Ein Film kostenlos: Am 22. März wird in 13 Programmkinos "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" gezeigt
Wien - Analog zur Gratis-Buchaktion gibt es in Wien nun auch eine
Gratis-Filmaktion. "In 13 Wiener Programmkinos wird es am 22. März,
einem Donnerstag, bei freiem Eintritt den mehrfach preisgekrönten
Film 'Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott' zu sehen
geben", verkündete Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am
Dienstag in der Bürgermeister-Pressekonferenz. Die "Eine Stadt. Ein
Film" genannte Initiative soll jährlich stattfinden.
Die ProtagonistInnen des Filmes, darunter Michael Ostrowski und
Namensgeberin Elfriede Ott, werden in einem Großteil der Vorführungen
anwesend sein. Je nach Lichtspielhaus können die Tickets bereits im
Vorfeld reserviert werden, informierte Helmut Schneider vom Echo
Medienhaus, dem Kooperationspartner der Stadt bei der Aktion. Die
Beginnzeiten in den teilnehmenden Kinos seien gestaffelt. Wenn man in
der einen Spielstätte keinen Platz mehr finde, könne in eine andere
ausgewichen werden.
Rot-grünes Projekt
13 Programmkinos beteiligen sich an der Aktion: Admiral Kino,
Bellaria Kino, Breitenseer Lichtspiele, Cine Center, Filmcasino,
Filmhaus Kino am Spittelberg, Gartenbaukino, Haydn Kino,
Künstlerhauskino, Schikaneder, Stadtkino, Top Kino und Votivkino.
Insgesamt stehen 2.200 Sitzplätze zur Verfügung. Die Gesamtkosten der
Initiative belaufen sich auf 60.000 Euro. Ein Drittel davon trägt die
Stadt über den Filmfonds Wien, der Rest kommt vom SPÖ-nahen Echo
Medienhaus.
Die Aktion "Eine Stadt. Ein Film" ist ein rot-grünes Projekt, das
auch im Regierungsübereinkommen verankert wurde. Der in Graz
spielende Auftaktfilm wurde aus zehn Produktionen von einer
sechsköpfigen Jury ausgewählt, in der unter anderem die
Geschäftsführerin des Filmfonds, Gerlinde Seitner, sowie Norman
Shetler vom Gartenbaukino saßen, berichtete der grüne Kultursprecher
Klaus Werner-Lobo. Zu den Auswahlkriterien zählten u.a., dass das
Werk einen Wien-Bezug hat, es sich um einen österreichischen Film
handelt und es in ausreichenden Kopien vorhanden ist, damit es in
mehreren Kinos gezeigt werden kann.
Programmkinos
schmackhaft machen
Werner-Lobo betonte auch, dass man bewusst auf einen Film gesetzt
habe, der sowohl anspruchsvoll als auch breitenwirksam sei: "Von dem
erwarten wir uns, dass sehr viele Menschen hier draufkommen, dass das
Kinoerlebnis an und für sich etwas anderes ist, als wenn man sich den
Film zu Hause im Fernsehen oder auf DVD anschaut." Ziel der
Initiative ist, dem Publikum den Besuch der Wiener Programmkinos
schmackhaft zu machen und dabei einen qualitätsvollen Film
anzubieten. "Es ist ein weiterer Schritt von uns zu versuchen, das
drohende Kinosterben in dieser Stadt einzubremsen", so Werner-Lobo.
Die Film-Aktion werde weitergeführt, kündigte der grüne
Kultursprecher außerdem an. Im kommenden Jahr sollen partizipative
Elemente bei der Auswahl eingeführt werden: "Das heißt, wir werden
mit Hilfe von neuen Medien auch die Wiener und Wienerinnen
einbeziehen in die Filmauswahl."
Kulturstadtrat Mailath-Pokorny wies in der Pressekonferenz
außerdem darauf hin, dass sich die Stadt seit geraumer Zeit bemühe,
die Wiener Programmkinos zu unterstützen. Einige der Spielstätten
würden als städtische Kinos direkt finanziert werden - wie das
Gartenbaukino, das Stadtkino oder das Filmhaus Kino am Spittelberg.
Zudem seien in die Programmkinoförderung seit 2000 etwa 6,5 Mio. Euro
geflossen. Auch bei der Digitalisierung von Programmkinos, die
immerhin jeweils 80.000 Euro kostet, gibt es Unterstützung.
Premierenkinos würden von der Stadt dafür 20.000 Euro erhalten,
Nachspielkinos bis zu 75 Prozent.
(APA)