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Die dafür nötigen Prozesse sind teuer und könnten bald auch von EU-Staaten genutzt werden.
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Wie viele andere Staaten haben auch die USA ein Problem mit der Steuerehrlichkeit ihrer reichen Bürger - jährlich entgehen dem US-Fiskus geschätzte 100 Milliarden Dollar durch Steuerbetrug.
Diverse Steuerskandale in den letzten Jahren haben gezeigt, dass auch US-Bürger ihr Kapital gerne ausländischen Banken anvertrauen, die in Ländern mit einem strengen Bankgeheimnis ansässig sind. Dieses hat Anleger bisher zuverlässig davor geschützt, dass die Steuerbehörden Kenntnis von außerhalb der USA geführten Konten erlangten.
Andere Länder, wie Deutschland, Großbritannien und bald auch Österreich, versuchen das Problem dadurch in den Griff zu bekommen, dass sie mit typischen "Steueroasen" außerhalb der EU bilaterale Abkommen treffen. So müssen Schweizer Banken auf die Einkünfte etwa ihrer deutschen Kunden eine Quellensteuer - ähnlich der Kapitalertragsteuer - einbehalten und an Deutschland abführen. Solche Abkommen können jedoch nicht verhindern, dass unversteuertes Vermögen in Länder weiterzieht, die keine entsprechende Übereinkunft haben.
Unangenehme Einladung
Die USA verfolgen daher einen anderen Weg. Statt zwischenstaatlicher Abkommen mit einzelnen Ländern werden aus ausländische Finanzinstitute weltweit direkt in die Pflicht genommen: Sie werden "eingeladen", einen Vertrag mit der US-Steuerbehörde IRS abzuschließen. Diese verpflichtet sie, Konten von US-Bürgern zu identifizieren und an die USA zu melden. Leistet ein Institut dieser Einladung keine Folge, so wird es durch eine neu eingeführte Strafsteuer auf Kapitalerträge und Veräußerungserlöse aus den USA praktisch vom US-Kapitalmarkt ausgeschlossen. Die gesetzliche Grundlage hierzu ist der Foreign Account Tax Compliance Act aus dem Jahr 2010, der 2013 in Kraft treten wird. Das Akronym Fatca definiert die Zielgruppe, nämlich die sogenannten "Fat Cats".
Fatca richtet sich an sämtliche Finanzinstitute der Welt, für unversteuertes Vermögen von US-Bürgern soll es keinen sicheren Hafen mehr geben.
Während der reine Gesetzestext von Fatca nur einige Seiten umfasst, beträgt der Umfang der vom IRS Anfang Februar im Entwurf veröffentlichten Durchführungsverordnung rund 400 Seiten. Darin werden die Anforderungen an ausländischen Institute im Detail dargelegt: Nach dem Willen des IRS haben die Institute ihren gesamten Kundenbestand nach US-Bürgern und von ihnen gehaltenen Gesellschaften zu durchforsten und die identifizierten Konten dem IRS offenzulegen. Verweigert der Kunde die Meldung, z. B. unter Berufung auf das Bankgeheimnis, ist er aufzufordern, der Offenlegung zuzustimmen. Anderenfalls ist er mit einer Quellensteuer zu belasten und das Konto in letzter Konsequenz zu kündigen. Der jüngste Entwurf hat gegenüber früheren Versionen Erleichterungen und Ausnahmen etwa für kleine Retailbanken gebracht. Der Aufwand für eine Umsetzung der Fatca-Anforderungen bleibt dennoch immens. Laut internen Schätzungen liegt dieser im zweistelligen Millionenbereich für ein internationales Institut.
Europas Ziele sind ähnlich
Die europäischen Regierungen und die Europäische Union haben bisher geringen Widerstand gegen Fatca geleistet. Dies mag daran liegen, dass man die Wirksamkeit des mit Fatca eingeschlagenen Weges mit Interesse verfolgt und ähnliche Ziele anstrebt.
Europas Versuch zur Erhöhung der Steuertransparenz, die EU-Zinsrichtlinie, konnte die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht erfüllen. Sie bietet Möglichkeiten der Umgehung, weshalb an einer Überarbeitung der Richtlinie bereits gearbeitet wird. Die Umsetzung von Fatca könnte einen willkommenen Anlass bieten, auf europäischer Ebene eine ähnlich strenge Lösung umzusetzen: sind von Finanzinstituten die für die Identifikation und Meldung der Konten von US-Bürgern erforderlichen Prozesse, Verfahren und IT-Systeme erst einmal eingeführt, wird es in Zukunft ein Leichtes sein, mittels dieser Verfahren auch Konten zu identifizieren und zu melden, die von deutschen, britischen oder italienischen Kunden gehalten werden.
Einige EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien, sind mit den USA bereits in direkte Verhandlungen getreten. Beabsichtigt ist der direkte Austausch von Konten- und Kundendaten zwischen den betroffenen Ländern und nicht zwischen den Finanzinstituten und dem IRS. Die inländischen Finanzbehörden würden somit Empfänger der gemäß Fatca erhobenen Kunden- und Kontoinformationen und könnten diese Daten dann an die USA weiterleiten. Hierdurch soll einerseits ein sicherer rechtlicher Rahmen für die Teilnahme der eigenen Finanzinstitute an Fatca geboten werden; andererseits haben die USA ihre Bereitschaft erklärt, in solchen Fällen ebenfalls Kontendaten an die kooperierenden Finanzbehörden zu liefern.
Der mit Fatca seinen Ausdruck findende kompromisslos globale Ansatz und das klare Ziel der Offenlegung von Auslandsvermögen, könnte durchaus der Beginn eines weltweiten, unumkehrbaren Prozesses zu mehr Steuertransparenz bei der Verwaltung von Auslandsvermögen sein.
Zeigt sich der durch die USA mit Fatca eingeschlagene Weg als wirksam - was durchaus realistisch scheint - ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis weitere Länder oder die EU ähnliche Richtlinien einführen und ebenfalls eine Offenlegung der Auslandsvermögen ihrer Bürger fordern. Unter Nutzung der für Fatca erforderlichen Infrastruktur aufseiten der Finanzinstitute wäre dies kein schwieriges Unterfangen. (Sebastian Fischer, Philipp Peter Rümmele, DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2012)
SEBASTIAN FISCHER und PHILIPP PETER RÜMMELE, WP/StB sind Senior Manager bei KPMG in Wien.
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... des Steuerbetruges, dann soll auch genauestens öffentlich gemacht werden, wieviel Geld wofür verwendet wird. Denn wer weiß denn schon genau, über die Endstationen seiner Arbeitsleistung Bescheid. Man kann übrigens auch ohne Geld Geschäfte machen: Tauschhandel und Bartergeschäfte. Dazu sind natürlich Netzwerke notwendig und bedeutet Arbeit. Die sollte man sich allerdings antun. Wenn man wissen will, wofür man es tut. Vorallem funktioniert das auch ohne Banken.
wenn alle Staaten der Welt ihre Bürger veranlassen, dass alles an Einkommen und Vermögen offen gelegt wird, dann wird der Neid und der Geiz so groß werden, dass man zum Schutz der Bevölkerung wieder Anonymität und Geheimnis einführen wird. Schönen Gruß von unseren Vorfahren (Biedermeier) und Herrn Metternich (in dessen Palais übrigens der Bundeswerner sitzt)
der Faymann sitzt im Büro vom Metternich und der hat sich für Geheimhaltung eingesetzt (oder wie jetzt) und deswegen wird der Faymann auch das Fatca verhindern? Da haben Sie ja eine Weltverschwörung aufgedeckt. Andererseit fängt Faymann mit demselben Buchstaben wie Fatca an, ob das nicht etwas zu bedeuten hat?
Die Daten aller Europäer fließen bereits jetzt direkt an die Geheimdienste der USA, denn alle Swift-Kontenbewegungen werden an die USA weitergeleitet; und mittlerweile ist jedes Inlandskonto und jede Überweisung eine Swift-Überweisung! Nicht nur zur Konteneröffnung, sondern auch alle paar Jahre muss man sich neuerdings bei der Bank mit einem Ausweis legitimieren, der Kopiert wird => Daten direkt an EU nach Brüssel und von dort an die USA....
So etwas wie Datenschutz gibt es nicht mehr, für diese Machthaber sind wir alle nur Hamster im Glaskäfig, und sie dürfen mit uns machen, was sie wollen.
Wann werden die wirklichen Leistungsträger - nämlich jene Minderheit, die durch ihre Lohn- und Einkommenssteuer den Löwenantenteil des Steueraufkommens bezahlt - kapieren, dass sie die Leidtragenden von Bankgeheimnis und niedrigen Kaptialsteuern sind? Ja, Österreich ist ein Hochsteuerland, aber nur für die arbeitende Bevölkerungsschicht.
Die reichen Säcke und großen Erben zahlen so gut wie keine Steuer. In den USA, die völlig unverdächtig sind dem Sozialismus anzuhängen, ist es selbstverständlich, dass auch Kapitaleinkünfte und Erbschaften versteuert werden. Dafür ist die Einkommenssteuer geringer.
Weg mit dem Bankgeheimnis. Jetzt! Sie dient nur Steuerhinterziehern und der Korruption.
Was heißt Steuerhinterzieher? Österreich belangt ja nicht mal die aus Liechtenstein, von denen es eine Liste gab... Nein, man sperrt das Geld in Form von Goldbarren in ein Bankschließfach oder aber legt das Kapital in eine Stiftung an, die in Ö. hochoffiziell und legal kaum besteuert wird.
also wenn ich die Lohnsteuer auf MEINEM Lohnzettel mit der MwSt vergleiche, sieht es anders aus.
Abgesehen davon war absolut klar, dass es hier um einen Vergleich zwischen Steuer auf Arbeit und Steuer auf Vermögen geht. Insofern darf man da ruhig dem Sinn des Postings entsprechend antworten.
Last but not least: auch die MwSt trifft weniger gut Verdienende verhältnismäßig stärker. Insofern danke für den Hinweis. Leider bringt wohl die Senkung nix, weil der Gewinn wohl umgehend in den Unternehmen bleibt.
ausserdem ist unsere horrende mwst für einen durchschnittlichen arbeiter sicherlich weniger lustig als für die wohlhabenden unserer geselschaft und da wir kein land sind das zum größten teil aus reichen besteht bezahlen auch bei der mwst die arbeiter den löwenanteil.
na und? es geht nicht um banken es geht um steuerflüchtlinge, darunter sind auch banken und konzerne, und mit den richtigen gesetzen müssen auch diese ihre steuer begleichen. der ansatz klingt nicht schlecht und er könnte, wie geschrieben, zu mehr transparenz führen. und transparenz war und ist immer zu bevorzugen.
Die Österreichische Regierung schläft mal wieder.
Die Vollversager rund um die Schotter-Mizzi, FMA und OeNB wissen nicht mal, wie die Fatca-Meldungen gemacht werden sollen (zentral oder Banken) und von einem bilateralen Abkommen mit den USA ist nicht mal die Rede.
Und die EU-Kommission kriecht mal wieder zu Kreuze, und hätte im Gegenzug eine EU-Fatca-VO beschließen müssen: alle US-Banken müssen auch alle Daten von allen in der EU ansässigen Kontoinhabern melden, sonst wird eine Strafsteuer von 30 % eingehoben.
--> Wappler.
sie letztendlich immer irgendwie finanziert werden müssen. Das Geld kann durch Vergabe neuer Kredite geschaffen werden, bestehendes Vermögen über Steuern oder strengere Fiskalpolitik eingesammelt werden oder Ersparnisse über erhöhte Inflation entwertet werden. Option eins und drei sind schwer umsetzbar. Die Bürger und Firmen und Länder sind bereits überschuldet sodass eine weitere Kreditvergabe kaum noch möglich scheint. Die Folgen hoher Inflation sind schwer kalkulierbar und können schnell in eine Rezession führen. Bleibt nur Variante zwei. Die Steuern sind aber bereits extrem hoch und nun können eigentlich nur noch Fiskallücken geschlossen werden. Danach wird es aber schnell eng mit weiteren Optionen zur Geldbeschaffung!
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