ÖVP hat sich durchgesetzt - und zahlt die Rechnung

21. Februar 2012, 17:41
  • Zwei Anwärter auf das Kanzleramt und der Amtsinhaber: Könnte man den 
Bundeskanzler direkt wählen, hätte Werner Faymann (hinten rechts) die 
besten Chancen, Heinz-Christian Strache die geringsten; ihn wollen die 
eigenen Wähler als Oppositionschef.
    foto: apa/pfarrhofer

    Zwei Anwärter auf das Kanzleramt und der Amtsinhaber: Könnte man den Bundeskanzler direkt wählen, hätte Werner Faymann (hinten rechts) die besten Chancen, Heinz-Christian Strache die geringsten; ihn wollen die eigenen Wähler als Oppositionschef.

Schwache Umfragewerte für die ÖVP nach Sparpaket - Niedrige Werte für Strache

Wien - Würde jetzt, keine zwei Wochen nach Veröffentlichung der Sparpläne der Regierung, gewählt - der Wahlsieger hieße mit großer Wahrscheinlichkeit SPÖ, dicht gefolgt von der FPÖ und mit wieder deutlicherem Abstand von der ÖVP. Das geht aus einer von 15. bis 19. Februar durchgeführten Umfrage des Linzer Market-Instituts für den Standard hervor.Auffallend stark schneiden in dieser Umfrage (408 Personen) die Grünen ab - 16 Prozent sind seit vielen Jahren der höchste von Market errechnete Wert. Vorläufiger Höhepunkt eines seit Herbst zu beobachtenden Trends: Den Sommer über hatten die Grünen erst zwölf Prozent, einen Prozentpunkt mehr als bei der Wahl 2008, erreicht. Verglichen mit jener Wahl würde die SPÖ einen Prozentpunkt auf 28 verlieren, die ÖVP zwei auf 24 und das BZÖ fast sieben auf vier Prozent. Gewinner wäre, stärker noch als die Grünen, die FPÖ: Sie könnte rund zehn Prozentpunkte auf 27 Prozent zulegen.

Strache kein Kanzlertyp

Wünschen sich die Menschen denn, dass Heinz-Christian Strache Bundeskanzler wird? Market-Chef Werner Beutelmeyer widerspricht: "Die FPÖ wird gerade infolge der Sparpaketsdiskussion als starke Opposition gewünscht - aber gleichzeitig hat ihr Parteichef Strache sehr schwache Werte, er ist nicht der Typ, den man sich jetzt als Kanzler wünscht."

Beutelmeyer will nicht beurteilen, ob das mit Straches Sagern beim WKR-Ball (wo dieser den Vergleich der Gewalt gegen die FPÖ mit der Judenverfolgung gezogen hat) zu tun hat, denn dazu hat Market keine Fragen gestellt.

Wohl aber zum Sparpaket: "Was würden Sie sagen, wie gerecht ist das Sparpaket alles in allem Ihrer Meinung nach? Mit gerecht meine ich, trifft es alle in gleichem Ausmaß oder sind einige stärker belastet als andere? Beurteilen Sie dies bitte nach Schulnoten."

Darauf vergab nur ein Prozent ein "Sehr gut", von 18 Prozent dagegen gab es ein glattes "Nicht genügend", von 27 Prozent einen Vierer. Die Durchschnittsnote ist 3,45, wobei FPÖ-Wähler mit 3,98 die schlechtesten Noten vergeben.

40 Prozent der Befragten sagen, die ÖVP habe sich beim Sparpaket durchgesetzt - nur 23 Prozent sagen das von der SPÖ. Dies könnte erklären, warum die ÖVP derzeit wieder schwächere Umfragewerte hat. In der Kanzlerfrage kommt Amtsinhaber Werner Faymann auf 19 Prozent, fünf weitere Prozent sehen in ihm auf Nachfrage den besten Kandidaten.

Den zweiten Platz schafft VP-Chef Michael Spindelegger mit neun Prozent (plus drei Prozent aus der Nachfrage). Strache erreicht sieben plus zwei Prozent und liegt damit sogar hinter Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig (sieben plus vier).

Aus der Detailanalyse der Daten geht hervor, dass Strache nur von jedem Zweiten seiner Wähler als Kanzlertyp gesehen wird - auch die sehen ihn lieber in Opposition. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2012)

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Spindelegger wandelt auf...

...der Erfolgsgeschichte von Marek:))
Ist zum kichern.
Was die ÖVP noch hält, ist die steigende Lebenserwartung.

1) 408 befragte, fünf wahlmöglichkeiten, drei davon fast gleichauf. in der schwankungsbreite könnens einen sattelschlepper parken, da ist ja das tageshoroskop zuverlässiger.
2) einen "ausländerwahlkapf" der fp später schaut das gleich ganz anders aus
3) ich finde es prinzipiell bedenklich, dass die populistischen hetzer von blau und grün offenbar aufwind haben
4) was bei schwarzblau bzw rotgrün passiert, konnte man 6 jahre lang in österreich bzw. seit 1,5 jahren in wien sehen. ich mein: will das jemand wirklich?

seltsamer spin der da versucht wird!

das einbrechen der öhfaubeh liegt einzig und alleine darin , dass der österreicher endlich durch den u- ausschuß erfahren hat, dass die öhfaubeh ein system zur freunderlwirtschaft und korruption unter dem deckmantel der demokratie aufgebaut hat. bis jetzt. jetzt isses halt vorbei...ergo: wird man diese "glaubensrichtung" wie eine heisse kartoffel fallen lassen! auch klar!

Vergißt der Mensch den wirklich alles

Noch stehen die Minister von unserer letzten Regierung Schwarz-Blau vor dem Kadi, müssen bangen, dass sie nicht im Gefängnis landen und der Großteil der Österreicher wünschen sich schon wieder so eine kriminelle Regierung. Ist so etwas nicht traurig? Wie dumm die Österreicher sind! Jede Regierung hat das Volk verdient, denn sie haben sie ja gewählt.

Manche erinnern sich halt noch an den AKH-Skandal und müssen akzeptieren, dass sich die Menschen nie ändern:)

Sagt Ihnen der Begriff "selektive Wahrnehmung" bzw. Erinnerung etwas?
Es trifft Sie genauso wie jene, welche Sie kritisieren.

Stimmt, und wer bei der Korruption nicht zufällig live dabei war, kann sich an gar nichts erinnern. Erinnern kann ich mich an das Kindergeld. Und das war wirklich eine geniale Neuerung für unsereins:)

was genau ist genial da dran?

Eine Versicherungsleistung für unselbständig Beschäftigte wurde zu einer Sozialleistung für alle Mütter. Außerdem wurde der Wiedereinstieg nach der "Babypause" auch real möglich. In Österreich war und ist es nämlich defacto unmöglich, für ein Einjähriges Kind einen entsprechenden Betreuungsplatz zu bekommen. Außerdem ist es fürs Baby besser, wenn es erst ins Kollektiv mit Gleichaltrigen gezwungen wird, wenn es dazu reif ist (und das ist etwa mit drei Jahren). Einfach genial:)

Das starke Abschneiden der Grünen wundert mich nicht!

Sie sind die Einzigen, die im Korruptionssumpf von ÖVP, FPÖ und SPÖ saubere Hände haben!

merkt man gerade beim u ausschuss

Starkes Abschneiden? Rot/Grün geht sich jedenfalls nicht aus:) Und Steuerzahler sind froh darüber.

froh sind banker, großbauern und gangster

die mittelschicht wird ja jetzt auf drängen der övp zur kasse gebeten

während die vermögenden gar nichts zahlen müssen

..und mit ihnen freuen sich all jene, die keine Energiekopfsteuern zahlen wollen. Energie verbrauchen auch Leute ohne Vermögen. Außerdem füttert so eine Art von Steuer die Inflation (Lebensmittel werden transportiert). Übrigens müssen sich Reiche auch vor den Grünen nicht fürchten. Die sind fiskal unantastbar.

warum sind Sie darueber froh, haben Sie die Korruption von OEVP/FPOE/BZOE gerne finanziert? ist ihnen die missglueckte Steuer-, Witschafts- und Sozilpolitik der SPOE/OEVP recht?

Tja, eine Energiesteuer trifft uns alle direkt und zwar in allen Lebensbereichen. Korruption gabs in der österreichischen Politlandschaft schon immer (AKH usw.). Besonders hier in Wien ist das nichts Überraschendes.

Anti Acta DEMOS:

Wien 13:00 Mariahilfer Straße/Westbahnhof (Christian-Broda-Platz)

Graz 15:00 Landhaus

Linz 14:00 Volksgarten, Ecke Goethekreuzung

Salzburg 14:00 Hauptbahnhof

Klagenfurt 13:00 Neuer Platz

Innsbruck 15:00 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Bregenz 12:00 in Planung

Ich frag erst mal gar nicht, warum die laute Minderheit schon wieder Streit auf die Straße bringen will...

dein penetrantes dummstellen

muss dir ja selber auch irgendwie peinlich sein

korruption, ns-verharmosung, nazisschläger werden verteidigt

aber bei einer demo für die grundrechte,
will die fpö-mutti nicht

Ich will GAR keine Demos - heute kann man seine Meinung gewaltfreier äußern. Sollte die FPÖ auf diese Weise Gewalt auf die Straße tragen, werde ich das genauso kritisieren.

aber nein

... warum soll man bitte nicht mehr demonstrieren?
ich versteh den schluss: demonstrationen = gewalt nicht!

wieso assoziieren sie demo mit gewalt?

bei so einem Mittagsschlaferl hat man oft die schönsten Träume, gö ;D

vielleicht gibt es einen denkzettel

ich würde mir ein ergebnis von ca. 15 % bei den nächsten wahlen für die schwarzen wünschen, u. werden viele die durch das kürzungspaket betroffen sind, vielleicht ähnlich denken. bezeichnender weise denkt die övp nicht daran eine besteuerung von hohen vermögen zuzulassen. aber auch bei der parteiförderung gibt es keine kürzungen, da wird aus dem vollen geschöpft. die övp ist eine partei der reichen, welche neoliberale politik macht. reiche sollen immer noch reicher gemacht , und die armut immer mehr verbreitet werden. jeder 100e ist schon millionär in österreich, laut einer statistik.

..und was soll sie ÖVP dann mit diesem denkzettel tun?

wieso müssen alle anderen den denkzettel der ÖVP ausbaden?

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