Koalitions-Konflikt

Faymann warnt Unis vor Einführung von Studiengebühren

21. Februar 2012, 11:08
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    foto: reuter/bader

    Schmied sieht ein Risiko, wenn die Unis selbst Studiengebühren einheben.

ÖVP will, dass Unis Gebühren über Statuten selbst einheben - SPÖ hält das für rechtswidrig

Wien - Der Koalitionsstreit um die Wiedereinführung von Studiengebühren setzt sich fort. Bundeskanzler Werner Faymann hat das Nein der SPÖ zu Studiengebühren nach dem Ministerrat bekräftigt. Der SPÖ-Chef warnte auch davor, dass die Unis selbstständig Beiträge einheben könnten. Denn der Verfassungsdienst im Kanzleramt sehe diese Möglichkeit rechtlich nicht. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) ging jedenfalls schon davon aus, dass diese Frage am Rechtsweg geklärt werden müsse, was Faymann nicht allzu sehr berührte: "Ich vertraue dem Verfassungsdienst."

Schmied kritisiert Töchterle

Auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kritisierte am Dienstag vor dem Ministerrat den Anstoß von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle an die Unis, Beiträge in ihre Satzungen zu schreiben und autonom einzuheben (derStandard.at berichtete). Damit würden sich die Hochschulen auf "keinem rechtssicheren Boden" bewegen, meinte sie auf unter Verweis auf unterschiedliche Verfassungsgutachten in dieser Sache. Die selbstständige Einhebung der Gebühren sei damit für die Unis mit einem Risiko verbunden.

Dass es keine Nachfolgeregelung für die vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Studienbeiträge gibt, lässt sich Schmied nicht in die Schuhe schieben. Man habe Töchterle immer Verhandlungen zu diesem Thema angeboten.

Unterstützung von Spindelegger

Unterstützung erhielt der Wissenschaftsminister hingegen von ÖVP-Chef Spindelegger. Der Vizekanzler sieht in der selbstständigen Einhebung der Studiengebühren eine "sehr gute Möglichkeit". Die Hochschulen könnten so selbst entscheiden, ob sie Beiträge verlangen. Zumutbar wären Gebühren nach Ansicht Spindeleggers jedenfalls. Es sei gerecht, wenn jeder entsprechend seinen Möglichkeiten einen Beitrag leiste.

Einzelne Unis wollen Gebühren einführen

Zum Hintergrund: Der Verfassungsgerichtshof hatte im Juni 2011 Teile des Gesetzes zu den Studiengebühren aufgehoben, weil durch die Bologna-Reform unklar war, wer Studiengebühren zahlen muss. Die Koalition hätte das Gesetz bis zum 1. März reparieren müssen. Nun läuft die Frist aus, da sich SPÖ und ÖVP auf keine Neuregelung einigen können: Töchterle will Studiengebühren für alle, die SPÖ will weiterhin nur Studierende, die länger als die Mindeststudienzeit studieren, und Studierende aus Drittländern zahlen lassen.

Derzeit gibt es innerhalb der Koalition unterschiedliche Auffassungen dazu, was passiert, wenn das Gesetz nicht repariert wird. Die SPÖ geht davon aus, dass das Gesetz ausläuft und die Studiengebühren an den Unis generell abgeschafft werden. Die ÖVP hält es für möglich, dass die Universitäten selbst Studiengebühren einheben. Einzelne Unis haben dies bereits für das Wintersemester 2012 angekündigt. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 98
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bamark
 
00
Studiengebühren

Ein jämmerliches Geplänkel zwischen den Verantwortlichen!" Faymann warnt Unis vor Einführung von Studiengebühren, Töchterle hält Einführung von Studiengebühren für möglich"
Wie wollen Beide genant werden? Verantwortungsbewusst? Pfui!

Klaus Woltron
02
23.2.2012, 06:33
....man sollte drauf dringen...

...dass in Österreich irgendwann wieder einmal eine Regierung installiert wird. Was derzeit herumtorkelt, ist bestenfalls eine unmoderierte Diskussionsrunde.

hlg
00
23.2.2012, 07:23
installieren kann man nur...

was real schon existiert.

scheint als ob es real keinen brauchbaren politiker in österreich mehr gibt.

die ganzen kaderschmieden haben scheinbar nur kadaver hervorgebracht...

falco86
00
22.2.2012, 17:15
Genau da liegt das Problem..

..Unis können sicher Gebühren festlegen, solange keine gesetzliche Regelung besteht oder die Einhebung verboten wird. Nur bei der Verwendung und Eintreibung wirds schwierig. Erstens kann man Geld, welches man ohne klare gesetzliche Grundlage einnimmt, nicht wirklich verwenden (zumindest eine Zeit lang nicht). Zweitens gibts keine wirksame Sanktion...keine Uni wird sich trauen, säumige Studenten zu exmatrikulieren. Stellt sich nämlich heraus, dass die Unis dies zu unrecht getan haben, müssen sie dafür haften. Und dann wirds richtig teuer...

p-hammer
01
22.2.2012, 16:59
Eine Frage hätt ich da schon noch

Wer haftet, wenn eine eigenständige Einhebung von Gebühren durch die Uni rechtswidrig wäre?

Also: wer zahlt das zurück?
Die Rektoren? Die Senate? Oder die angeblich quasi bankrotten bzw unterfinanzierten Unis?!
Oder wird da eine Versicherung abgeschlossen?

p-hammer
13
22.2.2012, 16:57
Was diese Debatte jedenfalls zeigt: Die Unis sind sträflich unterversorgt - und zwar seit den 90ern, extrem seit 2000

Damals hat man nämlich die Gebühren nur deshalb eingeführt, weil man das Uni-Budget deutlich unter den Existenzlevel gekürzt hat (das waren Wolfi und Liesl, nur so zur Erinnerung).

Wenn man über Gebühren/Beiträge/etc. diskutiert, dann sollte die diskussion ausschließlich dahingehend laufen, dass daraus unmittelbar spürbare Qualitätsverbesserungen für die Studis lukriert werden.
Aber nicht, dass die Unis das Geld zum notdürftigen Überleben brauchen. Hier ist das Finanzministerium gefordert - es geht um eine Investition in die Zukunft des Landes!
Oder glaubt irgendwer, unsere Zukunft liegt im Bereich Agrar und industrielle Fertigung?

hungrybear
00
22.2.2012, 16:16
zahlen für leistung ist ok !

wenn aber die hörsäle überfüllt sind, man um einen seminarplatz zocken muss ( punkte setzten um reinzukommen ), sich vorlesungen im kino anschauen muss, dann ist das eine sauerei ! diese gesellschaft leistet sich liberale "leistungsträger" arschlöcher um millionen gagen, die sich gegenseitig die schmiergelder in den arsch blasen und verlangt von leuten, die die zukunft gestalten sollen, gebühren ! das ist zum kotzen !

rae spiegel
 
01
22.2.2012, 16:31
zahlen für leistung?

ich glaube um zu studieren bedarf es gehörig anstrengung. also bildung ist leistung, unter umständen leistet ein studi mehr als einE vollzeitarbeiterIn. oft kommt DANEBEN sogar noch ein nebenjob dazu. die vielen stunden vor den büchern und pcs sind als leistung halt nicht so angesehen, weil nicht unmittelbar produktiv. aber ohne diese anstrengung aller studierender könnte eine wissensgesellschaft nicht überleben. ich stimme dir daher voll inhaltlich zu, es bedarf endlich eines studierendengehalts!

der staat soll endlich die leistung der studierenden anerkennen und zahlen! das ist echt zum kotzen!

Dr. Ewald Hinterfotzig
00
29.2.2012, 20:29

Nicht gleich ins andere Extrem, bitte! Studentengehalt ist wirklich absolut lächerlich und auf ÖH-GRAS-Niveau,

R. Lexer
00
13.3.2012, 09:14

Das schlimmste am "Studentengehalt" ist der Name.

Das AMS zwingt ja quasi auch Leute (mit Geld), ihre Zeit in weitgehend sinnlosen Coaching-Kursen abzusitzen. Für die gleiche Transferleistung auf der Uni zu hocken, wäre jedenfalls sinnvoller als dieser Unfug.

hungrybear
00
22.2.2012, 16:12
herr bundeskanzler ....

... wenn sie von bildung sprechen, spricht ein blinder von den farben !

zett
00
23.2.2012, 09:34
töchterle...

...sieht auch maximal Schwarz/Weiss.

Althase
04
22.2.2012, 14:43

Studiengebühren sind eine Bildungssteuer
der Lenkeffekt ist ein völlig falscher

ingeniosus
02
22.2.2012, 14:36
Studiengebühren = Studentenunruhen

Sparen ist sinnvoll, aber nicht bei der Bildung.

Die Kinder reicher Eltern können sich keine Bildung erkaufen. Es muss Bildungsgleichstand herrschen. Die Begabungen sind nicht an die Einkommen der Eltern gebunden.

Der Staat verblödet sich selbst, wenn er Schikanen - und Studiengebühren sind eine solche - einbaut.
Das ist die SPÖ vernünftiger und langfristig vertrauenswürdiger.

Schurli Schorsch
 
10
22.2.2012, 11:08

die einzig spannende frage hier ist doch nur: angenommen die unis kassieren ohne expliziten gesetzlichen auftrag. alle linken des landes vereinigen sich und klagen vorm VfGH, sich in der sicherheit wiegend, der rechtstaat ist auf ihrer seite. und dann kommts, der rechtsstaat in gestalt der verfassungsrichter ist nicht ihrer meinung, was passiert dann? wer nimmt den hut? ist dann aus dem rechtsstaat ein rechts - staat geworden? darf man dann das urteil ignorieren und so tun als sei es unrecht wie es unser guter jörg immer aus populistischen gründen tat? sind dann plötzlich alle für studiengebühren? spannende fragen die sich da auftun. leider wird bis zum erkenntnis des VfGH so viel zeit vergangen sein, das bereits NR wahlen waren...

bin neu hier
01
22.2.2012, 09:01
stellvertreterkrieg um studiengebühren...

währen die studenten aus eigeninteresse und berechtigt mit der hilfe der spö GEGEN studiengebühren kämpfen, MÜSSEN nun dank töchterle auch die unis FÜR studiengebühren kämpfen, ob sie wollen oder nicht.

R. Lexer
00
13.3.2012, 08:45

Vor allem würde es eh nichts an der chronischen Unterfinanzierung bzw Ineffizienz (Stichwort Bundesimmobilien) ändern.

Das sind ein paar Millionen jährlich, um die da gestritten wird. In einem halbwegs vernünftigen Budget müssten man den Unis eine halbe Milliarde mehr überweisen ...

Informatiker
 
41
22.2.2012, 03:27
Wo doch Faymann selbst an der Uni so erfolgreich war !

p-hammer
00
22.2.2012, 16:50
Na ja - erfolgreicher als der Herr "Bildungssprecher" Amon immerhin...

Faymann hat immerhin eine reguläre Studienberechtigung und eine echte Uni besucht.

Was man vom HaSch-Absolventen Amon mit seinem "Imadec-University"-MBA nicht wirklich sagen kann.
(siehe Homepage des ÖVP-Parlamentsklubs)

Informatiker
 
00
23.2.2012, 02:57
Wenn Werner Amon der Maßstab ist - was wollen Sie damit dann messen ?

Einer von hunderten Beweisen für den staatsgefährdenden Niedergang der ÖVP.

Informatiker
 
42
22.2.2012, 03:24
Ahnungslose stürzen sich auf eine unwichtige Frage !

Aber zu Studiengebühren kann wohl jedes Würstchen Senf absondern.

iggi
103
22.2.2012, 00:11
was fuer studiengebuehren?

die paar angedachten euros sind im vergleich mit den vollgebuehren auf auslaendischen universitaeten noch immer ein geschenk. 3000 euro zahlt man dort fuer EIN FACH pro semester in einem technik masters ! die kosten des grundstudiums kann einem der staat vorschiessen, spaeter uebers finanzamt abstottern lassen - schliesslich verdient man dank studium spaeter auch mehr.
finanzierung von exotischen faechern und andere foederungen koennen durch universitaere quersubvention und steuerbeguenstigte privatstiftungen erfolgen.
fuer das studium seiner kinder ein sparbuch anlegen - wieso wenns eh der staat zahlt - fuer immer wirds das auch in oesterreich nicht spielen.

Bellemere
03
22.2.2012, 08:42

schön wenn jemand ein sparbuch für seine Kinder anlegt. Das tut/kann aber nicht jeder. Heißt das dann eben Pech gehabt für die Kinder?
Wenn, dann soll es an mangelder Eignung/Begabung scheitern und nicht am Geldbörserl.

TrifterSepp
 
02
22.2.2012, 08:07

Was unterscheidet ein exotisches Fach von nicht exotischen Fächern?

Herbert Novak1
02
22.2.2012, 05:06
Sind Sie realitätfremd?

Sind Sie realitätfremd? haben Sie schon mal im Ausland studiert? wissen Sie den Unterschied zwischen den heimischen und den ausländischen Unis? stimmt die Betreuungsverhältnis bei uns? Wissen Sie wieviele Akademiker bei uns verdienen weniger als ein B-Verwaltungsbeamte? schauen Sie mal bitte die Statistik an bevor Sie vollmundig hier posten. Vielen Dank!

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