Heringsschmaus ohne schlechtes Gewissen

21. Februar 2012, 17:50

Gerade in der Fastenzeit gilt Fisch als traditionelle Speise, doch die Weltmeere sind bereits stark überfischt - Der WWF bietet Einkaufsratgeber an

Naturschutzorganisationen nutzen den Beginn der Fastenzeit, um auf die Problematik rund um die traditionelle Aschermittwochsspeise, den Heringsschmaus, hinzuweisen. Eine Problematik, die viele Fischarten betrifft: 80 Prozent der Bestände in den Weltmeeren gelten bereits als überfischt oder bis an die Grenzen ausgebeutet. Für einen bewussten Konsum sollte man daher nur heimischen Fisch oder Produkte aus Biozucht bzw. mit dem blauen Öko-Gütesiegel des Marine Stewardship Council (MSC) kaufen. Der World Wide Fund for Nature (WWF) bietet online einen Einkaufsratgeber an.

Jeder Österreicher isst durchschnittlich knapp acht Kilogramm Fisch im Jahr, informiert der WWF. Weltweit sind es 110 Millionen Tonnen. Fische und Fischprodukte im Wert von etwa 350 Millionen Euro werden jährlich nach Österreich importiert. Typische importierte Meerestiere sind Lachs, Thunfisch, Sardine und Makrele, aber auch Shrimps, Muscheln und Tintenfisch. Sie stammen oft aus afrikanischen Gewässern, wo die Fangflotten der Industriestaaten die Meere auf Kosten der einheimischen Fischer und damit der Bevölkerung ausbeuten.

Konsumenten entscheiden mit

Der WWF empfiehlt, auf Rotbarsch ganz zu verzichten, weil die Bestände stark gefährdet sind. Zusätzlich werden beim Fang dieses Tiefseefisches jahrtausendealte Kaltwasserkorallen zerstört, da tonnenschwere Grundschleppnetze ihren Lebensraum zermalmen.

Eine schlechte Öko-Bilanz haben auch tropische Shrimps: Für die konventionellen Zuchtanlagen von Shrimps werden an der südamerikanischen Pazifikküste und in Südostasien hunderte Kilometer Mangrovenwälder abgeholzt. Und bei dem Fang auf Jungtiere gehen pro Shrimp etwa 100 weitere Fische in die engmaschigen Netze. Keine andere Form der Fischerei produziert mehr Beifang. 

Scholle und Seezunge aus der Nordsee bedenklich

Auch in der Nordsee sind die Nebenwirkungen der Fischerei enorm. "Wer Scholle oder Seezunge isst, muss sich bewusst sein, dass in den Netzen ein Vielfaches an anderen Meerestieren verendet", sagt Axel Hein vom WWF. So gehen zum Beispiel pro Kilogramm Scholle bis zu 15 Kilogramm Beifang als "Müll" wieder über Bord. Auch der stark dezimierte Kabeljau-Bestand im Nordostatlantik hat sich durch zu hohe Fangquoten vielerorts noch nicht erholen können.

Wegen des Konsums von "Schillerlocken", die aus den Bauchlappen des Dornhais gewonnen werden, steht diese Hai-Art am Rand des Aussterbens. Die Fangmenge in der Nordsee ist aufgrund der massiven Ausbeutung in den vergangenen 30 Jahren um 96 Prozent zurückgegangen. (jus, derStandard.at, 21.2.2012)

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Seit wann interessiert sich der WWF für Fische?

Vielleicht, seit er Werbung für das MSC Siegel macht und sich von Leuten, wie dem größten Lachsbaron der Welt bezahlen lässt, siehe dazu den sehr aufschlussreichen Film "Lachsfieber", den Sie auch bei Youtube finden können?
Wenn das mit den Heringen genau so laufen sollte - na dann guten Appetit!

MfG Helmut

..aber keine konkrete hilfe für den

heutigen heringsschmaus!
mein rat: essen, was eh schon in den geschäften liegt, sonst müssen sies weghausen.
und für nächstes jahr dem fischhändler sagen, er soll keinen fisch mehr anbieten.

dir ist aber

schon klar, dasz die Fischhaendler, die ganze Fische anbieten, das geringste Problem sind

schillerlocken

z.b. gibt es in vielen geschäften nicht mehr, so u.a. auch in der metro nicht mehr.

es scheint

die neue lieblingsbeschäftigung der medien zu sein, den menschen ständig schlechtes gewissen machen zu wollen.
danke, nicht mit mir!

na dann - rotten sie den dornhai endgültig aus! mahlzeit!

das kann nur durch gesetzliche Vorgaben geändert werden

der Konsument allein kann nicht viel verändern - der ist Einzelkämpfer und zu schlecht organisiert

stimmt ja nicht

der konsument hat die hollaendischen Wasserparadeiser vom Markt gefegt, das koennte er mit Tiefkuehlfisch ebenfalls. Kein Fischstaebchen mehr u. das ganze ist geklaert

was habens gegen fischstäbchen - sind urlecker, haben keine gräten, stinken nicht und halten lang.

eigentlich

alles.

es gibt ja auch menschen die nicht am fischmarkt/meeresufer wohnen - sind sie gnädig.
ein fisch quer durch die ganze welt geschickt - oder gleich am schiff tiefgefroren - im zweifelsfall letzteres.

tiefgefroren ist nicht so das Problem als faschiert, paniert u. dann tiefgefroren. Auszerdem, wir haben hier viel Zuchtware aus Gr. Nicht dasz Athen - Nizza weiter waere als Athen - Wien

Die Konsumenten meinen, dass die politik zu handeln hat und die Politik schiebt die verantwortung auf die konsumenten. Passieren tut dann am Ende gar nichts.
Alle haben hierfür Verantwortung zu tragen.

Und von wem kommen die gesetzlichen Vorgaben?

Die Veränderung muss auf beiden Ebenen stattfinden, ihre Sichtweise ist Schwarzmalerei. Menschen sind durchaus organisiert und ich denke auch, dass sich eine Idee vorerst durchaus ohne politische Unterstützung durchsetzen kann.
Es ist ein bisschen billig sich immer auf die Politik auszureden, der Umbruch beginnt im Ididivuum.

Meere retten- KEINE Fische mehr essen!

Die ganze Welt spricht von Überfischung, PETA spricht auch vom Fisch: Jeder Einzelne der 1000 Milliarden Fische, die jedes Jahr im Meer gefangen werden, leidet furchtbar, wenn er in den Netzen zerquetscht wird oder langsam erstickt. Viele Fische leben noch, wenn sie mit dem Messer aufgeschnitten werden und man ihnen die Organe herausreißt.
Kommerzieller Fischfang leert die Ozeane. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie besagt, dass bereits 2048 unsere Ozeane komplett leer gefischt sein werden.
Auch beim sogenannten nachhaltigen Fischfang verschiebt sich das Problem nur: Die Arten, die gefangen werden, weil sie heute nicht bedroht sind, werde

Unfug!

Bei uns gezogene Forellen / Karpfen / Zander / Hechte / Welse / Anken / Aale etc. etc. sind sowohl gesund, als auch normalerweise ohne große Schäden für die Weltmeere verfügbar - und schmecken noch dazu super, wenn man sie halbwegs zuzubereiten weiss.

die studie von käptn iglu kommt zu ganz anderen ergebnissen.

Wäh. Abgesehen davon, dass ich Fisch nicht mag, wäre ich mir ja zu schade, um die armen, gequetschten Viecherl in mich zu stopfen.

Ich bevorzuge Waldviertler Forelle.

Stimmt, ist ausgezeichnet!
Heuer ist es bei mir ein geräuchertes Exemplar aus einem kleinen steirischen Fischereibetrieb geworden.

Mahlzeit!

Mich

plagt heute kein schlechtes Gewissen, da ich bewußt den Heringsschmaus auslasse und mir stattdessen eine Stelze mit Kraut, Kren und Knödeln einverleibe!

Eine Stelze ...

... von einer armen Sau. Gute Wahl ...

das sagen alle fische, diese hinterhältigen biester.

Wohl eher

von einer toten, als von einer armen Sau!

Sie wissen doch,

wie es gemeint war mit der "armen Sau".

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