In neun EU-Ländern entscheiden Unis über Studiengebühren

21. Februar 2012, 13:17
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Aktuelle Regelung mit staatlich festgelegten Beiträgen wenig verbreitet - Großer Teil hebt keine Gebühren ein

Wien - Durch die Aufhebung von Teilen der Studiengebührenregelung durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) mit 1. März können die Universitäten künftig selbst festlegen, ob und in welcher Höhe sie Studiengebühren einheben - zumindest wenn es nach der vom Wissenschaftsministerium vertretenen Rechtssicht geht. In neun Ländern bestimmen die Unis beim Bachelorstudium schon jetzt die Höhe, entweder völlig autonom oder bis zu einem vom Staat vorgegebenen Höchstbetrag. Das geht aus der Datenbank des Europäischen Hochschulverbands (EUA) über die Uni-Autonomie in 25 europäischen Staaten sowie drei deutschen Bundesländern hervor.

Mehr Autonomie beim Master

In vier der untersuchten Länder (Estland, Lettland, Luxemburg, Ungarn) können Unis die Höhe der Studiengebühren beim Bachelorstudium selbst bestimmen. Beim Master sind es bereits doppelt so viele Staaten, die den Unis freie Hand lassen (Estland, Griechenland, Großbritannien, Irland, Lettland, Luxemburg, Portugal, Ungarn). Auf Doktoratsniveau erlauben zusätzlich auch die Niederlande den Unis, selbst über die Höhe der Studienbeiträge zu entscheiden.

Das von Töchterle angeregte Modell, wonach die Unis innerhalb einer von der Politik vorgegebenen Höchstgrenze autonom über die Höhe der Gebühren entscheiden dürfen, ist ebenfalls nur wenig verbreitet. Beim Bachelor wird es in vier EU-Ländern und einem deutschen Bundesland praktiziert (Großbritannien, Italien, Litauen, Portugal sowie Nordrhein-Westfalen), beim Master nur noch von drei Ländern und beim Doktorat nur noch von einem Land.

Gebühren selten von Politik festgelegt

Die bisher in Österreich gültige Regelung, bei der der Staat die Höhe der Studiengebühren vorgibt, ist nicht häufig. Auf Bachelor- und Master-Niveau wird dies in fünf weiteren Ländern praktiziert, nämlich in Frankreich, den Niederlanden, Spanien, der Türkei und Zypern. Beim Doktorat wird in Frankreich, Spanien, der Türkei und Zypern die Höhe der Gebühren von der Politik festgelegt.

Großteil gebührenfrei

Ein großer Teil der Länder verlangt unterdessen gar keine Gebühren: Auf Bachelor- und Doktorats-Niveau sind es zwölf (Dänemark, Finnland, Griechenland, Island, Irland, Norwegen, Polen, Slowakei, Schweden, Tschechien sowie die beiden deutschen Bundesländer Brandenburg und Hessen), auf Master-Niveau müssen in Irland und Griechenland Studenten hingegen bezahlen.

Für Studenten aus Nicht-EU-Ländern gelten teils andere Regeln, hier genießen die Unis mehr Freiheiten: In zwölf Ländern dürfen diese schon beim Bachelorstudium selbst entscheiden, wie viel sie verlangen (Estland, Großbritannien, Irland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Slowakei, Schweden, Türkei, Ungarn). Auf Masterniveau lässt zusätzlich auch Griechenland den Unis freie Hand. Beim Doktorat verzichten allerdings sowohl Griechenland als auch Schweden auf Gebühren, in Ungarn wird die Höhe in diesem Fall gemeinsam mit externen Behörden festgelegt. (APA)

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    Studiengebühren in der EU.

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