Kritik an Ausbeutung in China setzt Apple unter Druck

21. Februar 2012, 15:32
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Wer wäre bereit, mehr für sein iPhone oder iPad zu bezahlen, damit es Arbeitern in China besser geht?

Wer wäre bereit, mehr für sein iPhone oder iPad zu bezahlen, damit es Arbeitern in China besser geht? Wären die Aktien von Apple noch so ein Renner, wenn die Gewinne kleiner ausfielen? Der Druck auf den kalifornischen Computerkonzern wächst mit jeder neuen Enthüllung über harsche Arbeitsbedingungen in den Fabriken in China, in denen die weltweit so beliebten Apple-Produkte hergestellt werden.

Dell, Hewlett-Packard, IBM oder Sony

m Kreuzfeuer der Kritik steht sein taiwanesischer Hersteller Foxconn, der 1,2 Millionen Arbeiter in China beschäftigt - der neben Apple auch andere High-Tech-Firmen wie Dell, Hewlett-Packard, IBM oder Sony zu seinen Kunden zählt.

Überstunden und Schichten mit 12 bis 15 Stunden

Die Vorwürfe sind heftig: Übermäßige Überstunden und Schichten mit 12 bis 15 Stunden, sechs oder sieben Arbeitstage pro Woche, monotone Arbeit am Fließband, militärischer Führungsstil und Kasernierung in überfüllten Wohnheimen auf dem Fabrikgelände. Der weltgrößte Elektronikhersteller macht schon seit zwei Jahren mit einer Serie von Selbstmorden unglücklicher Mitarbeiter von sich reden.

In einem investigativen Artikel der "New York Times" Ende Jänner warfen frühere Manager dem Apple-Konzern vor, nur an der Verringerung der Produktionskosten interessiert gewesen zu sein und bei Missständen ein Auge zugedrückt zu haben. Den Vorwurf der Ausbeutung will der neue Apple-Chef Tim Cook aber nicht auf sich sitzen lassen: "So sind wir nicht." Er trat der Organisation Fair Labor Association (FLA) bei, die sich weltweit für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt, und verschaffte FLA-Inspektoren erstmals Zugang zu den sonst sorgsam von der Außenwelt abgeschnittenen Foxconn-Fabriken. "Wir sind der Überzeugung, dass die Beschäftigten überall auf der Welt ein Recht auf ein sicheres und faires Arbeitsumfeld haben", sagte Cook.

"Es müsste eine langfristige Aufsicht geben und Ermittlungen ohne Einschränkungen."

Chinesische Arbeitsrechtsexperten sind aber skeptisch, was bei der Untersuchung herauskommen kann. "Die Ergebnisse sind nicht glaubwürdig, wenn die Untersuchung nur durch eine Tour mit Führer über ein paar Wochen erfolgt", sagte der Arbeitsrechtler Huang Leping der Nachrichtenagentur dpa in Peking. "Es müsste eine langfristige Aufsicht geben und Ermittlungen ohne Einschränkungen."

"Es hat direkt mit den Ermittlungen zu tun."

Eine am Wochenende verkündete Lohnerhöhung von 16 bis 25 Prozent ist für den Anwalt und andere Experten auch nur der Versuch der Schadensbegrenzung in der PR-Krise von Foxconn. "Die öffentliche Diskussion hat die Gehaltsanhebung beeinflusst", glaubt He Xiaoxia von der Umweltschutzgruppe Green Beagle, die den Umgang mit gefährlichen Stoffen in den Fabriken angeprangert hatte. Ähnlich äußert sich der Arbeitsrechtler Shen Binti. "Es hat direkt mit den Ermittlungen zu tun." Es müsse auch abgewartet werden, wie sich die Anhebung des Grundlohns am Ende auf die gesamten Bezüge auswirke.

Ein Arbeiter am Fließband bei Foxconn in der Metropole Shenzhen in Südchina liegt aber auch nach der Erhöhung mit einem Anfangsgehalt von 1.800 Yuan (217 Euro) im Monat nur um 300 Yuan über dem gesetzlichen Mindestlohn. "Das ist kaum ein bedeutender Unterschied und mit Sicherheit nicht genug, um ein menschenwürdiges Leben in einer der teuersten Städte Chinas zu führen", findet Geoffrey Crothall von der unabhängigen Organisation China Labour Bulletin in Hopngkong, die sich um Arbeitsbedingungen in China kümmert.

"Freiwillig"

Nach Angaben von Foxconn liegen aber rund 75 Prozent der Mitarbeiter in Shenzhen in der höheren Gehaltsstufe von mehr als 2.200 Yuan, umgerechnet aber auch nur 265 Euro. Nur mit Überstunden lässt sich mehr verdienen, was die exzessiv langen Schichten erklärt, die Arbeiter fahren - "freiwillig", wie Foxconn betont. Um der Kritik zu begegnen, werden mit der Lohnerhöhung gleichzeitig die Überstunden abgebaut: "Unser Ziel ist es, die Überstunden zu begrenzen, während wir auch die Bezahlung erhöhen, damit unsere Arbeiter nicht geringere Löhne haben, wenn wir die Möglichkeiten für Überstunden verringern."

Kein Einzelfall

Die Probleme bei Foxconn sind kein Einzelfall in China, wo keine unabhängigen Gewerkschaften erlaubt sind. Wettbewerbsvorteile ergeben sich häufig durch niedrige Löhne, ausbeuterische Arbeitszeiten, mangelnden Umweltschutz und schlechte Arbeitsbedingungen. Im Vergleich zu kleineren und mittleren Unternehmen könnte Foxconn nicht mal so schlecht abschneiden. Problematisch erscheint Experten hier aber der strenge Umgang, die Rechtlosigkeit, Erschöpfung und Isolation junger Wanderarbeiter in den Fabriken. "Nach den Aussagen von Mitarbeitern, die bei uns Rechtshilfe suchten, ist Foxconn definitiv kein Modellunternehmen", stellt Anwalt Huang Leping fest. (APA)

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25 Postings
Mr.L
11
22.2.2012, 00:26
Statussymbol

Zuerst sollte Mann oder Frau überlegen, ob so ein Gerät überhaupt benötigt wird. Aber es finden finden sich ja immer Gründe so ein Statussymbol anzuschaffen...

Diga
00
24.2.2012, 11:40
Richtig, man könnte auf den iPad Kaif verzichten

Und dann sind die chinesischen Arbeiter ihren schlecht bezahlten Job los und haben gar keinen mehr.
Das ist auch kein Apple spezifisches Problem, fast alle großen Konzerne aus den unterschiedlichsten Branchen lassen in Fernost unter den gleichen, meist sogar schlechteren Bedingungen produzieren. Die Problematik wird auf Apple aufgehängt, weil es ein sehr erfolgreiches populäres Unternehmen ist. Im Vergleich zur Konkurrenz tut Apple in dem Bereich zumindest ein bisschen positives.

Mr.L
10
22.2.2012, 00:14
Die Marke gewinnt, die Arbeiter bezahlen.

Es ist doch egal, ob iphone oder nike Turnschuh die Gewinnmargen sind doch immer die selben. Der große Gewinner ist halt in diesen Fall Apple.

dakakadu
00
22.2.2012, 15:59

Trotzdem hat Apple in der IT (und nicht im Sportbereich) die höchste Gewinnmarge ^^

Mr.L
11
21.2.2012, 23:24

das iphone hat augenscheinlich die selben Gewinnmargen wie ein Nike Turnschuh - also was man dazu noch irgendetwas sagen....

tho_mi
11
21.2.2012, 20:26

Wieso mehr dafür bezahlen? Bei den Gewinnen die Apple einfährt...

monoton
00
22.2.2012, 09:19

aber das geht doch nicht, denn dann werden die aktien weniger wert wenn nicht ein rekordgewinn nach dem anderen eingefahren wird, und das mögen die aktionäre gar nicht.
somit ist es selbstverständlich das hundertausende menschen mehr leiden müssen damit ein paar aktionäre noch viel mehr gewinn einfahren können.
es ist doch absurd zu glauben das in dieser welt rücksicht auf tausende arbeiter genommen wird auf kosten des gewinns

milchmann
12
21.2.2012, 16:26
0,5 Euro

pro I-Phone oder T-Shirt oder was auch immer in diesen verlängerten Werkbanken der Knosumgesellschaft produziert wird, würde wohl nur den wenigsten Konsument, besonders von Markenartikeln, weh tun, vorrausgesetzt, das geld kommt auch bei den Arbeitskräften an.

Aber davon kommt doch nichts bei den ArbeiterInnen an !
Die Zwischenhändler und Markenkonzerne würden sich das Geld vielleicht bis au 2 €-cent einstecken, noch mehr Profit machen, aber niemandem wäre geholfen.

asterio
00
22.2.2012, 05:33

forscher haben ausgerechnet, dass 20 cent mehr für fair bezahlte bekleidung ausreichen würden.
wir gehen aber in diskonter einkaufen, in denen teils die hälftel des preises "vergleichbarer" ware angeboten wird.
die 20 cent würde ich gerne bezahlen, aber man hat nur die angebote 5 euro oder 20 euro unfair!

NoName100
212
21.2.2012, 16:09

apple hat im letzten quartal !!! 15 mrd. !!! gewinn gemacht... wieso sollten also die käufer mehr zahlen? anscheinend zahlen sie ja schon zu viel...

apple muss nur einen (sehr) kleinen teil des kuchens abgeben...

Mr.L
00
22.2.2012, 01:00

Den Kuchen bekommen wie immer die Aktionäre, da braucht man sich auch beim Apple (oder gerade erst recht bei Apple) keine Hoffnungen machen.

·Übermorgen·
31
21.2.2012, 22:47
Uiii, „die Käufer zahlen zu viel*“

Komisch nur dass das eigentlich immer der Fall ist. An der Tankstelle genauso wie beim Hofer oder beim Maronibrater. Die Käufer zahlen immer zu viel, weil der Verkäufer – Na was wohl? – GEWINN machen will und MUSS!

*So eine blöde Aussage kann auch nur von einem Unselbständigen kommen.

dakakadu
00
22.2.2012, 15:58

15MRD ist für sie immer noch zuwenig Gewinn (pro Quartal)?!?!

Apple hat nen riesen Kuchen und bevor Apple jetzt mehr für Produkte verlangt, damit sie Foxconn mehr Geld geben können, könnten sie halt paar % weniger Gewinn machen..
Sinds halt nur 13MRD/Quartal.. Wird wohl auch reichen..

hehe ...?
32
21.2.2012, 15:51
Gerade im Bezug auf Apple-Produkte:

bei den Margen könnten die Arbeiter vermutlich das dreifache verdienen ...

Hectic
42
21.2.2012, 15:55
Apple:

Der größte Stern am Kapitalismushimmel.

12345 ... weiter weiss ich nicht!
22
21.2.2012, 15:49
Wer wäre bereit, mehr für sein iPhone oder iPad zu bezahlen, damit es Arbeitern in China besser geht?

DAMN ... die Verbrecherbande hat doch 100Milliarden Gewinn gemacht ... warum dann noch mehr zahlen??
Die sollen Ihre Sublieferanten nicht mit Preisen erpressen und lieber vernünftig zahlen!
Ein iPhone kostet ja gerade mal 130USD in der Produktion ... also 1/8 dessen, was dafür im Shop verlangt wird!
*KOPFSCHÜTTEL*

hmo8020
00
22.2.2012, 06:32
BOM + Manufacturing = Direct Costs

16GB 196$ (RRP 649$ / 1568$ Ihr 1/8 Preis *KOPFSCHÜTTEL*)
32GB 215$ (RRP 749$ / 1720$)
64GB 254$ (RRP 849$ / 2032$)

Source: iSuppli

Apple's Overhead (Variable/Fixed) costs excluding (eg. Support, AppStore, R&D, Marketing ...).

Bin zwar kein Kostenexperte aber trotzdem 2x*KOPFSCHÜTTEL* zu Ihrem Kommentar!

PS: Milliarden Netto-Gewinn in USD der letzten 4Q's 32,98.
13,06 (Q1/2012)
06,62 (Q4/2011)
07,31 (Q3/2011)
05,99 (Q2/2011)

Sie verwechseln Gewinn mit Cash Reserven + Marketable Securities!
3x*KOPFSCHÜTTEL*

dakakadu
00
22.2.2012, 15:57

Genau.. Der Gewinn ist ja sowenig..

dakakadu
00
21.2.2012, 15:46
Warum sollen

Kunden mehr fürs gleiche Zahlen?!

Wie wärs wenn Apple dann halt 5% weniger Gewinn macht und den Preis gleich lässt?!

Aber an sowas denkt ja keiner, bei unserem super Geld und Wirtschaftssystem..
Jedes Unternehmen muss jedes Jahr mehr Gewinn erzielen, ansonsten fallen die Börsenkurse ja, weil dem Unternehmen gehts ja so schlecht, weils nur XX % Gewinn gemacht hatten und letztes Jahr warens XX-3% und die Analysten haben XX+4% erwartet...

Der Querdenker
03
21.2.2012, 15:41

Schön langsam wird's fad. Foxconn ist nicht Apple. Liebe Redakteure schreibt in der Überschrift Sony Zulieferer oder Nokia usw. Bringt nichts den dann liest es keiner. Objektiver Journalismus sieht anders aus.

PyroTFD
00
21.2.2012, 19:07

geb schon recht, dass es ja auch andere Unternehmen gibt, die da auch ihre Produkte beziehen und auch Dreck am Stecken haben werden.

Allerdings ist es mit der Apple Überschrift einfach reißerischer und Apple wird wahrscheinlich einer der größten Kunde von Foxconn sein.

Gerwin Winter
30
21.2.2012, 16:03
Standard Trash-Poster

nerven. Steht eh drinnen und Apple ist das einzige Unternehmen, dass die Kritik ernt nimmt. Steht auch im Artikel. Aber lesen muss ein Trash-Poster nicht.

Der Querdenker
03
21.2.2012, 18:32

Gilt auch für dich du Troll, habe einzig die Überschriften kritisiert.

df df
40
21.2.2012, 16:01
Lesen hilft!

... neben Apple auch andere High-Tech-Firmen wie Dell, Hewlett-Packard, IBM oder Sony zu seinen Kunden zählt. Aber warum sollte das zählen?

Der Querdenker
03
21.2.2012, 18:32
Lesen hilft

Gilt auch für dich du Troll, habe einzig die Überschriften kritisiert.

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