Antrag für den Bau einer Moschee seit zwölf Jahren nicht bearbeitet
Reykjavik/Straßburg - Island sollte mehr gegen Rassismus
tun, fordert der am Dienstag vorgestellte Länderbericht der
Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) des
Europarates. Unter anderem sollten Muslimen die Möglichkeit gegeben
werden, Moscheen zu bauen, sowie Lücken in der
Anti-Rassismus-Gesetzgebung geschlossen werden.
Seit über zwölf Jahren, so ECRI, warten die muslimischen Gemeinden
in Island auf die Bearbeitung eines Antrags für den Bau einer
Moschee. Wegen dieser Verzögerung hätten 1.500 Muslime in Island noch
immer keine adäquaten Räume, um ihre Religion auszuüben, kritisiert
ECRI. Viele Muslime würden derzeit Räume in einem Bürogebäude nutzen.
Das sei völlig "unzureichend".
ECRI kritisiert weiters, dass ein privater Fernsehsender
ungehindert gegen Muslime agitieren darf und diese immer wieder als
Terroristen bezeichnet. Die Behörden seien bisher nicht
eingeschritten, weil die Polizei keine Beschwerden erhalten habe, so
der Bericht. (APA)