05
22.2.2012, 14:32
Man sollte Tiere nicht unterschätzen und Menschen nicht überschätzen

Marquis de Sade
 
04
22.2.2012, 13:33
hach, da fällt mir meine damalige Religionslehrerin wieder ein

"Tiere haben keine Gefühle."

Nick Tameer
10
22.2.2012, 20:55

Sie meinte wohl "edlere" oder "höhere" Gefühle, was dann aber auch nur für eine edlere oder höhere Dummheit spricht.

GAGA3
10
22.2.2012, 17:00

Vielleicht haben sie Gefühle, aber in den Himmel können sie trotzdem nicht kommen.

Nick Tameer
00
22.2.2012, 20:58

Hat Nietzsche Hunden nicht sogar religiöse Gefühle zugesprochen? (Wenn auch deshalb nicht das Himmelreich verheißen.)

DRäb
21
22.2.2012, 15:23

ja den religiösen sind tiere (und menschliche vergewaltigungsopfer) meistens egal

potamu
21
22.2.2012, 17:22

Gottseidank ist die www.atheistische-religionsgesellschaft.at nicht meistens... ;-)

odrr
00
22.2.2012, 04:20
Der Engel im Affen/interview aus 2003 mit de waal

http://www.zeit.de/2003/52/D... _Interview

t 3
 
03
22.2.2012, 02:22
worauf bezieht sich das

"auch"?

achso, erster absatz; na, das kann man durchaus in frage stellen, ob dieser sinn bei der spezies mensch besonders ausgeprägt ist...

pox vobiscum
04
22.2.2012, 15:51

Das kommt von der nicht artgerechten Haltung vieler Menschen...

Nick Tameer
00
22.2.2012, 20:59

Das hast du schön gesagt.

MBP
 
120
22.2.2012, 00:26
quacksalber

Frans deWaal wird hauptsaechlich von Laien bewundert. Was seine wissenschaftliche Arbeit betrifft, ist er recht schwach, v.a. weil er eine klare Agenda hat und diese mit Daten zu unterstreichen versucht.

Und ein Kommentar zum Posting von 'Kein_Postingname':
Das der Mensch nicht der Hoehepunkt der Schoepfung ist, stimmt sehr wohl. Das Menschen eine Art sind ist jedoch genau so wenig umstritten. Das VgT Geschwafel koennen Sie sich sparen.

dschoka
00
22.2.2012, 15:53

Hä?

Roderic Schuchart
03
22.2.2012, 15:01

"Dass"!

Atheist von Gottes Gnaden
00
22.2.2012, 14:01

und drum wird er von der aaas zum plenarvortrag eingeladen und drum publizert er in nature, pnas, etc.

MBP
 
00
22.2.2012, 23:51

ich sag nur Marc Hauser.

Atheist von Gottes Gnaden
00
27.2.2012, 06:53

Was wollen sie uns mit dem Namen Marc Hauser sagen? Marc Hauser ist vor allem für merhfaches wissenschaftlichen Fehlverhalten bekannt.

NONE
18
22.2.2012, 00:48

ES.
GIBT.
KEINE.
SCHÖPFUNG.

Zinsenfeger
00
23.2.2012, 14:23

Aber das sagt ja kein_Postingname. Es ist ein Konstrukt.

Kein_Postingname
111
21.2.2012, 23:11
Es gibt keinen wesentlichen, roten Strich …

… als Abgrenzung in der Entwicklung aller Lebewesen und der des Menschen. Diese Unterscheidung und Überhebung des Menschen als Höhepunkt der Schöpfung ist ein Konstrukt der Ideologie.

NONE
03
22.2.2012, 00:49

Haargenau.

Es ist kein wissenschaftliches Weltbild, sondern ein anthropozentrisches Weltbild.

1950 lasse ich mir dies noch einreden.

Aber 2012 nicht mehr.

Abodroc
12
22.2.2012, 02:16
was aber nichts am überlebensvorteil durch soziale strukturen ändert

diese tatsache verursacht manch anderen hier im forum leider noch immer nervöses fingerzucken :)

dazu gehört eben auch religion. mir ist keine kultur bekannt die ohne religion auskommt. religion hat offensichtlich vorteile für gruppen.

das kann man jetzt mögen oder nicht: akzeptieren muss man es doch.

trotzdem haben selbst die "primitivsten" kulturen religionen und die pflegen nicht unbedingt "unnütze" dinge zu tun.

die frage nach dem inhalt stelle ich mir erstmal gar nicht sondern der nach dem sinn und dem vorteil einen glauben zu besitzen.

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