Nach Hilfspaket

Zweifel an nachhaltiger griechischer Erholung bleiben

21. Februar 2012, 19:13
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Mit 130 Milliarden und dem Schuldenschnitt will Griechenland aus der Krise, die Hoffnung liegt jetzt auf den Privatgläubigern

Brüssel - Griechenland ist trotz des größten Staatsschuldenschnitts aller Zeiten aus Sicht seiner Geldgeber noch lange nicht über den Berg. In einer vertraulichen Analyse warnten der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission, die Schulden könnten leicht wieder aus dem Ruder geraten, und die wirtschaftliche Erholung werde Jahre dauern.

Die Finanzminister der Euro-Länder haben in der Nacht auf Dienstag das zweite Hilfspaket für Griechenland festgezurrt. Es hat ein Volumen von 130 Mrd. Euro. Die privaten Gläubiger mussten außerdem auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen von in Summe 200 Mrd. Euro verzichten und den Rest auf niedrig verzinste Papiere umschulden. Ihr Gesamtverzicht könnte sich damit auf bis zu 74 Prozent summieren. Die EZB wiederum will Gewinne aus Griechenland-Anleihen über die Nationalbanken Griechenland zugutekommen lassen. In Summe soll so die Verschuldung des Landes von derzeit 160 Prozent des BIP bis 2020 auf 120,5 Prozent des BIP sinken.

Allerdings kommt die angestrebte Entlastung nur zustande, wenn sich mehr als 90 Prozent der Gläubiger an dem Umtausch beteiligen. Um das sicherzustellen, will die griechische Regierung bereits am Donnerstag über ein Gesetz abstimmen lassen, um die Konditionen der alten Staatsanleihen rückwirkend so ändern, dass eine Teilnahme erzwungen werden kann, wie aus dem Finanzministerium in Athen verlautete.

Etappensieg

Zahlreiche Schritte stehen noch aus, bis alle Maßnahmen endgültig fixiert sind. Bis 8. März müssen die Privatgläubiger dem Schuldenverzicht zustimmen, damit die Maßnahme als "freiwillig" gelten kann und keine Abstufung Griechenlands durch die Ratingagenturen - auf dann "zahlungsunfähig" - auslöst. Auch muss der Internationale Währungsfonds noch erklären, in welchem Umfang er sich an dem Paket beteiligt. Am ersten Paket hatte der IWF 30 Prozent geschultert, für das zweite war laut Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble von 10 Prozent (13 Mrd. Euro) die Rede.

IWF-Chefin Christine Lagarde sagte, das Direktorium des Fonds werde in der zweiten Märzwoche entscheiden. Nicht nur Griechenlands neue Reformzusagen seien für den Beschluss wichtig, sondern auch die beim Gipfel Anfang März anstehende Entscheidung über eine Verstärkung der Krisenabwehrfonds EFSF und seinem Nachfolger ESM. Lagarde gab nicht zu erkennen, ob der Fonds sich auch weiterhin zu einem Drittel an den öffentlichen Hilfen beteiligen werde. Einige IWF-Mitglieder fordern, dass die Eurozone zunächst selbst mehr zum Schutz vor der Krise tun und die 500 Milliarden des ESM mit den noch verfügbaren etwa 250 Milliarden Euro des EFSF kombinieren soll. Das forderte auch EU-Währungskommissar Olli Rehn erneut.

Zufriedene Politiker

Die Politik zeigte sich am Dienstag zufrieden. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) verwies darauf, dass es sich bei den Hilfen unverändert "um Kredite und nicht um Geschenke" handle. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) gab sich zuversichtlich, dass Griechenland nun bis 2020 halbwegs auf die Beine komme. Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) sieht die Ziele erreicht, Griechenland habe so mehr Geld und mehr Zeit, um ihre Liquidität zu sichern. Österreich habe mit den Hilfen für Griechenland angesichts mehrfach gekürzter Zinsen zwar nicht unbedingt Geld verdient, aber bisher auch noch keines verloren.

Historisches Ereignis

In Griechenland sprach Ministerpräsident Lucas Papademos von einem "historischen Ereignis": "Das Übereinkommen gibt Griechenland die Möglichkeit, die Ungewissheit zu überwinden und das Vertrauen in die griechische Wirtschaft wieder zu festigen." Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos betonte: "Wir haben ein besseres Ergebnis erzielt, als wir erwartet hatten." Das Übereinkommen versetze Griechenland in die Lage, damit aufzuhören, immer neue Schulden anzuhäufen. "Nun können wir die Wirtschaft des Landes wieder in die richtige Spur bringen und unsere Würde zurückgewinnen." In griechischen Medien überwog die Erleichterung: "Das Übereinkommen von Brüssel bedeutet für die Griechen in der Schuldenkrise die einstweilige Rettung, aber sie gibt keinen Anlass zum Feiern", schrieb die angesehene Online-Zeitung tovima.gr am Dienstag. 

Zweifel an der Nachhaltigkeit

Die Hilfsmilliarden fließen also weiter nach Athen, so viel ist sicher. Doch wem nutzt das eigentlich? Den Griechen? Europa? Den Banken? Für Kritiker wie Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn ist die Antwort eindeutig. Der Ökonom sagte "Spiegel Online": "Es geht hier gar nicht so sehr um das Land. Die Griechen werden von den Banken und Finanzinstituten von der Wall Street, aus London und Paris als Geisel genommen, damit das Geld aus den Rettungspaketen weiter fließt - nicht nach Griechenland, sondern in ihre eigenen Taschen."

Zweifel an der Nachhaltigkeit der heutigen Einigung kam am Dienstag von Ökonomen: Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer verweis darauf, dass Athen ohne tiefgreifende Reformen seine Schulden nicht tragen werde können. "In der zweiten Jahreshälfte ist die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, dass eine frustrierte Staatengemeinschaft Griechenland den Geldhahn zudreht."

Ob Griechenland mit dem zweiten Hilfsprogramm langfristig wieder auf einen grünen Zweig kommt, gilt selbst bei seinen Geldgebern IWF und EU sowie der EZB nicht als gesichert. In der Analyse heißt es, das Reformprogramm bleibe gefährdet und werde von Fragen nach seiner Nachhaltigkeit überschattet. So könnten weitere Verzögerungen bei den unpopulären Strukturreformen und Privatisierungen die Rezession verschärfen. Im Ergebnis könnte der Schuldenstand 2020 noch immer bei 160 Prozent des BIP liegen. Die Troika will die Reformen daher künftig besser überwachen.

Kurz vor der Pleite

Das zweite Rettungspaket für Athen kommt praktisch in letzter Sekunde, weil Griechenland am 20. März seine nächsten Verbindlichkeiten von 14,5 Milliarden Euro begleichen muss. Ohne Hilfe wäre das Euroland pleite gewesen. Das vor dem Bankrott stehende Griechenland wurde bisher bereits mit einem ersten Hilfspaket im Gesamtausmaß von 110 Milliarden Euro versorgt. Davon sind nach Auszahlung von 73 Milliarden noch 34,3 Milliarden Euro übrig, die in das zweite Rettungspaket einfließen sollen. Wie genau dies passiert, war zunächst nicht definiert. Der mit seinen privaten Gläubigern ausgehandelte Schuldenschnitt soll Griechenland laut Verhandlungsführern in absoluten Zahlen eine Erleichterung in Höhe von 107 Milliarden Euro bringen.

Bedingungen erfüllt

Griechenland hatte zuvor wesentliche Bedingungen der Euroländer erfüllt. Dazu gehörten die Zustimmung des Parlaments und der Chefs der großen Parteien zu den Sparzielen sowie zusätzliche Sparmaßnahmen von 325 Millionen Euro. Die griechische Regierung verabschiedete am Samstag auf einer Sondersitzung eine Reihe von Gesetzesentwürfen zur Umsetzung des von der EU verlangten Sparkurses. So werden höhere Pensionen gekürzt und die Mindestlöhne gesenkt (siehe auch: Überblick über das griechische Sparprogramm). Als Gegenleistung für neue Milliardenkredite muss sich Athen einer schärferen Kontrolle unterwerfen. (Reuters/APA/red, derStandard.at, 21.2.2012)

Kommentar posten
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andreas wreiser
 
02
22.2.2012, 10:00
darum ist es so wichtig die Finanzmafia zu kastrieren

derzeit erpressen sie die Staaten und Steuerzahler,
wie sie wollen.

Ist es wirklich so schwer, die gleichen, Konsequenzen zu ziehen wie nach der Weltwirtschaftskrise von 1931.
Die Trennung von Investmentbanken (Casino),
von der stinknormalen Bank (Sparkassse).
Dies wurde auch wieder von Präsident Obama vorgeschlagen.

Außerdem bräuchten wir wieder einen New Deal.

Die Idee, das Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Landwirte zu stabilisieren, Finanzinstitute und große Konzerne zu regulieren, Ausgabenprogramme zum Ausbau der Infrastruktur und zur Schaffung von Arbeitsplätzen aufzulegen und durch eine deutlich höhere Besteuerung der Reichen eine gewisse Einkommensverteilung zu bewirken.

http://de.wikipedia.org/wiki/New_Deal

Böse Tussi
01
22.2.2012, 09:58

Also so wie ich die Aussagen vom IWF interpretiere, ist der ESM bereits eine beschlossene Sache.

Auch von unseren Politikern hört man bezüglich ESM nichts, die Medien schweigen sich auch schön brav darüber aus.

Welche gravierenden Folgen dieser ESM hat, scheint niemanden zu interessieren.

Einfach nur noch traurig! :(

Stahl_____666
00
22.2.2012, 09:51
.

Spätestens im September stehens wieder auf der Matte und suchen um Hilfe an.

Roman G.
10
22.2.2012, 09:51
Warum soll ich zahlen ...?

Ich habe vor 3 Jahren eine Anleihe mit 4% Verzinsung gekauft - damit bin ich doch kein Spekulant.

Es kann doch nicht sein, dass die EZB Milliarden an den GR-Anleihen verdient und an die Notenbanken weitergibt und ich auf den Großteil meines Geldes verzeichten soll / muss.

Ein Forderungsverzicht würde ich verstehen, wenn er alle Gläubiger trifft. Die EZB bringt ihre Tücher ins Trockene und ich muss bluten ?

Da frage ich mich schon, wo der Rechtsstaat bleibt.

waldenoderlebenindenwäldern
 
00
22.2.2012, 19:09
Du bist ein Gierwurm

und darum ist dein Verlust angenehm.

so so ....
00
22.2.2012, 10:43

Frage ist wirklich so gemeint ?
-> www.wikilegia.org

Sidlo
00
22.2.2012, 09:46
Selbst wenn alle Beteiligten sich an die

Abmachungen halten, ist das Problem in keinsterweise gelöst, denn auch wenn die Griechen alle Sparauflagen wie ein Musterschüler erfüllen bleibt das horrende Defizit im Aussenhandel bestehen, und somit das horrende Anwachsen der Schulden, sodass bald wieder ein Rettungspaket geschnürt werden muss, und ein Ende dieses traurigen Spiel ist nicht absehbar. Das einzige was hilft ist eine Rückkehr zur Drachme, aber das wurde von den Entscheidungsträgern nichteinmal angedacht, viel wichtiger als eine grundsätzliche Lösung scheint eine Wahrung der Gläubigerinterressen zu sein und ein unbelehrbares blindes Festhalten am Eurofundamentalismus. Wieviel Schaden muß wohl entstehen bis man aus dieser Starre erwacht?

Mostbluzza
01
22.2.2012, 09:42
aber island erfängt sich und wird upgeratet

das freut mich wirklich.

gut die haben gezockt und dafür bezahlt. die sind logisch, vernünftig und fleissig und haben die lektion "mitgenommen".

gut, die haben auch keine eu-bürokraten am hals und beugen sich nicht runter, wenn der brite schreit oder deutsche geld will.

die haben die 3 banken bankrott gehen lassen und die sache mit dem volk sozial geregelt, ähnlich den schweden ehedem. mit einer eig. währung gehts halt auch, wenn man herr im hause ist.
wir sind zwar auch zahler, aber herrIn im hause ist nicht unser ewald, sondern eine dt. politikerin.

wir sind erfahrungs-beratungsresistent und lassen uns für fremde zwecke einspannen. eu wenns sein muss, aber keinen schritt weiter, euro ist eine totgeburt - mit den mitgliedern.

so so ....
00
22.2.2012, 10:42

mit einem wort: wir sind der pudel
;-)
und hängen an der leine. ja soisses halt, wenn man keine adäquate ausbildung hat (abbruch, jus).

Roter Baron
01
22.2.2012, 09:39
und woher soll die erholung kommen ?

das volk ist ausgequetscht und hungert
die arbeitslosigkeit steigt und steigt
die unternehmen werden sich weiter um die steuern drücken
die banken und die spielsüchtigen an der börse werden weiter zokken
und
die 10% reichen können den konsum nicht retten
nicht mal wenn jeder von ihnen 10 luxusyachten kauft,
somit weiter wird niemand steuern zahlen (also wie bisher).
der neoliberale untergang ist nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.

roter baron

Mostbluzza
00
22.2.2012, 09:36
von 160 auf 120% des bips

no problem oder doch? na für uns ist es unmöglich von ehrlichen 80 auf 60% ohne statistiktricksen.

gut,kurzfristig wirds auf fast 180% des bips steigen, trotz verzicht und blabla.

aber dann auf 120% fallen. ganz sicher, weils wachstum ja steigt...also dann in relation .... absolut wird da gar nix passieren, weil GR keine Schulden zurückzahlen wird können, wie auch, wär der erste eurostaat in europa.

GR wird in 8 jahren nicht der effizienz-wirtschaftswunder-verwaltungsvorzeige staat sein.
weil der "biss" (der asiaten zb) nicht da ist, die jungen im ausland sind und das griech. geld woanders investiert wird, wo es mehr rendite bringt.

und darum wirds schief gehen, aber nach der franzenwahl soll die pleite samt rauswurf eh schon fix sein

mit riesenschritten zur NWO aka ganzsichernicht
 
00
22.2.2012, 09:18
..UFF, jetzt haben wir wieder für 3 wochen eine ruhe...

.und dann? werden die österreicher das neue sparpaket auch wieder fressen? ich befürchte ja. von der möglichkeit, dass eventuell ganz andere länder jetzt auf die geldtschen der eu bürger herfallen red ich noch gar nicht, das wird der supergau, nämlich....

so so ....
07
22.2.2012, 09:07

Wieviele Griechen haben gewollt, dass private Gläuibger weiter durchalimentiert werden. Wieviele europäische Steuerzahler haben gewollt, dass private Gläubiger weiter durchalimentiert werden ?

Wir alle sind die neuen Gläubiger, ausser der Kaste wollte das niemand.

Wahre Solidarität mit Griechenland tut not. Von dem Geld wird kein Grieche je was sehen, noch wird es ihm irgendetwas nützen.

Roter Baron
02
22.2.2012, 09:42

so ist es
das land bekommt 130 mrd. euro
das wären 1.820 milliarden schilling
und trotzdem hungert das volk bereits jetzt.

roter baron

www.banken-volksbegehren.at
00
22.2.2012, 08:36
Sparpaket = Versteckte Pensionsreform
22
22.2.2012, 08:35
Wir sollten endlich aufhören,...

...Banken und Investmentfonds mit Geld vollzustopfen. Beschäftigte in Griechenland übernehmen bereits in immer mehr Betrieben selbst die Kontrolle (z.B. Zeitung Eleftherotypia, Krankenhaus in Kilkis). Die Beispiele beginnen sich auszubreiten.

http://www.linkswende.org/5649/Grie... eralstreik

Roter Baron
01
22.2.2012, 09:44

das
oder die hütten der richtigen abfackeln
sich mit der polizei zu matchen ist jedenfalls dumm

roter baron

Querulant1951
00
22.2.2012, 08:33
Zweifel? oder Gewissheit, daß den Griechen nicht zu helfen ist

so schon gar nicht, von Wertschöpfung halten die alle nichts. Was heißt "Ärmel aufkrempeln" auf griechisch?

tramezzino
01
22.2.2012, 09:02

jamas !

Befreier von Butter und Eier
00
22.2.2012, 08:22

Das sind alles nur Verzweiflungsschritte der EU.
In Wirklichkeit haben die doch gar keine Ahnung was da vorgeht oder in Zukunft geschehen wird. Woher auch, sowas war ja noch nie da in der EU mit einer gemeinsamen Währung.

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
12
22.2.2012, 08:08
Mindestlöhne um ein Viertel, Pensionen um ein Drittel gekürzt!

Sprapaket trifft die Masse der Lonempfänger und Pensionisten.

Dazu ein ständig wachsendes Heer von Arbeitslosen, bereits über 20%!

Der weitaus größte Teil der Milliarden fließt zu den Banken, um die Zinsen zu zahlen.

So saniert man eine Volkswirtschaft!

Es handle sich "um Kredite und nicht um Geschenke"! Von diesem Geld sieht Europa keinen Cent mehr, Herr Faymann...

tramezzino
01
22.2.2012, 09:05

cool down: die volkswirtschaft war vorher künstlich aufgeblasen, das ist das problem. jetzt muss sie wieder einmal auf ein realistisches maß zurückgefahren werden. logisch, dass da kein wachstum stattfinden kann.

beispiel im kleinen:

du bekommst von deiner firma 30% mehr gehalt als der markt hergibt, deine firma macht miese, bekommt aber immer wieder neues geld (kredite), um die gehälter finanzieren zu können.

du kurbelst mit deinen 30% zuviel natürlich die wirtschaft an, gehst zum wirten, kaufst dir konsumgüter.

jetzt geht aber die bank pleite, die deinem arbeitgeber dauernd kredite gegeben hat, weil er nie was zurückzahlen konnte.

somit dreht sich die spirale wieder nach unten.

Tintifax der ... Druide!
01
22.2.2012, 08:59

Wie gestern schon Eugen Freund in der ZIB 2 sagte: Man muss richtiger Weise sagen, dass von unserer Staatshilfe bisher kein Cent verloren ging, und dass Griechenland pünktlich seine 64 Mio. Euro Zinsen an Österreich überwiesen hat.

Das heißt natürlich nicht, dass alles eitel-wonne ist, aber "Von diesem Geld sieht Europa keinen Cent mehr" ist jedenfalls eine Falschaussage.

Hepkat
00
22.2.2012, 08:54

Das Problem ist nämlich, dass wegen des Antritts in die Eurozone, profitierte Griechenland automatisch von der Stärke der deutschen Wirtschaft, obwohl es nur über einen Bruchteil der detuschen Produktivität tatsächlich verfügte.

D.h. dank den Deutschen konnte Grienchenland Kredite zu geringen Zinsen aufnehmen, obwohl es die entsprechende Produktivität nicht hatte, um sie zu bedienen. So hat Griechenland sich viele Jahre lang finanziert.

Jetzt sind die deutschlandgroßen Rechnungen fällig aber Griechenland kann nicht zahlen, und wird sie in naher Zukunft auch nicht zahlen können.

orpheus1
01
22.2.2012, 10:05
7% Zinsen = Verdoppelung der Schulden in 10 Jahren

Bei Zinsen von 15% bekommt man eine Verdoppelung der gesamten Schulden in nur 4,8 Jahren.

EU und Rating Agenturen machen's moeglich. Nachdem Hedgefonds das Spiel bei Grosskonzernen ausgespielt haben, sind jetzt Laender dran. Mal sehen, ob nicht die ganze EU gekippt werden kann. Bankenrettung und Rettungsschirm geben einem den Eindruck, die EU arbeitet kraeftig daran, sich schnell selbst zu vernichten.

Goldman Sachs hat Griechenland fuer die EU zurechtbilanziert. Dafuer gab es billige Kredite. Nach der Bankenkrise waren neue Geldquellen noetig, und ploetzlich war Griechenland gar nie EU-reif.

Nicht, dass die EU Goldman Sachs&Co zur Verantwortung gezogen haette, nein, Griechenland wurde dem Finanzsektor als neuer Frass vorgeworfen.

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