Angewandte soll offenen Innenhof und expressive Fassade bekommen

21. Februar 2012, 16:19
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Architekt Wolfgang Tschapeller gewann Wettbewerb für Uni-Erweiterungsbau - Bast will 2017 in neuen Räumen feiern

Wien - Den 150. Geburtstag der Universität für Angewandte Kunst Anfang 2017 möchte ihr Direktor Gerald Bast bereits in neuen Räumen feiern. Heute, Dienstag, wurde das Siegerprojekt im Wettbewerb um den Erweiterungsbau am Stubenring präsentiert: Der in Osttirol geborene und in Wien arbeitende Architekt Wolfgang Tschapeller konnte ihn für sich entscheiden - mit einem Projekt, das einen offenen Innenhof, ein neues Untergeschoß und einen scheibenförmigen, expressiven Fassadenzubau an der Hofseite des Schwanzer-Baus umfasst. Die neue Nutzfläche beträgt dann 7.000 Quadratmeter.

100 Einreichungen

Mit seinem Konzept, das "Kommunikation ins Zentrum rückt", wie sich Bast bei einer Pressekonferenz freute, verwies Tschapeller Konkurrenten wie Wolf D. Prix (2. Rang) oder Eric Owen Moss (Anerkennung) auf die hinteren Plätze - "zur Überraschung vieler", so Bast. Aus mehr als 100 Einreichungen hatte die international besetze Jury 15 Projekte für den Wettbewerb ausgewählt. "Der Rahmen war eng", so Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer des Eigentümers Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Wenig Platz, Denkmalschutzbestimmungen von Stadt, Denkmalamt und UNESCO.

Exzentrische Fassade

Das Tschapeller-Projekt bewegt sich in diesem Rahmen durch eine Fokussierung auf den Innenhof zwischen Schwanzer- und Ferstel-Bau: Das Verbindungsstück zwischen den beiden Gebäuden auf der Seite vom Kokoschka-Platz soll entfernt, der Hof dadurch geöffnet und der Haupteingang auf den Ring verlegt werden. Als Zubau wurde eine Gebäudescheibe konzipiert, die transparent an der Hofseite des Schwanzer-Baus angebracht wird: Mit einer diagonal verlaufenden, breiten Treppe - "eigentlich ein Boulevard" - und einer durch Erker, Kugel- und Kegelformen exzentrisch ausgestalteten Fassade.

Verbindung im Untergeschoß

Die Verbindung der Trakte soll künftig im Untergeschoß erfolgen, in das die Besucher vom Haupteingang am Ring geleitet werden und das eine interne Verteilerebene darstellt. Außerdem finden hier neue Hörsäle, Mensa und Werkstätten Platz, die durch Oberlichten in den Innenhof mit Tageslicht versorgt werden. Das Konzept weise ein "besonderes Gebäude mit besonderer Nutzung" aus, betonte der stellvertretende Juryvorsitzende Klaus Kada, der sich mit dem "guten, internationalen Teilnehmerfeld" zufrieden zeigte. Die 15 Wettbewerbs-Projekte werden ab dem 8. März im MAK ausgestellt.

Dass die Vision auch in Zeiten von Sparzwang Realität wird, davon geht zumindest Gerald Bast aus. "Investitionen in geistige Infrastruktur sind auch in Zeiten der sogenannten Krise genauso wichtig wie in Verkehrsinfrastruktur." Die Netto-Baukosten sollen rund 46 Millionen Euro betragen, Bast rechnet mit dem Baubeginn in der zweiten Hälfte 2013 - dann könnte der laufende Betrieb vorübergehend in ein anderes Gebäude der BIG umziehen. (APA)

  • Die Entwürfe für die neue Angewandte.
    foto: wolfgang tschapeller zt gmbh/isochrom

    Die Entwürfe für die neue Angewandte.

  • Artikelbild
    foto: wolfgang tschapeller zt gmbh/isochrom
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