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Hat man das Glück, als Journalist eines unabhängigen Mediums tätig sein zu dürfen, muss man sich mit der Rolle anfreunden, nicht von jedem geliebt zu werden. Und sollte man eines Wochenendes die Worte "Du bist der meistgehasste Journalist bei uns" von einer Unternehmensmanagerin vernehmen, bleibt einem nichts anderes, als die Wahrheit zu antworten: "Es ist auch nicht meine Aufgabe, euch zu gefallen." Und wenngleich dieser Zwist auf lokaler Ebene zwischen einem gewissen WebStandard-Journalisten und einem US-IT-Giganten nicht eskalierte, sorgt die Verhaltensweise von IT-Konzernen gegenüber kritischen Medien auf internationaler Ebene zunehmend für Aufregung.
Ein Wurm zu viel im Apfel
In den USA stieß beispielsweise Apple jüngst ein "New York Times"-Bericht über die miserablen Arbeitsbedingungen in den Fabriken des Zulieferers Foxconn so sauer auf, dass man dem altehrwürdigen Blatt postwendend die kalte Schulter zeigte. Im Vorfeld zur Enthüllung des neuen Betriebssystems OS X 10.8 Mountain Lion wurde dem einstigen Nachrichtenliebling ein Interview mit Apple-Chef Tim Cook verwehrt. (Vorangegangene Berichte, wonach sogar der Zugang zum Presse-Briefing verweigert wurde, stellten sich hingegen als falsch heraus.) Die "NYT" wurde dadurch dennoch gezwungen, Stellungnahmen aus zweiter Hand heranzuziehen. Eine Maßnahme, die Apple bereits zwei Jahre zuvor beim Blog Gizmodo ergriff. Nach der Enthüllung eines iPhone-4-Prototyps schloss Apple Gawkers IT-Blog fortan von sämtlichen Pressekonferenzen aus.
Nicht weich geworden
In Deutschland stoßen sich Medien aktuell hingegen an Microsoft die Stirn. Ende Februar plant der Konzern eine Großveranstaltung zur Präsentation des Betriebssystems Windows 8 in Barcelona. Journalisten aus aller Welt werden eingeladen, die Neuerungen zu begutachten. Nicht mit dabei sein dürfen kurioserweise deutschsprachige IT-Medien - inklusive des im deutschsprachigen Raum wohl renommiertesten IT-Magazins "c't". In einem Beitrag monieren die Redakteure, Microsoft wolle "keine Fachjournalisten" vor Ort haben. Die Online-Schwester heise.de sieht darin eine Antwort auf kritische "c't"-Beiträge, in denen die Informationspolitik des Konzerns bezüglich Windows 8 in Frage gestellt wird. In Entwickler-Blogs würden "relativ wenige Neuigkeiten" vorgestellt, "die künstlich aufgeblasen werden, um durch schiere Textmenge den Eindruck umfassender Information zu erwecken", so "c't". Auch, vermutet heise, könnte Microsoft Angst vor Fach-Kritik am neuen Touch-Interface haben.
Spiel mit der Macht
Dass bei alledem menschliche Faktoren einfließen, kann wohl weder auf lokaler noch auf internationaler Ebene von der Hand gewiesen werden. Doch abseits persönlicher Vorlieben und Abneigungen von Journalisten und PR-Kräften stellt sich im immer größer werdenden Medienzirkus der IT-Welt die Frage, welchen Mehrwert die absichtliche Ausgrenzung führender Zeitungen bringt. Der Versuch, jene Stimmen verstummen zu lassen, denen die Leser aufgrund ihrer Unabhängigkeit Vertrauen schenken, kann sehr schnell nach hinten losgehen. Nach enthüllenden Berichten des Brachenblogs Kotaku im Jahr 2007 über Sonys Pläne, mit PlayStation Home eine virtuelle Welt für die PlayStation 3 zu starten, schloss der Elektronikkonzern den Blog von Interviews und Demos zum neuen Angebot aus. Mit der Folge, dass Sony für einige Wochen den Gram der Community auf sich zog. Es ist ein Machtspiel, das beide Seiten zu spielen wissen. (derStandard.at, 21.2.2012)
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Mir kommt kein geschlossenes System mehr ins Haus! Seit über 20 Jahren ärgere ich mich über MS Produkte und nun endlich reicht es mir!
kann sie mir bitte mal erklären warum die NYT ein "recht" auf exklusive (psst, ich sag da was aber sonst weis des noch keiner, gell) informationen haben sollte?
und wäre es für apple bzw. microsoft nicht schlimmer, wenn medienhäuser der größe der NYT einfach schreiben würden:
neuer apple-/microsoft-mist in zwei wochen am markt.
apple-/microsoft wollten uns aber keine informationen geben, die über den produktfolder hinausgehen. also möge der geneigte leser selber unter www.xy.zz nachsehen.
--- Ende des Artikels ---
irgendwie will bei mir beim dem artikel überhaupt kein "ma oag"-feeling aufkommen.
Man befürchte, dass "Microsoft Angst vor Fach-Kritik am neuen Touch-Interface haben" könnte. Nun, das einzige was Heise nicht bekommt, sind die Brötchen beim Event in Barcelona. Man kann davon ausgehen, dass Heise es ebenso wie Millionen andere einfach per Internet herunterlädt und sich selbst ein Bild macht.
Was Journalisten hier mehr ärgert: sie verlieren das Privileg, dass sie etwas "früher" wissen. Sie werden nun wie das "einfache Volk" behandelt, und das schmeckt halt nicht jedem, der sich an diese Pfründe gewöhnt hat.
OMG, wovon reden Sie? Die nicht geladenen Journalisten bekommen keine Brötchen (oder sonstige Goodies) - und das ist auch schon alles! Und ja, wenn man nicht eingeladen wird, dann bekommt man auch den Flug nicht gezahlt. Und das Hotel nicht. Dann müsste der werte Journalist (bzw. das Medium) selbst für die Kosten aufkommen. *)
Mundtot wäre, wenn man Journalisten den Zugang zur Software nicht ermöglicht oder die Berichterstattung verbietet. Das ist nicht der Fall. Jeder wird sich die Consumer Preview herunterladen können,... also wo ist jetzt bitte das Problem?
*) Anmerkung: Heise zahlt meines Wissen die Reisekosten selbst.
und die Befürworter und Ja-Sager "aussperren" ... *lol*
So kann man es sich als Unternehmen auch aussuchen was in den Medien über einen geschrieben wird ...
Unleidliche Nörgler werden als Trolle abgetan und einfach ausgeladen bzw. ignoriert ...
Was wird denn unterdrückt? Scheinbar hat Microsoft da einen bestimmten Raum im Rahmen des MWC und da passen halt nur eine begrenzte Anzahl Leute rein.
Im Ergebnis trifft man dann eine Auswahl und die sieht Renomée hin oder her halt so aus, dass man halt die großen News-Agenturen dabei haben will (Reichweite) und zwei große Tageszeitungen aus Deutschland und die Fachpresse halt keine Einladung kriegt, weil deren Reichweite bei den Consumern zu gering ist (und die will man erreichen).
Dass Heise jetzt meint es läge an ihrer Berichterstattung ist ja schön und gut aber die können sie ja auf Basis der Consumer Preview ohnehin besser machen als wenn sie vor Ort sind und sich Balmers Marketing-Bla-Bla anhören.
Nochmal: wer wird mundtot gemacht?
das impliziert das david pogue bei apple um ein interview mit tim cook angefragt hat
---thats just not the way it works @ apple---
wenn sie was neues haben das sie herzeigen möchten laden sie einige Journalisten od. auch blogger zu einem briefing ein und manche davon sogar zu einem interview mit cook od sonst wem..
its that simple.
Der Artikel wiederholt die Behauptung, dass Apple der NYT "die kalte Schulter zeigt, obwohl der einzige Hinweis darauf, die angeblich vor enthaltene Testversion sich als unwahr heraus gestellt hat. Dass das Cook-Interview im WSJ erschienen ist, ist absolut nicht ungewöhnlich und würde ohne die "kalte-Schulter"-Theorie nie als Affront gegen die NYT gelten.
Im Artikel wird erneut behauptet, dass Apple der NYT die kalte Schulter zeigt, der einzige Beweis dafür, dass die NYT keine Testversion erhalten hat, war unrichtig. Das Interview mit dem WSJ (das schon oft Exklusivinformationen und Interviews bekommen hat) wurde der nicht mehr "verwehrt" als allen anderen Medien weltweit. Ein Faymann-Interview in der "Presse" heißt auch nicht, dass er der Krone die kalte Schultrr zeigt.
Genauer lesen wäre angesagt:
"The Times, however, got skunked. No Cook interview. No quotes that weren't in the press release. No call-back for Chen. (However David Pogue, an independent contractor who does product reviews for the Times, did get the full Schiller treatment.)"
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