ÖSV-Läufer scheidet im Viertelfinale des Parallelslaloms von Moskau aus, übernimmt aber die Führung im Gesamtweltcup - Siege an Mancuso und Pinturault
Moskau - Der Franzose Alexis Pinturault und die
US-Amerikanerin Julia Mancuso haben sich am Dienstag beim
Weltcup-Parallel-Bewerb der Alpin-Skifahrer in Moskau durchgesetzt.
Pinturault besiegte im Finale den Deutschen Felix Neureuther und
feierte den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere. Bester Österreicher
im Herren-Bewerb war Romed Baumann als Vierter.
Bei den Damen stieß die Salzburgerin Michaela Kirchgasser bis in
den Endlauf vor, dort musste sie sich Mancuso geschlagen geben, die zu ihrem siebenten Weltcup sieg kam. Für Pinturault und
Mancuso gab es jeweils 40.000 Schweizer Franken (33.000 Euro)
Preisgeld.
Marcel Hirscher scheiterte auf der 56 Meter hohen
Stahlkonstruktion in der russischen Hauptstadt im Viertelfinale zwar an Pinturault, die 30 Punkte für seinen den fünften
Endrang reichten jedoch, um auf Platz eins im
Gesamt-Weltcup vorzustoßen. Hirscher führt nun mit 1.055 Punkten vor dem dem
verletzten Kroaten Ivica Kostelic (1.043) und dem Schweizer Beat Feuz
(1.003), der ebenfalls im Viertelfinale ausschied.
Im November 2009 hatte Hirscher in Russlands Hauptstadt einen Promotion-Bewerb ohne Weltcup-Status gewonnen. "Damals war es aber
ein normaler Slalom, das liegt mir sicher besser. Diesmal war es ein
Riesentorlauf mit einem Torabstand wie im Slalom. Das ist etwas sehr
spezielles. Da weiß man überhaupt nicht, wer schnell und wer langsam
ist", sagte Hirscher.
Zumindest vergnüglich
Grundsätzlich ist er von Rennen in der Stadt ebenso angetan wie der überwiegende
Teil seiner Kollegen und Kolleginnen: "Uns Athleten taugt es.
Wenn es den Zuschauern auch taugt, dann sollte man es beibehalten",
so Hirscher, der seinen Start in den beiden Super-G-Bewerben am
Freitag und Samstag in Crans Montana weiter offen ließ.
Die zweitplatzierte Kirchgasser meinte: "Ich finde dieses Format ganz lässig. Ich habe die Starts recht
gut erwischt und immer gut den Rhythmus gefunden. Jetzt stehe ich auf
dem Stockerl, das ist super." Teamkollegin Marlies Schild schied im Viertelfinale aus, hat den
Moskau-Abstecher aber auch nicht bereut: "Es hat viel Spaß gemacht,
so etwas können wir ruhig öfter machen. Aber normale Bewerbe ersetzt
das natürlich nicht."
Fairnesspunkte für Kostelic
Kostelic bewies mit seinem Nichtantreten sein Streben
nach Fair Play. Der Kroate hätte sich nur an den Start stellen
müssen, um als Achtelfinal-Verlierer 15 Punkte einzustreifen, doch er verzichtete. Davor zog auch ÖSV-Präsident Peter
Schröcksnadel den Hut: "Kostelic ist ein
fairer Bursche, das muss man ihm zugutehalten. Sonst wäre das eher
eine Farce gewesen."
Laut der kroatischen Zeitung "Vecernji list" schreitet die
Genesung von Kostelic gut voran, sein Comeback in Kranjska Gora (10.
und 11. März) scheint so gut wie sicher. Sei Befinden sei viel besser
als bei einer ähnlichen Verletzung vor zwei Jahren, sagte sein Arzt
gegenüber dem Blatt. Den Umständen entsprechend gehe es Ivica
ausgezeichnet. Kostelic sei sogar schon wieder auf Skiern gestanden. (APA/red)