Nackte Frauen bleiben nackte Frauen

21. Februar 2012, 11:47
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Strauss-Kahn bleibt bei seiner Version, dass er von der Profession der Frauen bei den "Sex-Partys" nichts wusste

Lille - Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist am Dienstag im Polizeigewahrsam zu seiner Teilnahme an "Sex-Partys" verhört worden. Die Befragung in der nordfranzösischen Stadt Lille sollte klären, ob der 62-Jährige möglicherweise an Zuhälterei beteiligt war und von veruntreuten Firmengeldern profitierte, mit denen die Partys bezahlt worden sein sollen.

Es ging bei dem Verhör vor allem um die Frage, ob er bei seiner Teilnahme an gesponserten "Sex-Partys" wusste, dass die Teilnehmerinnen Prostituierte waren. Sollten die Ermittler Hinweise darauf finden, droht Strauss-Kahn eine Anklage wegen Beihilfe zu "bandenmäßiger Zuhälterei".

Nackte Frauen sind nackte Frauen

Im Vorfeld hatte eine Aussage seines Anwalts, Henri Leclerc, für Stirnrunzeln gesorgt. Dieser wird von den ARD-Nachrichten mit folgenden Worte zitiert: "DSK kann den Vorwürfen gelassen entgegen sehen. Denn bei diesen Partys sind ja die Hüllen gefallen. Und wer kann schon eine nackte Prostituierte von einer nackten normalen Frau unterscheiden?" Strauss-Kahn bleibt also bei seiner Version, nicht gewusst zu haben, dass es sich bei den Frauen, mit denen er sich bei den "Sex-Partys" vergnügt hatte, um Prostituierte handelte.

Anklage wegen Veruntreuung möglich

Die zweite Frage bei der Vernehmung ist die Finanzierung der Sex-Partys. Sie wurden von zwei Getreuen des früheren sozialistischen Spitzenpolitikers organisiert - einer von ihnen rechnete sie über seine Firma ab. Sollte Strauss-Kahn über diese Machenschaften informiert gewesen sein und illegale Gegengeschäfte in Aussicht gestellt haben, droht ihm eine Anklage wegen Veruntreuung. Den Prostituierten waren nach Medienberichten 500 bis 1600 Euro für Partys in Paris und New York gezahlt worden. Das Polizeigewahrsam bei einer Vernehmung kann bis zu 48 Stunden dauern. (APA/red)

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    Unter großem medialen Rummel erreichte Strauss-Kahn am Dienstag die Gendarmerie in Lille.

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