Browser-Streit

Microsoft wirft Google Privacy-Verletzung bei IE-NutzerInnen vor

21. Februar 2012, 10:05
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    grafik: microsoft

    Von Google ausspioniert? Der Internet Explorer.

Wie beim Safari würden entsprechende Einstellungen ignoriert - Google bezeichnet Internet-Explorer-Lösung als "unbrauchbar"

Innerhalb weniger Tage kommt Google nun bereits zum zweiten Mal wegen seiner Tracking-Praktiken in die Kritik: Nachdem vor einigen Tagen bekannt wurde, dass Google die Privacy-Settings von Apples Safari bezüglich Cookies zumindest teilweise ignoriert, kommen ähnliche Vorwürfe nun aus der Richtung Microsofts: So soll Google auch beim Internet Explorer entgegen den Wünschen der Browser-NutzerInnen handeln und eigene Tracking-Cookies platzieren, auch wenn in den IE-Einstellungen eigentlich anderes ausgewählt ist.

P3P

In einem Blog-Eintrag geht Microsoft auf die Details ein: Demnach würde Google durch eine nicht standardkonforme P3P-Cookie-Policy absichtlich seine Cookies falsch ausweisen - und so die diesbezüglichen Checks des Internet Explorer austricksen. Genau genommen handle es sich bei Googles Implementation nicht einmal um eine richtige Policy.

Reaktion

Es dauerte allerdings nur wenige Stunden, bis Google auf diese Vorwürfe reagierte: In einem kurzen Statement unterstellt man Microsoft - mehr oder weniger direkt - bewusste Irreführung, indem der Konzern zentrale Informationen weggelassen habe. Das P3P-Protokoll sei nicht nur veraltet, sondern schlicht "unbrauchbar", Microsoft selbst wisse, dass dessen Anforderungen bei modernen Web-Anwendungen gar nicht erfüllt werden können. 

Offen

Eine Studie aus dem Jahr 2010 habe gezeigt, dass schon damals rund 11.000 Webseiten die P3P-Policies nicht einhalten konnten. Dass man selbst deswegen P3P umschiffe, sei zudem kein Geheimnis, sondern ganz offen Teil der eigenen Policies - wie übrigens auch derer von Amazon und Facebook, die genauso vorgehen.

Vorgeschichte

Schon bei der Diskussion um Safari sah sich Google zu Unrecht gescholten, habe man dort doch nur eine bekannte Funktion des Browsers genutzt, um eingeloggten Google-NutzerInnen zusätzliche Funktionen zu bieten. Alle anderen seien auch nie betroffen gewesen. (red, derStandard.at, 21.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 99
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AlBundyFan
 
00
22.2.2012, 11:23
hab das schon an anderer stelle bemerkt

wenn MS einen browser hat dessen privacy-einstellungen umgangen werden können, dann ist das doch ihr problem - ich sehe das als bug/sicherheitsleck in der software und anstatt andere firmen zu beschuldigen,daß sie das umgehen, sollte MS das eigentlich softwaremäßig so verhindern, daß google(und andere)diese einstellungen garnicht umgehen können.
eigentlich sollten sie sich eher für ihr eigenes versagen schämen und schleunigst einen patch veröffentlichen der das verhalten des IE korrigiert.

mike meyers
00
22.2.2012, 12:08

Es ist noch ärger!

Mit P3P wird dem Browser nur eine Datenschutzerklärung übermittelt, der letzlich nur der Benutzer glauben kann oder auch nicht - keine Chance auf Überprüfung.

MS und Apple setzen sich mit ihrer Implementierung über eine Entscheidung des Benutzers hinweg, die der Browser gar nicht treffen kann.
Die meisten Benutzer wiegen sich in "Sicherheit", weil ja die Browserhersteller ständig selbige beteuern - und werden so zu Opfern.

Bleibt noch eine Frage. Haben MS und Apple den Unterschied zwischen einer Erklärung des Anbieters und einer Entscheidung des Konsumenten verstanden oder machen sie das mit Absicht?

mike meyers
00
22.2.2012, 10:29

Ähm, sollte ein Browser nicht selbst dafür sorgen, dass er die eigenen Einstellungen beachtet?

Vielleicht bin ich ja naiv, aber wofür sollen die Privacy-Einstellungen denn gut sein, wenn nicht zur Abwehr allzu neugieriger Websites?

Hotblack_Desiato
00
22.2.2012, 08:43
ceci n'est pas une p3p

P3P: CP="This is not a P3P policy!
See http://www.google.com/support/a... answer.py?
hl=en&answer=151657 for more info."

Michael Colinas
00
21.2.2012, 20:59
Es bleiben Cookies zurück,

habe ich schon vor längerer Zeit bemerkt, als ich dazu überging, persönliche Daten und aktuelle Arbeiten jeweils zu Büroschluss mittels eines Sicherungsprogrammes zu sichern. Nach Säubern der Festplatte von temporären Dateien und Löschen von allem im Internet-Explorer (Verlauf, Cookies, usw.) sind immer noch etliche Cookies in der Liste der zu sichernden Dateien.

smeexseus ...
 
21
21.2.2012, 22:36
warum verwendest dann überhaupt noch den IE ?

das ist doch wirklich kein geheimnis mehr ,dass man IE und Office/outlook nicht nutzen sollte
(teuer, veraltet ,immer wieder sicherheitsmängel , de facto das einfallstor für viren ad-spy-ware , bricht ständig standards was allen schadet bis auf ms)

zumal es kostenlose open source alternativen gibt
(kostenlos,ständig aktuell, unterstützt oft neue und bessere techniken, die kommunikation mit geräten und diensten anderer hersteller wird gefördert und nicht behindert,die viren , ad- und spy-ware verseuchung sinkt rapide )

Firefox (Browser) http://bit.ly/xr6LCz
Thunderbird (E-Mail) http://bit.ly/zjERJs
Libre Office (Office Paket) http://bit.ly/wPcUzN

das beste , all das läuft unter windows osx und linux, umstieg leicht gemacht sozusagen !

Hotblack_Desiato
00
22.2.2012, 07:24
ich glaube, das zauberwort heißt büroschluss

dh, beim arbeitgeber, dessen IT bestimmt, was auf den kisten läuft. ist häufig so, das man dann nur den IE zur verfügung hat. falls die firma eine anwendung schreiben hat lassen, die auf die wünsche und eigenheiten des IE6 hin zugeschnitten ist, wird die angelegenheit nochmal schlimmer.

whei
00
22.2.2012, 01:27
Wenn man den im Büro was selbst installieren kann...

smeexseus ...
 
10
22.2.2012, 03:16

wenn nicht würd ich mit dem boss reden , in kleinen firmen hat man da oft gute chancen ,denn oft ist es schlicht unwissenheit , man nutzt was schon drauf ist und glaubt es gibt nichts anderes geschweige denn etwas besseres.

ich wunder mich immer wie viel die leute bereit sind zu schlucken, nur damit alles so bleibt wie es ist.

furchtbare einstellung

Michael Colinas
00
21.2.2012, 23:58

schön, sags meiner Firmenleitung; privat verwende ich ohnedies anderes, so wie jetzt (Firefox auf Mint)

garmin
03
21.2.2012, 20:32
IE ist echt ein Wahnsinn.

Bei uns in der Firma hat man nicht mal die Wahl. Alles ist auf IE und Outlook ausgerichtet, laufen tut das ganze noch dazu auf Vista. Tägliche Abstürze von IE und Outlook sind nicht die Ausnahme sondern die Regel. Wenn ich allein an die sog. Favoritenverwaltung beim IE denke kommt mir das speiben. So rückstädnig, das gibts ja nicht.

peace & love
00
22.2.2012, 10:34
vista in einer firma?

vorsichtshalber kündigen, die gehen bald pleite.

M. P.1
00
21.2.2012, 23:42

In der Tat pervers.

Ich frag mich ja, interessieren sich die Leute, welche in so Firmen in der EDV-Abteilung arbeiten, privat überhaupt nicht für EDV? Sonst müssten die ja kapieren, was für einen Käse sie da bauen. Und wie rückständig, unsicher, und für die ganze Entwicklung schädlich ihr Verhalten ist.

Und mir kann niemand erzählen, dass das in einer Firma so sein muss (Webstandards gelten für Firmen ebenso; leider schaut's so aus, als hätte man in vielen Firmen noch nie davon gehört). Der einzig "plausible Grund", der mir einfällt ist, dass man Mitarbeitern das private Surfen vermiesen will. Aber ob das eine Lösung ist?

Guerillo
00
22.2.2012, 09:44

Ein Grund ist, dass viele Firmen noch immer Anwendungen verwenden, die mal für den IE6 geschrieben und optimiert wurden. Solange diese Dinge in Firmen herumgeistern, wird der Internet Explorer leider nicht aussterben.

M. P.1
00
22.2.2012, 13:55

Antwort dazu steht bereits da:

"Aber auch das ist seit Jahren bekannt, und wäre längst genug Zeit gewesen, diese Fehler der Vergangenheit auszubessern."

whei
00
22.2.2012, 01:28

Viel wird wohl an dem ganzen Legacy-Käse liegen den Firmen mit sich rumschleppen.

M. P.1
00
22.2.2012, 01:31

Aber auch das ist seit Jahren bekannt, und wäre längst genug Zeit gewesen, diese Fehler der Vergangenheit auszubessern.

whei
00
22.2.2012, 01:33

Ja, wäre sinnvoll gewesen. Warum man es nicht getan hat: Ich habe keine Ahnung.

Deserteur
22
21.2.2012, 18:18
Was "Moderne Web-Anwendungen" kennzeichnet, bestimmt einfach Google im Alleingang und ganz im eigenen Interesse! ...und boxt da somit seine eigenen "modernen Standards" gekonnt durch…

– aber bloß solche, die eben dem google'schen Geschäftsmodell förderlich sind.
Google ist da sehr umtriebig und geht mit gezielten aggressiven Strategien gegen die Konkurrenz vor, andauernd deren Schmerzgrenze und Geduld neu auslotend - andauernd Schwachpunkte und Wunden suchend, wo man hineinstoßen kann.
Keine Spur von kooperativem Marktverhalten, bloß Monopol und Dominanz im Auge!
Google stellt sich auch gerne scheinhalber als Vorkämpfer für Opensource dar... was zwar recht gut klingt, aber rein gar nichts mit Selbstlosigkeit oder vielleicht sogar "Fortschritt" zu tun hat.
Opensource wird da von Google einfach für seine ureigenen Zwecke vereinnahmt und ist ab dem Moment ohnehin bloß wieder proprietäre Software, wie jede andere auch...

M. P.1
17
21.2.2012, 20:26
Natürlich schaut Google auf seine eigenen Interessen und sind keine Heiligen, ebenso wenig wie Microsoft oder auch Apple. Sind eben Megakonzerne, und denen geht's um dicke fette Dollar.

Was aber Google von MS und (in etwas geringerem Ausmaß, aber auch) Apple unterscheidet ist, dass eine gute Entwicklung des WWW mit Google's Geschäftsinteressen großteils kompatibel sind. Weil Google vom WWW lebt, anders als MS, welche sich an das Windows-Monopol festklammern, wo eine gute WWW-Entwicklung kontraproduktiv ist. Ähnlich Apple, die ihre User an Apple festbinden wollen.

Also dass Google das WWW vorwärts pushed, ist nicht so negativ. Dass Google sich hemmungslos Daten krallt, allerdings schon.

Fazit: Vertrauenswürdig sind alle 3 nicht. Aber während bei MS und Apple fast ausschließlich Dunkelheit herrscht, gibt's bei Google den einen oder anderen Lichtblick, wenn auch nicht deswegen, weil sie Engel sind.

Deserteur
11
21.2.2012, 20:42

Vollste Anerkennung für das ausgewogene Statement.
(...abgesehen von der Problematik von Googles mittlerweile entstandenen Größe )

M. P.1
02
21.2.2012, 20:52

Stimmt, Google's wachsende Größe wird immer mehr zu einem Problem. Ich verwende auch einiges von Google, bin aber mittlerweile zur Erkenntnis gelangt, dass ich dieses Portfolio nicht mehr ausweiten möchte, wo es nicht unbedingt sein muss.

Womit man zum Schluss kommt: was wir brauchen sind gute Alternativen zu Google's Angeboten, und das nicht nur von den anderen Megacorps.

Deserteur
00
22.2.2012, 18:15

Also zB jetzt Dropbox unterstützen, um es als Alternative weiter zu erhalten und davor zu bewahren zwischen den großen Clouds und Skydrives aufgerieben zu werden...

Reich sein muss sich lohnen!
01
21.2.2012, 18:49
Geh bitte, wenn MS zu dämlich ist den IE anständig zu Programmieren, dann sollen sie sein lassen aber nicht gegen Google wettern

Wenn der User Dritt-Cookies nicht haben will, dann hat die der Browser auch nicht zu speichern. Punkt.

http://blog.fefe.de/?ts=b1bc273b

Maria Leitner1
03
21.2.2012, 17:23
jetzt kennt google alle eure pornoseiten! :)

von iphone, mac und allen pcs und die androiden kennen sie eh schon in und auswendig!

freut euch auf den neuen monopolisten!

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