KWin: KDE könnte OpenGL-1.x-Support streichen

21. Februar 2012, 14:51
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Vor allem alte Hardware, aber auch proprietäre ATI-Treiber betroffen - Software-Rendering als Ausweg?

In einem aktuellen Blog-Eintrag widmet sich der bei KDE vor allem mit dem Fenstermanager KWin betraute Entwickler Martin Grässlin der Frage der Unterstützung veralteter Hardware und der daraus entstehenden Probleme. In diesem Zusammenhang denkt Grässlin laut darüber nach den OpenGL-1.x-Support bei KWin/KDE vollständig zu streichen.

Code-Pfade

Seine Überlegung: OpenGL 2.0 werde mittlerweile von allen halbwegs aktuellen, freien Treibern tadellos unterstützt. Der für mobile Geräte genutzte OpenGL-ES-2.0-Support teile sich weite Teile dieses Codes - und helfe so auch indirekt der Weiterentwicklung am Desktop. OpenGL 1.x hingegen brauche vollständig eigenen Code-Pfade und erhöhe so den Wartungsaufwand erheblich, immerhin müssten nicht nur tausende Codezeilen zusätzlich gepflegt werden, es erhöhe sich auch die Komplexität, wodurch letztendlich die Qualität leide.

Einfach streichen?

Insofern sei es verlockend, die OpenGL-1.x-Unterstützung ersatzlos zu streichen, doch gar so einfach ist dies Situation auch wieder nicht, würde man damit doch den Support für ältere Grafikchips verlieren. Konkret sollten alle ATI-Chips seit dem Jahr 2002 für OpenGL 2.0 ausreichend sein, bei Nvidia legt Grässlin die Grenze bei 2004 an, bei Intel - mit dem i965 - 2006.

flgrx

Dazu kommt aber noch ein weiterer Problemfall: Der proprietäre fglrx-Treiber von ATI verwendet aktuell noch immer OpenGL 1.x, würde damit also im Fall des Falles nicht weiter von KDE / KWin supportet werden. Grässlin betont allerdings, dass ihm dieser Punkt nur begrenzte Kopfschmerzen bereitet, immerhin würde der freie Radeon-Treiber diese Hardware sehr gut unterstützen. Auch ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum aktuelle ATI-Hardware mittlerweile mit OpenGL 4 umgehen kann, der Treiber aber noch bei der Version 1.x herumhänge.

Software Rendering

Als Ausweg für ältere Hardware hat Grässlin eine andere aktuelle Entwicklung im Auge: Fedora möchte in seiner nächsten Release die llvmpipe nutzen um die Einsatz der GNOME Shell in virtuellen Maschinen zu ermöglichen. Eine solche Art des Software-Renderings könnte auch für KWin interessant sein - und so den Weg für die Entfernung des OpenGL 1.x-Supports frei machen. (apo, derStandard.at, 21.02.12)

  • Aktuelle Desktops brauchen OpenGL-Support, veraltete Hardware oder Treiber machen den EntwicklerInnen das leben allerdings erheblich schwerer.
    grafik: kde

    Aktuelle Desktops brauchen OpenGL-Support, veraltete Hardware oder Treiber machen den EntwicklerInnen das leben allerdings erheblich schwerer.

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