GAK laut Teilgutachten bereits 2000 insolvent

21. Februar 2012, 15:52
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Medien: Ergebnis von abgesetztem Sachverständigen Fritz Kleiner - Neuer Gutachter hat Verdacht zu prüfen

Graz - Der GAK soll bereits im Jahr 2000 zahlungsunfähig gewesen sein. Das geht aus einem Teilgutachten des Sachverständigen Fritz Kleiner hervor, der Anfang des Jahres wegen möglicher Befangenheit den Fall abgeben musste. Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte am Dienstag entsprechende Inhalte eines Berichts der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) sowie der "Wiener Zeitung" (Dienstag-Ausgabe). Damit wäre der Verein vier Jahre vor seinem Meistertitel und fünf Jahre vor der zuletzt ermittelten Insolvenz schon in tiefroten Zahlen gewesen.

In dem Bericht der "Wiener Zeitung" wird das 80-seitige Ergänzungsgutachten zitiert: "Ich komme aufgrund der berichtigten Eigenkapitalsituation und des berichtigten negativen Cash Flows zur abschließenden Stellungnahme, dass die Zahlungsunfähigkeit des Vereins GAK bereits an dem 30. Juni 2000 bestanden hat und für die verantwortlichen Funktionäre des Vereins ab diesem Zeitpunkt erkennbar gewesen sein muss."

Die Ergebnisse von Kleiner sind aber gerichtlich nicht mehr verwertbar, da es ein neues Gutachten geben wird. Der neue Sachverständige wird sich erst in den Fall einarbeiten und sich dann um diesen Verdacht kümmern müssen, so Arnulf Rumpold, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz. Das dürfte zumindest bis Jahresende dauern. Eine allfällige Anklageerhebung sei damit frühestens Mitte 2013 zu erwarten. Dann erst kann sich der zuständige Richter in den Fall einlesen.

Insgesamt sind vier ehemalige GAK-Präsidenten (Rudolf Roth, Peter Svetits, Harald Sükar, Stephan Sticher) ins Visier der Ermittler geraten. In den Untersuchungen der Justiz geht es auch um Abgabenhinterziehung und Schwarzgeldzahlungen in den Jahren 2000 bis 2006 in einer Höhe von 4,5 Mio. Euro. Außerdem wird dem Vorwurf des Betruges nachgegangen. Peter Svetits, inzwischen Präsident von Austria Klagenfurt, und eine frühere Angestellte waren im November wegen Verdunkelungsgefahr in U-Haft genommen und nach zehn Tagen wieder entlassen worden. Svetits soll der Frau Geld dafür gegeben haben, dass sie ihre Aussagen ändert. Ähnliche, von den Betroffenen dementierte Vorwürfe waren auch gegen Ölhändler Roth aufgetaucht. (APA)

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