Wien startet jährliche Aktion "Eine Stadt. Ein Film"

21. Februar 2012, 15:32
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Ein Film kostenlos: Am 22. März wird in 13 Programmkinos "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" gezeigt

Wien - Analog zur Gratis-Buchaktion gibt es in Wien nun auch eine Gratis-Filmaktion. "In 13 Wiener Programmkinos wird es am 22. März, einem Donnerstag, bei freiem Eintritt den mehrfach preisgekrönten Film 'Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott' zu sehen geben", verkündete Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Dienstag in der Bürgermeister-Pressekonferenz. Die "Eine Stadt. Ein Film" genannte Initiative soll jährlich stattfinden.

Die ProtagonistInnen des Filmes, darunter Michael Ostrowski und Namensgeberin Elfriede Ott, werden in einem Großteil der Vorführungen anwesend sein. Je nach Lichtspielhaus können die Tickets bereits im Vorfeld reserviert werden, informierte Helmut Schneider vom Echo Medienhaus, dem Kooperationspartner der Stadt bei der Aktion. Die Beginnzeiten in den teilnehmenden Kinos seien gestaffelt. Wenn man in der einen Spielstätte keinen Platz mehr finde, könne in eine andere ausgewichen werden.

Rot-grünes Projekt

13 Programmkinos beteiligen sich an der Aktion: Admiral Kino, Bellaria Kino, Breitenseer Lichtspiele, Cine Center, Filmcasino, Filmhaus Kino am Spittelberg, Gartenbaukino, Haydn Kino, Künstlerhauskino, Schikaneder, Stadtkino, Top Kino und Votivkino. Insgesamt stehen 2.200 Sitzplätze zur Verfügung. Die Gesamtkosten der Initiative belaufen sich auf 60.000 Euro. Ein Drittel davon trägt die Stadt über den Filmfonds Wien, der Rest kommt vom SPÖ-nahen Echo Medienhaus.

Die Aktion "Eine Stadt. Ein Film" ist ein rot-grünes Projekt, das auch im Regierungsübereinkommen verankert wurde. Der in Graz spielende Auftaktfilm wurde aus zehn Produktionen von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt, in der unter anderem die Geschäftsführerin des Filmfonds, Gerlinde Seitner, sowie Norman Shetler vom Gartenbaukino saßen, berichtete der grüne Kultursprecher Klaus Werner-Lobo. Zu den Auswahlkriterien zählten u.a., dass das Werk einen Wien-Bezug hat, es sich um einen österreichischen Film handelt und es in ausreichenden Kopien vorhanden ist, damit es in mehreren Kinos gezeigt werden kann.

Programmkinos schmackhaft machen

Werner-Lobo betonte auch, dass man bewusst auf einen Film gesetzt habe, der sowohl anspruchsvoll als auch breitenwirksam sei: "Von dem erwarten wir uns, dass sehr viele Menschen hier draufkommen, dass das Kinoerlebnis an und für sich etwas anderes ist, als wenn man sich den Film zu Hause im Fernsehen oder auf DVD anschaut." Ziel der Initiative ist, dem Publikum den Besuch der Wiener Programmkinos schmackhaft zu machen und dabei einen qualitätsvollen Film anzubieten. "Es ist ein weiterer Schritt von uns zu versuchen, das drohende Kinosterben in dieser Stadt einzubremsen", so Werner-Lobo.

Die Film-Aktion werde weitergeführt, kündigte der grüne Kultursprecher außerdem an. Im kommenden Jahr sollen partizipative Elemente bei der Auswahl eingeführt werden: "Das heißt, wir werden mit Hilfe von neuen Medien auch die Wiener und Wienerinnen einbeziehen in die Filmauswahl."

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny wies in der Pressekonferenz außerdem darauf hin, dass sich die Stadt seit geraumer Zeit bemühe, die Wiener Programmkinos zu unterstützen. Einige der Spielstätten würden als städtische Kinos direkt finanziert werden - wie das Gartenbaukino, das Stadtkino oder das Filmhaus Kino am Spittelberg. Zudem seien in die Programmkinoförderung seit 2000 etwa 6,5 Mio. Euro geflossen. Auch bei der Digitalisierung von Programmkinos, die immerhin jeweils 80.000 Euro kostet, gibt es Unterstützung. Premierenkinos würden von der Stadt dafür 20.000 Euro erhalten, Nachspielkinos bis zu 75 Prozent. (APA)

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