Retter von "Titanic"-Passagierin 100 Jahre danach geehrt

21. Februar 2012, 12:16
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Britische Chemiegesellschaft zeichnet Chemiker für "Mut und Ritterlichkeit" aus

London - 100 Jahre nach dem Untergang der "Titanic" zeichnet die Königliche Gesellschaft für Chemie in Großbritannien einen Chemiker aus, der seinerzeit einer Mitreisenden seinen Platz in einem Rettungsboot angeboten hatte und seither verschollen ist. Der 36-jährige Rene Jacques Levy hätte sich verabschiedet, sei dann auf Deck geblieben und später nie mehr gesehen worden, erklärte die Royal Society of Chemistry (RSC) am Montag. Die britische Gelehrtengesellschaft stieß über die Archive einer Vereinigung für jüdische Genealogie in Frankreich auf Levys Geschichte.

Der 1875 in der französischen Stadt Nancy geborene Levy emigrierte 1903 mit seiner Frau und seinen drei Töchtern nach Kanada. 1912 nahm er in Europa an einer Beerdigung teil und buchte für die Rückkehr nach Nordamerika einen Kabinenplatz an Bord der "Titanic". Dort lernte er eine US-Bürgerin kennen, die in ihrem Tagebuch berichtet, wie er und zwei andere Passagiere ihr beim Einsteigen in ein Rettungsboot halfen und beim Abschied riefen: "Auf Wiedersehen".

Nach den Worten von RSC-Präsident David Phillips ist der Untergang der "Titanic" vor 100 Jahren ein guter Anlass, "den Mut und die Ritterlichkeit eines unserer Kollegen zu ehren". Die "Titanic" hatte am 8. April 2012 im südenglischen Hafen von Southampton abgelegt. Eine Woche später stieß das als unsinkbar geltende Schiff auf seiner Jungfernfahrt nach New York mit einem Eisberg zusammen. 700 der rund 2.200 Menschen an Bord überlebten den Untergang im Nordatlantik. (APA)

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    Im April 1912 legte die Titanic im englischen Southampton ab. Bevor sich der Untergang nun zum 100. Mal jährt, wird ein damaliger Retter geehrt.

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