Stadthallenbad: Firmen werkeln, Eröffnung unklar

21. Februar 2012, 17:28
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Grüne mit Skandal-Aufarbeitung zufrieden

Wien - Sandra Hofmann, seit 1. Februar die neue Geschäftsführerin der Wiener Stadthalle, weiß Neues zu berichten: "Alle Firmen, die arbeiten dürfen, sind wieder am Werkeln." Ansonsten sieht die Lage beim Problemkind, dem Sanierungsfall Stadthallenbad, "unverändert" aus. Seit Herbst 2011 wird die Eröffnung verschoben. Nach dem vorläufigen Baustopp vor einem Monat wegen undichter Becken wurde gar kein neues Zieldatum mehr genannt. Hofmann: "Es ist einfacher, die sechs Richtigen im Lotto zu tippen als den Zeitpunkt der Eröffnung."

Die vom Gericht bestellten Sachverständigen sollen Anfang nächster Woche anrücken, um die Schäden zu beurteilen und vor allem die Schuldigen ausfindig zu machen. Der Generalplaner, die Bauaufsicht und die drei vom Baustopp betroffenen Firmen, wurden vom Gericht bereits zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert. "Wir können derzeit nicht viel mehr tun", sagt die Hausherrin.

Zweitjob

Aber Hofmann hat ja auch noch einen Zweitjob. Sie ist Leiterin des Sportamts (MA 51) - das ist jene Abteilung, die für den Umbau des Stadthallenbades verantwortlich zeichnet. Diese Doppelfunktion kritisierte VP-Gemeinderätin Isabella Leeb im "Kurier". Hofmann selbst sieht keine schiefe Optik. "Es gab 52 Bewerber für den ausgeschriebenen Posten in der Stadthalle. Und bis mein Nachfolger im Sportamt gefunden ist, werde ich auch dort meinen Job ernst nehmen." Ab 1. März wird Wolfgang Prochaska, noch Büroleiter von Sportstadtrat Christian Oxonitsch, Hofmann in der MA 51 zur Seite gestellt.David Ellensohn, der Klubobmann der Wiener Grünen, hat gegen die derzeitige Doppelfunktion von Hofmann nichts einzuwenden. Der Vorstoß von Leeb sei "politisches Geschäft".

Überhaupt laufe die Aufarbeitung des Skandals im Stadthallenbad geordnet ab. "Die Leiterin des Sportamts muss die Baustelle ja nicht kontrollieren." 2005 war Ellensohn, damals mit den Grünen noch nicht in der Stadtregierung, wortgewaltiger. "Müll, Baustellen und schwimmendes Eis werfen ein miserables Licht auf die Sportstadt Wien", sagte er angesichts von Problemen während der Eishockey-WM in der Wiener Stadthalle. Damals war der Exleiter des Sportamts, Ferdinand Podkowicz, Aufsichtsratschef der Stadthalle. Ellensohn: Die Verantwortung für die Blamage trage die SPÖ. Und die Stadthalle brauche eine neue Führung. (David Krutzler/DER STANDARD-Printausgabe, 22.2.2012)

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    Nach dem vorläufigen Baustopp im Stadthallenbad vor einem Monat wegen undichter Becken wurde gar kein neues Zieldatum mehr genannt.

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