Griechischer Boykott-Aufruf

"Kauft keine deutschen Produkte"

21. Februar 2012, 13:18

Das deutsch-griechische Verhältnis ist derzeit ohnehin nicht das beste, jetzt wehren sich Verbraucherschützer gegen den politischen Druck von außen

In Griechenland wächst die Wut auf das harte, von außen diktierte Sparpaket. Die Verbraucherschutzorganisation INKA hat nun  zu einem Boykott von niederländischen und deutschen Waren aufgerufen. Sie fordert die Griechen auf, heimische Produkte kaufen, um einerseits die Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Fotis Spiropoulos von INKA nennt aber noch einen anderen Grund. Man wehre man sich gegen politischen Druck: "Der Grund für unsere Initiative ist die Wirtschaftspolitik, die die Deutschen und die Niederländer vertreten und die damit verbundenen harten Maßnahmen, die sie uns aufzwingen." Man wolle sich nicht gegen die Bevölkerung Deutschlands oder der Niederlande wenden, versicherte Spiropoulos.

Das deutsch-griechische Verhältnis ist derzeit nicht das beste, der Ton zwischen den beiden EU- und Euro-Partnern hat sich in den vergangenen Wochen verschärft, auf beiden Seiten. Der griechische Präsident Karolos Papoulias schien vielen Menschen in seinem Land aus dem Herzen zu sprechen, als er in der vergangenen Woche empört sagte, er wolle sein Land nicht vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble beleidigen lassen. (red)

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Posting 1 bis 25 von 84
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db73
00
27.2.2012, 10:46

Da ist doch nichts besonderes dran , ich kaufe zb auch wenn es möglich ist im Inland produzierte Produkte.

Den Ausschlag gab dabei der Versuch vor 2 Jahren Brombeeren , welche bekanntlich auch hier wachsen, bei einer Einzelhandelskette zu kaufen. Dort wollte man sage und schreibe 3,99 Euro für 125 Gramm Brombeeren , produziert in Mexiko und gekarrt um die halbe Welt. Teuer ist wohl noch untertrieben für diese Abzocke.

Wieso sollte man diesen Unsinn mitmachen ? Seit dem achte ich peinlich genau darauf wo Nahrungsmittel herkommen und das ich inländische Produkte kaufe.

Der_Deutsche
01
26.2.2012, 17:45
Alles ein Großer PLAN?

Dr. Erich von Weizecker hat das alles Voraus gesehen
in seinem Buch
Der Gefärdete Frieden
Hellseher oder Mitwisser
und im Alter hat ihn sein gewissen Geplagt

http://www.querdenkerforum.de/forum/sho... p?tid=1072

Gruß Der_Deutsche

Edelpiefke
00
25.2.2012, 14:50
...und nehmt auch bitte keine deutsche Finanzhilfe!

Malamute-Power
00
22.2.2012, 13:27
Eine Katastrophe für Deutschland

nach dem Boykott der Griechen wird die gesamte deutsche Wirtschaft zusammenbrechen........

Dr.Baer
00
22.2.2012, 08:00
wenn sie dafür eigene produkte

herstellen und kaufen, wär das sogar ganz im Sinne der Mittelgeber.

starship
 
01
22.2.2012, 06:57
die armen griechen kaufen kein deutsches sauerkraut mehr. die reichen griechen dafür immobilien in london...

es ist immer das gleiche. die kleinen leute bezahlen die rechnung. überall.

sie z.b. http://www.tagesschau.de/multimedi... t3732.html

suchoi7
10
22.2.2012, 03:51
Den Griechen helfen

und hier unterschreiben, und außerdem an so viele wie möglich weiterleiten:

http://www.1millionsignatures.eu/

Mumifizierte Hausente
00
21.2.2012, 19:29

friedensprojekt eu halt.

Fischotter
00
21.2.2012, 20:25
Unfriedensprojekt EU

Die Dinge beim Namen nennen:

Unfriedensprojekt EU

Goldfinger
00
21.2.2012, 21:15
Unfriedensprojekt Euro

als Freihandelszone ist die EU ein Erfolg.

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
10
26.2.2012, 15:25

der euro wäre auch ein erfolg, wenn man ua griechenland den beitritt verwehrt hätte, man wusste auch damals schon wie hoch verschuldet das land war.

wer wenn nicht er
02
21.2.2012, 19:07
Ziel sollte es sein, heimische Produkte so günstig zu machen dass niemand mehr auf die Idee kommt, Waren zu importieren

Das Problem ist, dass es keine griechischen Produkte mit einem Schalter gibt.

Somit kann ein Grieche bei den meisten Kaufentscheidungen zwischen Deutschland und Japan wählen, nicht aber zwischen Griechenland und dem Rest der Welt.

Damit bleibt der Aufruf Populismus. Statt dessen sollten die Aufrufer konstruktiv an einer raschen Steigerung der griechischen Wettbewerbsfähigkeit arbeiten:
Lohnkosten runter,
arbeitsbezogene Steuern runter, Investitionssicherheit durch Rechtssicherheit (etwa Schaffung eines Grundbuchs) und Bekämpfung von Korruktion,
Konsumsteuern rauf (das kommt bei gleichzeitiger Entlastung der Inlandsproduktion durch Steuersenkungen der Besteuerung von Importen gleich).

Darüber hinaus: Massiv sparen beim Militär!!!!

Ökonomix
11
21.2.2012, 21:01
Die griechischen Arbeitskosten sind nicht das Problem

Das Problem ist die griechische Verwaltung, die Korruption und die mangelnde Rechtssicherheit. In der Privatwirtschaft verdient kaum ein Grieche mehr als 1000 €, Hochqualifizierte arbeiten um 750 €. Wenn sie die Löhne weiter senken wird jeder Gr., der kann, sein Land verlassen, denn für einen Hungerlohn arbeitet nicht einmal der größte Patriot.

Wichtiger wäre attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen um Betriebsansiedlungen zu erleichtern. Das beabsichtigte Gesetz zur Enteignung ausländischer Gläubiger ist dabei kontraproduktiv.

wer wenn nicht er
21
21.2.2012, 21:05
Am Ende geht es um internationale Wettbewerbsfähigkeit

Da kann man entweder mit Technologieführerschaft a la Mitteleuropa, Ostasien oder USA punkten, oder mit geringeren Kosten.

Griechenland muss mit Estland, Slowakei, Bulgarien & Co konkurrieren.

Warum glauben Sie ist die griechische Handeslbilanz wohl so hoch im Minus?

Ökonomix
00
21.2.2012, 23:11
Schwarz- / Weißmalerei

Zwischen dem Lohnniveau Mitteleuropas und Bulgariens gibt es noch viele Schattierungen. Es wunder mich, dass Sie nicht mit Bangladesh argumentiert haben. Die haben ein Lohnniveau, das noch weit unter jenem Bulgariens liegt. Wie können die Bulgaren da bloß wettbewerbsfähig sein?

wer wenn nicht er
00
22.2.2012, 07:48
"Wie können die Bulgaren da bloß wettbewerbsfähig sein"

Die Produktionskosten sind selbstverständlich NICHT nur von der Höhe des Monatslohns abhängig. So gehen derzeit viele Firmen (z.B. Kapsch) bereits wieder mit ihren Werken aus China nach Mitteleuropa zurück, weil dort im Vergleich 10x mehr Personal für den gleichen Output benötigt wird und sich das kaum noch rechnet.

In anderen Worten: Mangels Effizienz ist China schon bei 10% unseres Lohnniveaus oft nicht mehr konkurrenzfähig.

Auch die Verlagerung in die derzeit noch ineffizientere Slowakei (Autocluster) ist nur rentabel, weil das Lohn- und Steuerniveau dort deutlich niedriger ist.

Griechenland ist derzeit NICHT konkurrenzfähig. Also müssen die Löhne auf derern Effizienzniveau sinken. Nur so geht's.

Ökonomix
00
22.2.2012, 09:49
"Nur so geht's."

Sie glauben im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein. Doch wie sie in Ihrem Posting selbst zugeben, hängt die Produktivität nicht nur an den Löhnen. In GR sind die Löhne der Privatwirtschaft definitiv nicht das Problem sondern die Verwaltung. Eine Lohnsenkung könnte sogar mehr schaden als nützen (Abwanderung, Demotivation). Der Tourismus lief im vorigen Jahr ausgezeichnet - trotz "hoher" Löhne und trotz Streiks.

wer wenn nicht er
00
22.2.2012, 09:58
Nein, die Verwaltung ist NICHT das einzige Problem

Der Staat hat sich zu 25-30% seines Budgets aus Krediten finanziert und Jahr für Jahr per Gießkanne ausgeteilt um den Inlandskonsum zu steigern.

Mit dem Anstieg an Pensionen, Beamtengehältern etc. stiegen auch die Lohnerwartungen der Privatwirtschaft. Diese liegen nun zu hoch.

Der größte Teil der Wirtschaft ist ein maroden und ineffizienten Staatsbetieben organisiert.

Der private Sektor ist abseits von Landwirtschaft, Handel und Tourismus kaum vorhanden. Dies ist ein eindeutiges Indiz dass man nicht mit den Nachbarländern mit halten kann.

Woher sollen also die Jobs für die zu aus dem Staatssektor abzubauenden Menschen kommen?

Eine Drachme-Abwertung würde Löhne senken und Importwaren verteuern. Dies muss nun anders erreicht werden.

Ökonomix
00
22.2.2012, 10:14
"Der private Sektor ist abseits von Landwirtschaft, Handel und Tourismus kaum vorhanden."

Das stimmt schon, nur werden die Industriebetriebe nicht aus dem Boden sprießen nur weil sie die Löhne senken. In einem Land in dem keine Rechtssicherheit herrscht investiert niemand.

Wie sie richtigerweise erkennen gibt es zwei Möglichkeiten das Leistungsbilanzdefizit zu senken.
1. Die Gr. exportieren mehr. Dies kann nur ein langfristiges Ziel sein.
2. Die Gr. importieren weniger. Der Import wird vor allem von jenen angeheizt, die wirklich viel verdienen. Und das sind nun mal die Beamten und die Angestellten der Staatsbetriebe. Die Privatangestellten haben gerade genug zum überleben.

wer wenn nicht er
00
22.2.2012, 16:37
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht:

- Rechtssicherheit (Korruptionsbekämpfung, Schaffung eines Grundbuchs, faire und rasche Verfahren...),

- Aufhebung von gesetzlichen Monopolen und Kartellen,

- funktionierende Behörden (Dauer und Fairness bei Firmengründungen, Genehmigungsverfahren...)

etc. sind wesentliche Voraussetzungen.

Der Weg aus der Krise ist ein jedem Fall lang. Ich bleibe dabei, dass ein Rezept a la
- Lohnbezogene Abgaben runter
- Konsumbezogene Steuern rauf
die Wettbewerbsfähigkeit ähnlich verändert wie eine Währungsabwertung. Von daher wäre ein solches Rezept dringend zu empfehlen. Dies hat Schröder vor ein paar Jahren in DE gemacht, FR macht das heute. GR hätte es jedoch dringender nötig als alle Anderen.

Jürgen Rembremerding
03
21.2.2012, 18:49
Hauptsache, die Panzer und U-Boote werden bezahlt!

Das langt ja erst einmal!

cyber ferkel
01
21.2.2012, 18:41

was ist, wenn die Deutschen mit "macht keinen Urlaub in Griechenland" zurückschlagen?

Slaveverwandler
00
21.2.2012, 21:02

noch besser: "macht keinen Urlaub".

aufgeklärtbisheiter
03
21.2.2012, 19:13

oha, dann könnt man es sich glatt überlegen, dort Urlaub zu machen. :-)

Peter_23
01
21.2.2012, 18:38
Was für eine Polemik. Wichtiger wäre die griechischen Rüstungsausgaben abzudrehen.

Wenn es den griechischen Politikern ernst wäre, würden die INKA darauf drängen, die massiven Rüstungsgeschäfte mit Deutschland zu beenden. Das würde sicher was bewirken.

Aber aufzurufen keinen deutschen Käse (siehe Bild) zu kaufen, ist an Naiviät, Dummheit und Polemik kaum zu überbieten. Ausserdem haben eh viele Griechen zu wenig Geld um sich sowas zu leisten, man braucht also keinen Boykott-Aufruf. Das passiert eh automatisch.

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