Wiener Stadtsaal

Kabarett fürs Feuerwehrfest

21. Februar 2012, 17:50

Angelika Niedetzky präsentierte ihr Solo "Marathon"

Wien - Angelika Niedetzky hat jahrelang im Kabarett Simpl und beim ORF Comedy-Erfahrung gesammelt. Nun wagte sie sich an ihr erstes Soloprogramm. In Marathon. Der Lauf meines Lebens, am Montag im Wiener Stadtsaal präsentiert, redet die Oberösterreicherin so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Also im Dialekt.Sie erzählt von ihrer Heimat, einem Kaff namens Plesching: "Wir hatten nichts. Nicht einmal eine Grammatik." Was natürlich schwer übertrieben ist, denn die Eltern waren Lehrer, und sie sind es auch in der Pension: "Das bleibt bis zum Tod." Solche Eltern zu haben war bitter. Denn diese hatten immer frei, wenn auch du frei hattest. Also hattest du nie frei.

Diese Erinnerungen gelingen Niedetzky recht unterhaltsam. Aber eigentliches Thema ist der Marathon. Das Laufen beginnt, wenn man als Kleinkind auf die Beine kommt. Und dann rennt jeder seinen Dauerlauf - im täglichen Leben. Spätestens beim ersten Feuerwehrfest muss frau laufen können: "Sonst wirst schwanger." Und beim Beziehungsmarathon stellt man sich, wie bei den 42,2 Kilometern, die Frage, warum man sich das eigentlich antut. Niedetzky hat sich den Wien-Marathon dennoch angetan. Sie lässt das Publikum, das sie von der ersten Sekunde an jovial duzt, daran teilhaben, was ihr beim Laufen so in den Sinn kommt. Beispielsweise, dass man das Pleschinger Feuerwehrfest nüchtern nicht aushalten würde.

Über weite Strecken bietet sie aber ein derart seichtes Programm, dass es genau in jedes Bierzelt passt. Etwa wenn sie einen Schwulen vom Analbleaching schwärmen lässt.Es geht aber noch viel, viel tiefer. Der Pfarrer von Plesching sei aus Uganda, erzählt sie, und dann "äfft" sie ihn nach. Sie singt auch zu bekannten Schunkelliedern - über die " Arbeitslosen aus Athen": Der Grieche, der alles Geld verprasste, wird zur Musik von Udo Jürgens zum "Griechischen Schwein". Strache dürfte seine wahre Freude daran haben.Und dann handelt Niedetzky auch noch die Maya-Prophezeihung zur Melodie von Biene Maja ab. Diese Idee hatte ihre Kollegin Lydia Prenner-Kasper schon vor einem halben Jahr. Oje. (Thomas Trenkler, DER STANDARD/Printausgabe 22.2.2012)

Nächste Termine: 23. 2., Steinhalle Lanach, 24. 2., Stadtsaal Wien

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15 Postings
Freyjatru *
 
00
Exzellente Vorstellung

Und bin der Meinung, dass Herr Trenklers Geschmack einfach gegengesetzt zu dem ist, was dem Publikum gefällt.

Ich werde künftig alle Vorstellungen besuchen, die Herr Trenkler kritisiert.

sleepyc
00
22.2.2012, 14:06
ui jeh!

so ein verriss aber auch

High Fidelity
11
22.2.2012, 14:16
Wurscht. Was anderes erwartet man sich nicht beim Standard.^

Der Herr Trenkler wird sich wahrscheinlich beim Lachen ertappt haben, sich selbst auf die Finger gehaut haben und gedacht haben: Ich darf das jetzt ned lustig finden, ich bin schließlich beim Standard.

Mann40
21
22.2.2012, 09:37

warum glauben Kabarettisten, mittlerweile fast geschlossen, dass tiefer Dialekt lustig klingt?

Das tut es nämlich nicht.

High Fidelity
11
22.2.2012, 10:14
Tiefer Dialekt?

Oberösterreichisch. Aber das packen die Wiener nicht, gell?

Mann40
11
22.2.2012, 12:12

nicht nur die Wiener ;-)

Matthias Schindler
46
21.2.2012, 23:22

Das Programm war grottenschlecht, ich war dort, Trenkler hat da eher untertrieben. Dass Frau Niedetzky als Ausgleich nicht mit ihren weiblichen Reizen geizte, konnte es auch nicht mehr retten.

High Fidelity
44
22.2.2012, 08:43
Anscheinend waren Sie nicht da...

es war äußerst unterhaltsam und da stimmt mir wohl die 400 anderen Gäste, die frenetisch applaudiert haben, zu!

Grantscherben
30
22.2.2012, 13:05

applaudiert weil sie froh waren, dass es vorbei ist!

High Fidelity
11
22.2.2012, 14:14
Sie sind sehr primitiv

und anscheinend wirklich an Grandscherben ohne Freud'

Der Lümmel
 
32
21.2.2012, 21:41
Dienstag?

War Herr Trenkler wirklich dort? Ich glaub nicht. Die Premiere war gestern, Montags. Und es war ein durchaus unterhaltsamer Abend.

Mark Syl
32
21.2.2012, 18:51
hm

ich kann mir aber, ohne es gesehen zu haben, vorstellen, dass es echt grausamst war. Kabarett im Dialekt von derben Frauen und tiefem Tonfall. Da gruselts mich stets. Diese Programme waren bislang alle von peinlichstem Humor. Alleine der Maja-Schmäh und der Griechen-Song zeigt mir, auweia, das muss echt schlimm sein.

High Fidelity
24
21.2.2012, 19:29
Wieso reden Sie über etwas, dass Sie nicht gesehen haben?

Was der Bauer ned kennt, frisst er nicht, oder wie?

High Fidelity
43
21.2.2012, 17:58
War ja klar, dass der Kollege vom Standard zum Lachen in den Keller geht.

Das Publikum dürfte Ihnen aber nicht recht geben, Herr Trenkler. Dem hat es nämlich grandios gefallen.
Man muss nicht alles immer kritisch hinterfragen. Das Leben ist ernst genug!
Ach ja übrigens: Niedetzky macht keinen Unterschied zwischen den Nationen. Die Österreicher - so wie auch der Herr Strache - haben auch ihr Fett abbekommen. Aber vielleicht waren Sie da grade rauchen!

mostschädel
14
21.2.2012, 19:41
oberösterreichisch

als ebenso anwesender oberösterreicher (siehe oben) muss ich sagen, dass mein landsfrau insbesondere von ihren autoren verlassen war. schade. oder war das alles selbst erfunden? das will ich nicht glauben.

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