Vorarlberg/Tirol

Nach Lawinenunfall von Prinz Friso: Ermittlungen gegen Hotelier eingeleitet

21. Februar 2012, 17:24

Gesundheitszustand des Prinzen unverändert

Bregenz/Innsbruck - Bei den Ermittlungen nach dem Lawinenunglück vom vergangenen Freitag, bei dem der niederländische Prinz Friso lebensgefährlich verletzt wurde, gehe alles den "gewohnten Gang", widersprechen Polizei und Staatsanwaltschaft anderslautenden Gerüchten. So war etwa vom "Promibonus" des Begleiters, des Lecher Hoteliers Florian Moosbrugger, die Rede. Die Polizei habe Moosbrugger, der den Niederländer bei seiner Tour begleitet hatte, ungewöhnlicherweise noch immer nicht befragt.

Polizeisprecher Peter Ilko sagte in der Fernsehsendung Thema, der Mann stünde unter Schock, er werde befragt, wenn es sein Gesundheitszustand zulasse. Das sei eine übliche Vorgangsweise, heißt es bei der Pressestelle der Polizei. Auf den Gesundheitszustand von Zeugen werde grundsätzlich Rücksicht genommen, die ermittelnden Polizisten hätten jedoch Rücksprache mit einem Arzt zu halten. Gegen den 42-jährigen Lecher, der mit Prinz Friso (43) seit Kindheit an befreundet ist, wird "routinemäßig" wegen "fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen" ermittelt, sagte Staatsanwaltssprecher Heinz Rusch zum Standard.

Weiter in Lebensgefahr

Der Niederländer schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Er befindet sich immer noch auf der Traumatologischen Intensivstation der Uni-Klinik Innsbruck. Gegen Ende der Woche seien laut Ärzten erste seriöse Prognosen über Folgeschäden möglich.

Wie bereits in den vergangenen Tage reiste Königin Beatrix mit ihrer Schwiegertochter Mabel auch am Dienstag aus Lech an. Der Medienandrang vor der Innsbrucker Klinik nahm indessen ab, am Dienstag verfolgten nur mehr 15 Journalisten und vier Kamerateams die Ankunft der Frauen.Für die Uni-Klinik sei das Medieninteresse kein Problem, sagt deren Sprecher Johannes Schwamberger. Man habe mit dem Königshaus sofort alles Organisatorische abgeklärt, die Medienarbeit laufe nur über die Familie. " Sehr restriktiv", betont Schwamberger. Er selbst sei für gewöhnlich etwas "offener". (jub,ver/DER STANDARD-Printausgabe, 22.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 62
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Loxoceles
01
24.2.2012, 12:37

Vielleicht könnte diese "Hofberichterstattung" ja wenigstens dazu genutzt werden, auf die Situation von Wachkomapatienten, Pflegefällen der höchsten Pflegestufe etc. und die damit verbundenen Probleme der betroffenen Familie hinzuweisen, darüber zu berichten, aufzuklären, Verständnis zu schaffen.

In Europa wird dieses Thema medial und politisch übergangen, inklusive der gesamten Pflegeproblematik in der Geriatrie. In der EU ist dieses Thema so gut wie inexistent.

die rote baronin
00
24.2.2012, 11:42
Was ich mich Frage:

Wenn zwei (oder mehrere Leute) in einen Hang einfahren und der eine tritt eine Lawine ab, weil er z.B. vor dem anderen oder etwas weiter ober dem anderen gefahren ist ... sind da nicht beide gleichermaßen Schuld? Beide haben dasselbe getan (wobei hier ja die Piste nicht abgesperrt war) nur der eine hat eventuell wegen seiner Position ein wenig mehr zum Lawinenabgang beigetragen.

Herr Karl der Erste
00
25.2.2012, 14:44
Das ist nicht zutreffend. Herr Mossbrugger ist ortskundig und bergerfahren. Prinz Friso ist es kaum. Allein Herr Moosbrugger hat sich in unverantwortlicher Weise schuldig gemacht, wenn man Schneeverhältnisse , Örtlichkeiten und das Psychoramm Herrn M

Das ist nicht zutreffend. Herr Mossbrugger ist ortskundig und bergerfahren. Prinz Friso ist es kaum. Allein Herr Moosbrugger hat sich in unverantwortlicher Weise schuldig gemacht, wenn man Schneeverhältnisse , Örtlichkeiten und das Psychoramm Herrn Mossbruggers ins Kalkül zieht. Gute Besserung Prinz Friso!

Gilgamesh
01
26.2.2012, 13:11

Eine Frage hätte ich noch zu ihren beinahe grandiosen Ausführungen, die Bescheinigen sollen, dass in einem Team, welches sich in einen Lawinenhang begibt nur einer die Schuld trägt. Einem normal denkenden Menschen sollte eine Lawinenwarnung reichen, diesen Hang nicht zu befahren, egal was ein Freund sagt? Zumal Herr Oranien-Nassau sehr wohl Schi- und Ortskenntnisse besitzt.

Warum betiteln sie Herr Mossburger bei seinem Namen, während sie für Herrn Oranien-Nassau die Bezeichnung "Prinz Friso" wählen?

Und genau aus diesem Grund, habe ich den letzten Satz in meinem Posting geschrieben...

Fazit:
Es tut mir aufrichtig leid, was diesem Herrn geschehen ist, aber ein unnötiger Adelstitel macht ihn nicht besser, als jedes andere Lawinenopfer.

Gilgamesh
14
23.2.2012, 08:34

Das Opfer (ich spare mir den schwachsinnigen Terminus "Prinz") war selbst seit Jahrzehnten Schifahrer, er konnte wohl selbst die Lage einschätzen, zu malen dieses Schigebiet offenbar das bevorzugte dieser Familie war..

Wenn ein normaler Mensch solch einen Unfall hat, gibt es genau eine kleine Meldung, wenn überhaupt. Trifft es einen uns Proleten überlegenen "Adeligen", gibt es über Wochen kein anderes Thema...

Auch wären die Reaktionen bei "Normalos" andere, denn dann wären die selbst Schuld und sollten die Kosten der Rettung gefälligst selbst aufbringen...

Keyser
01
23.2.2012, 14:52

Der kausale Zusammenhang zwischen der ständigen Berichterstattung, und der gesellschaftlichen Position der Person die verunfallt ist, besteht eigentlich nur in klicks auf die Artikel. Wenn eine Nachricht ignoriert wird, dann verschwindet sie, oder es wird sich anderen Themen gewidmet - denen mehr Interesse geschenkt wird.

Insofern bestünde auch hier eine gute Chance, da der Prinz - beim besten Willen, für Österreich keinerlei wie auch immer geartete Relevanz besitzt. (Ganz im Gegensatz zu den einschlägigen, als "Society Schundblätter" bekannte Magazinen, die gleich zwanzig Seiten schreiben, wenn ein D-Promi mal nießt.

Chiricahua
00
23.2.2012, 07:44
schuld hin, schuld her

ein mensch ringt um sein leben, ich wünsch ihm, dass er es packt und es ihm bald besser geht, ganz ohne folgeschäden.
und die innsbrucker uniklinik hat jetzt die möglichkeit ihren katastrophalen ruf ein wenig aufzupolieren.

parzenbua
00
22.2.2012, 23:18
nid ganz schlüssig

entweder er ist beschuldigter, oder er ist zeuge. beides geht nicht.
wenn moosbrugger vorausgefahren und aufgrund seiner erfahrung wissen hätte müssen, dass er ein großes risiko eingeht, hat er ein problem.
warnstufe 4 heißt nicht automatisch, dass es an der speziellen stelle leicht vorhersehbar war, dass besonders gefährliche verhältnisse herrschten (kommt auf die hangneigung, exposition... an) ist aber ein starkes indiz
in das risiko ("gefährdung der körperlichen sicherheit") kann man einwilligen, in den erfolg nicht (schwere Körperverletzung)
auf jeden fall kann die StA gar nicht anders als ermitteln, wurscht, ob ein typ unter der lawine seinen stammbaum tausend jahre zurückverfolgen kann, oder nicht

Auch Engel tragen T-Shirts
14
22.2.2012, 13:33
Typisch

Wir brauchen Leider immer an Schuldigen"i glaub der Familie vom Prinzen ist wer warum weshalb total egal" die hoffen nur das mitn Prinzen alles wieder wird das er in Zukunft mit seinen Kindern Spielen kann.

derunbestechliche
00
22.2.2012, 18:17

Bei einem Mitglied der königlichen Familie will man natürlich alles richtig machen. Somit sind diese Ermittlungen verständlich, auch wenn solche Ermittlungen bei normal Sterblichen womöglich nicht in diesem Umfang durchgeführt werden.

Es ist jedenfalls zu hoffen, dass Prinz Friso wieder auf die Beine kommt und noch viele glückliche und vor allem gesunde Jahre mit seiner Familie verbringen kann.

Klar Blick
00
22.2.2012, 18:12

"Wir" brauchen nicht, aber fahrlässige Körperverletzung wäre nun mal, wenn geschehen, ein Strafdelikt, das von amtswegen untersucht werden muss.

Anaxi Mander
12
22.2.2012, 13:22
der Bergkamerad mit der höheren Ausbildung ist verantwortlich

und das ist wahrscheinlich der Hotelier.

Von einer Fahrlässigkeit wird man nicht ausgehen können, deswegen wird der Hotelier nicht in sträflicher Weise fahrlässig gehandelt haben. - Es war ein nicht vorhersehbarer Unfall.

Klar Blick
02
22.2.2012, 18:14

Dass bei Warnstufe 4 eine Lawine "nicht vorhersehbar" ist, sagt höchstens der Vogel Strauß mit Kopf im Sand.

derunbestechliche
00
22.2.2012, 18:10
"der Bergkamerad mit der höheren Ausbildung ist verantwortlich und das ist wahrscheinlich der Hotelier."

Wo steht das, dass der Bergkamerad mit der höheren Ausbildung verantwortlich ist? Der Bergkamerad von Friso war sicherlich nicht verantwortlich. Friso hat von den Verhältnissen gewusst, war schon seit Jahren in diesem Gebiet unterwegs und kennt es. Zu behaupten, dass der Bergkamerad mit der höheren Ausbildung verantwortlich ist und das der Hotelier sei, ist falsch.

"...wird der Hotelier nicht nicht in sträflicher Weise fahrlässig gehandelt haben. - Es war ein nicht vorhersehbarer Unfall"

Das sind alles Vermutungen. Friso ist ein erwachsener Mensch. Wenn er so dumm ist und so wenig Verantwortung gegenüber seiner Familie hat, dann kann man dies wohl nicht dem Hotelier anlasten. Wenigstens dein letzter Satz stimmt.

derunbestechliche
00
22.2.2012, 18:39

"Wenn er so dumm ist und so wenig Verantwortung gegenüber seiner Familie hat, dann kann man dies wohl nicht dem Hotelier anlasten."

Dieser, mein Satz ist unter diesen Umständen etwas hart ausgedrückt. Dennoch: Es herrschte eben hohe Lawinengefahr: Warnstufe 4. Friso kennt die Gegend seit vielen Jahren. Er und sein Begleiter fuhren abseits der Piste. Er hat eine Familie. Er verfügte im Gegensatz zu F. Moosbrugger nicht über ein Lawinen-Airbag-System.

Ohne Hr. Moosbrugger, der sich dank des Lawinen-Airbag-Systems an der Oberfläche halten konnte, wäre diese rel. schnelle Hilfe womöglich nicht zustande gekommen.

Königin Beatrix hat offenbar Prinz Frisos Begleiter keine Schuld gegeben. Ein großer menschlicher Zug.

Werde gesund!

Archi
21
22.2.2012, 11:22
wenn der hotelier ein schiführer war, dann ist er verantwortlich für den unfall,

wenn nicht, dann hat er sich als freund mit dem prinzen in eine "freiwillige gefahrengemeinschaft" begeben und haftet für gar nix. zumindest stand es vor einiger zeit so in einem artikel, und dass ist auch gut nachvollziehbar und klingt logisch...

außer natürlich, wenn das opfer ein prinz ist, da brauchen wir natürlich schon einen anderen schuldigen, den ein prinz kann ja niemals selbst an etwas schuld sein, gott behüte!!

Lemure
 
11
22.2.2012, 12:44
So einfach ist das nicht:

Der Hotelier ist nicht nur Freund sondern der Chef des Hotels, wo die Niederländer logieren und sicher auch bezahlen. Wenn z.B. diese Begleitung im Preis inbegriffen ist, gibt es auch Verantwortung.

Die Frage ist aber, welche Auskunft nach der erfolglosen Lawinensprengung erfolgt ist. Denn dass nach der Gefahrenlage vorher gefragt wurde, ist anzunehmen.

Archi
00
22.2.2012, 22:48
das halte ich zwar für eine weit hergeholte annahmen,

dass sich ein hotelier nebenbei als schiführer betätigt, aber bitte, wenn du glaubst...

Marco351
01
22.2.2012, 10:54
Details

Der Film zeigt einen sehr guten Überblick vom Unfall und die NL Kommentare eines Ausbilders vom Wiener Skilehrerverband: http://www.uitzendinggemist.nl/afleverin... en/1240809

Fahren zwei Skikammeraden zusammen, handelt es sich um eine Gefahrengemeinschaft in der sich innerhalb der Gruppe auf eigene Verantwortung ins Gelände begeben. Ist ein bezahlter Skiführer dabei, sieht es anders aus, auch zum Teil, wenn es sich um eine Gefälligkeit handelt.

Das Restrisiko ist hier eingetreten, die Abfahrt war nicht spektakulär und das Gelände ist stark befahren. Macht Euch einen Eindruck vom Film - etwas aus dem NL Text kann man gut verstehen.

silverfinger
10
22.2.2012, 10:18

in erster linie ist der holländer wohl selbst schuld wenn er eine nicht gekennzeichnete piste runterfährt ... egal was der Hotelier (warum der jetzt auf einmal so bezeichnet wird weiß keiner) macht ...

er hätte ja sagen können, dass er nicht hinunterfahren will ... jetzt einem anderen Menschen die Schuld für ein abschätzbares Risiko zu geben - das ist fahrlässig!

Lemure
 
00
22.2.2012, 11:52
Abschätzbar

musste das Risiko in erster Linie für den Begleiter sein. Als Freund hätte er dem Flachländer von dem Hang fernhalten müssen, auch in seinem eigenen Interesse.

silverfinger
00
22.2.2012, 22:16

als freund hätte er ihn warnen müssen ja ... vl hat er das risiko als freund auch unterschätzt und vl ist der holländer aus purer pistengaudi einfach reingefahren und der einheimische nach weil er ihn aufhalten wollte ... viele vl

trotzdem ist jeder für sich selbst verantwortlich ... egal wo man ist und mit wem man unterwegs ist ... der holländer ist zu 99% nicht gezwungen worden ins freie gelände hinunterzufahren .. ist damit sozusagen sein risiko ... find es eher arg darüber so einen wind zu machen - jemand ist wo reingefahren wo es ein risiko gibt - lawine runter - holländer im krankenhaus im koma und fertig ... passiert jeden winter mind. 10x

NoComment
00
23.2.2012, 09:41

das ist eben NICHT sein eigenes risiko, wenn er einen guide hat - denn genau für die risikoabschätzung in unbekanntem gelände hat man so einen guide. wenn der hotelier als "kumpel" mitfährt, der herr prinz dort schon öfter runter ist und das schon seit 20 jahren so macht, dann ist der hotelier sicher kein guide. wenn sie das erste mal in dem schigebiet sind und der hotelier sagt "kimm mit, i woas a guate streckn" dann ist er guide und ER haftet für ihr risiko.

silverfinger
00
23.2.2012, 18:51

wer haftet ist relativ ... ein guide haftet - der andere ist tot ... was haben wir davon .. genau gar nix ausser prozesskosten und heiße luft - so wie bei vielen juristenblödsinn

könnte man sich alles ersparen wenn man in seinem leben etwas bei der sache bleibt und seinen hausverstand einsetzt

im fall vom holländer:
ich kenne mich nicht aus, vertraue jemandem, dieses vertrauen war wohl nicht angebracht ... ist dann wohl der holländer der dumme ... was mit dem anderen passiert kann ihm eigentlich schnuppe sein, wenn er unter der erde liegt

NoComment
05
22.2.2012, 11:47

ein kenner wie man sieht.

es gibt zwei möglichkeiten:
1) der hotleier fungierte als guide - dann haftet er sehrwohl dafür (egal ob er was dafür verlangt hat oder nicht)
2) die beiden bildeten eine sog. risikogemeinschaft, dann haftet jeder nur für sich selbst.

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