Xing: Leben im Schatten des Facebook-Elefanten

21. Februar 2012, 10:21
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    foto: xing

Im Schatten von Facebook wird es für Konkurrenten dünkler. Besonders drastisch ist der Besucherverlust bei StudiVZ und den "Lokalisten

2011 war ein gutes Jahr für soziale Netzwerke - wenn sie Facebook hießen. Das einstige Studentennetz hat sich zu einem Elefanten entwickelt, der mit 850 Millionen registrierten Benutzern weitgehend aufsaugt, was der Onlinenährboden hergibt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis einst populäre deutschsprachige Netze zusperren. Besonders drastisch der Rückgang bei StudiVZ (Holtzbrinck): 2011 brachen Besuche um 80 Prozent ein.

Wachsende Umsätze und Gewinne

Relativ glimpflich kam bisher das börsennotierte Netzwerk Xing davon, dessen Visits 2011 laut Statista um rund ein Fünftel zurückgingen. Mit der Definition als berufliches Netz versucht sich das 2003 (knapp vor Facebook) gegründete Netzwerk abzugrenzen. Trotz rückläufiger Reichweite erfreut sich Xing wachsender Umsätze und Gewinne, wenn auch im Facebook-Vergleich bescheidene: im dritten Quartal 2,6 Mio. Gewinn bei 16,6 Mio. Euro Umsatz.

Die Jobbörse "wächst schnell"

Den Grund für die relativ hohe Loyalität zu dem zu zwei Dritteln aus Abo-Gebühren finanzierten Xing sieht Robert Beer, Countrymanager für Österreich und die Schweiz, in der an Tupperware erinnernden Struktur. Ehrenamtliche "Ambassadore" und "Moderatoren" organisieren laufend örtliche Events. "Eine Brücke zwischen digitalem Netzwerk und persönlichem Kennenlernen", beschreibt Beer, rund solche 8000 Events fanden in Österreich von Jänner bis Oktober 2011 statt.Bezahlung gibt es für Ambas- sadore oder Moderatoren nicht, "es gibt Leute, denen macht es Spaß, Leute zusammenzubringen", begründet Beer die Motivation, "man kann sich das Xing-Logo auf die Visitkarte drucken. Auf einem Lebenslauf macht sich das ganz gut."Zunehmend versucht Xing, Geld mit Werbung insbesondere im Personalbereich zu verdienen. Die Jobbörse "wächst schnell", sagt Beer, und die Profile der Mitglieder ermöglichen so etwas wie "verdecktes Rekrutieren": Xing-Mitglieder können über anonymisierte Profile ihr Interesse an Veränderung anzeigen, ohne dass es der eigene Arbeitgeber erfährt. Und Xing versucht User mit neuen Angeboten bei Laune (und Mitgliedschaft) zu halten, wie einem Lunchplaner, der Terminkoordinierung leichtermacht, oder ein einfach zu verwendendes Ticketing für Veranstaltungen.Aber auch die Nischen im Netzwerk-Ökosystem sind keine Gewähr auf dauerhaften Erfolg: Das aus den USA kommende Berufsnetzwerk LinkedIn verzeichnet auch im deutschsprachigen Raum Zulauf. Dennoch sieht Beer noch Wachstumschancen: "In Österreich sind fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung in Berufsnetzen, in englischsprachigen Ländern sind es zehn bis 15 Prozent." (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 21. Februar 2012)

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Xing

Fürst600
00
21.2.2012, 18:40

Und wie siehts im Vergleich mit MySpace aus?

Würde mich interessieren…

I Am WEASEL
00
24.2.2012, 17:28

Was ist eigentlich an myspace schlechter? Hab irgendwie nie verstanden, warum da alle gewechselt haben. Weil es nicht dieses hässliche, sterile design hat?
War zwar dort auch nicht angemeldet, aber gegen facebook ist es echt sympathisch

the JJ
00
21.2.2012, 11:55

StudiVZ tut mir nicht wirklich leid...die hatten doch damals eigentlich von Anfang an eine beinahe 1:1 Facebook-Kopie laufen (da wurden sogar Codezeilen kopiert)...und kurz bevor Facebook auf Deutsch gestartet ist, hat der Holtzbrinck Verlag sogar ein Kaufangebot von Facebook abgelehnt...

Der Unterschied war halt schlussendlich, dass sich Facebook weiterentwickelt hat und StudiVZ mit dem Tempo nicht mithalten konnte...

http://wannstirbtstudivz.com/

rolin
00
21.2.2012, 11:48

Xing? Linkedin!

derunbestechliche
00
21.2.2012, 11:02

Es gibt genügend Wachstumsmöglichkeiten, abseits von Facebook, wenn man nicht zwanghaft versucht, Facebook zu kopieren und seine eigene Nische findet wie ein aktueller Artikel von Focus "Die zweite Reihe rüttelt an Facebook"erläutert:

Auszug:
"Twitter hat die Zahl seiner Besucher in den vergangenen zwölf Monaten um 57 Prozent erhöht, Linkedin um 23 Prozent und die Blog-Plattform Tumblr sogar um 170 Prozent.
Google+ hat nach Angaben von Comscore inzwischen 20 Millionen Besucher auf seiner Seite und Pinterest 11,7 Millionen, was dem Foto-Netzwerk immerhin die höchste Wachstumsrate der vergangenen Monate bringt."

Die zweite Reihe rüttelt an Facebook
focus.de
http://goo.gl/uorpt

derunbestechliche
00
21.2.2012, 11:23
Auf den 1. Blick mag der Ausspruch "Im Schatten von Facebook wird es für Konkurrenten dünkler."

richtig sein, aber auf den 2. Blick und über die Grenzen hinweg würde ich persönlich aktuelle Tendenzen und weitere Faktoren mit berücksichtigen.

Ich bin sehr vorsichtig mit Einschätzungen, auch wenn ich auch meine pers. Wahrsagerkugel auspacke, weil nicht so schnell bergauf od. bergab geht wie in der IT-Industrie.

Und eines will ich als (Mittel-)Europäer auch noch kundtun: Nur weil wir in (Mittel-)Europa leben, heißt das noch lange nicht, dass wir auch alle einst populäre Netze zusperren müssen (od. keine neuen eigenen Ideen hervorbringen können). Es liegt nicht an unserer Mentalität oä ob wir aus etwas etwas machen oder nicht, sondern an uns. Vllt. sind manche Hürden in den USA niedriger, aber das ist kein Grund nicht an uns zu glauben.

derunbestechliche
00
21.2.2012, 11:38

Den letzten Absatz von meinem letzten Kommentar (um 11:23) bitte nicht als Kritik (zum Artikel) auffassen. Nur weil praktisch alles aus der Online-Welt aus den USA kommt, heißt das nicht automatisch, dass das immer so sein muss. Es gibt keinen Grund, weshalb wir kein (globales oder zumindest regionales) Netzwerk, Browser, Suchmaschine, Betriebssystem odersonstwas entwickeln, vermarkten und vertreiben können.

I Am WEASEL
00
24.2.2012, 17:38

Hihi:Tumblr zieht Blogger, Künstler (und die Erotikbranche) an...
Also unbedingt jetzt Aktien kaufen, da ist offenbar noch sehr viel drin

PS: Guter Link

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