Röhrendickicht am Wiener Karlsplatz

21. Februar 2012, 12:53
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Eine Installation des Künstlers Peter Kogler ziert ab sofort den Raum, der die Karlsplatzpassage und die Linien U1 und U2 verbindet

Wien - Eine Installation des österreichischen Künstlers ziert ab sofort das Zwischengeschoß der U-Bahn-Station Karlsplatz. Der Raum, der die Karlsplatzpassage mit den Linien U1 und U2 verbindet, wird von einer Art Tapete aus computergenerierten Röhren ausgekleidet. Insgesamt 180 einzeln bedruckte Wandpaneele fügen sich so zu einem Dickicht an Röhren.

Die Kunstinitiative ist ein gemeinsames Projekt der Wiener Linien und der Gesellschaft Kunst im öffentlichen Raum (KÖR). Die Verkehrsbetriebe zeichnen für die Umsetzung verantwortlich, die KÖR übernimmt Koglers Honorar. Die in Abstufungen zwischen Schwarz und Weiß gehaltenen Röhrennetze verweisen nicht zuletzt auf das komplexe Geflecht des Verkehrsnetzes mit seinen vielen Passagen, Rolltreppen, Gleisen und Tunneln. Gleichzeitig soll das Motiv die großteils verborgenen Strukturen des unterirdischen Öffi-Netzes symbolisch nach außen kehren und damit sichtbar machen.

Peter Kogler, 1959 in Innsbruck geboren, verwendet in seinem Werk immer wieder Röhren- und Netzstrukturen. Neben Objekten, Bildern und Rauminstallationen entstehen seit den 1990er Jahren auch großflächige bewegte Projektionen. So ließ er etwa 2008 virtuelle weiße Ratten über die Fassade des Wiener Museums Moderner Kunst huschen. Seine Arbeiten wurden zudem etwa auf der Biennale, im Centre Pompidou oder im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) gezeigt. In Graz erreichte die Bevölkerung erreicht, dass seine grauen und roten Wolkenschlieren in der Eingangshalle des Hauptbahnhofes nach Ende der Kulturhauptstadt 2003 nicht wie vorgesehen entfernt wurden. Den Auftrag für die Neugestaltung des Karlsplatz-Zwischendecks erhielt der Künstler 2007/2008. (APA)

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    Peter Kogler.

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